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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Falscher Zungenschlag in Berichten über Israel
Zwischenüberschrift:
ARD-Fernsehjournalist Georg Hafner sprach über "Antisemitismus in den Medien?"
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Wie wird in den Medien über Israel und den Nahostkonflikt berichtet? Zum 60-jährigen Bestehen des israelischen Staates lud die " Gesellschaft für Christlich Jüdische Zusammenarbeit" zu einem Vortrag. Im Rathaus sprach der ARD-Fernsehjournalist Georg M. Hafner über " Antisemitismus in den Medien?".
Hafner verneinte die Frage. Nirgendwo gebe es in der deutschen und europäischen Medienbranche bekennende Antisemiten. Aber: Laut einer Studie der Universität Bielefeld meinten 68 Prozent der Befragten, dass Israel einen Vernichtungskrieg gegen die Palästinenser führe. " Wäre es verwunderlich, wenn ausgerechnet deutsche Journalisten in diesem Punkt anderer Meinung wären?", fragte Hafner. Damit seien die Medienprofis noch keine Antisemiten, betonte der Grimme-Preis-Träger, doch es gebe beunruhigende Zeichen in der Berichterstattung. Die israelfreundliche Berichterstattung hätte sich nach den beiden Kriegen 1967 und 1973 verändert. " Blitzkrieg unterm Davidstern" so hat laut Hafner damals eine deutsche Zeitschrift getitelt. Oder das Beispiel Hamas: Feuere die palästinensische Terror-Organisation Raketen ab, sei etwa von " Nadelstichen gegen Israel" zu lesen, obwohl es Tote und Verletzte zu beklagen gebe. Die Journalisten seien im Nahost-Konflikt die Beschaffer von Bildern, die zu einer verzerrten Wahrnehmung führten. Eine Illustrierte habe zerstörte Häuser im Gazastreifen gezeigt, die durch Planierraupen der israelischen Armee plattgewalzt worden waren. Die Bildunterschrift " Nur Trümmer liegen dort, wo einst eine Reihe schmucker Häuser stand" habe jedoch unterschlagen, dass die palästinensische Autonomiebehörde auf der Zerstörung der Siedlung bestanden hatte. Der Grund: Die Bauwirtschaft sollte mit Neuaufträgen belebt werden. Werden solche Informationen bewusst oder unbewusstignoriert?, fragte Hafner. Eine endgültige Antwort fanden weder er noch die Zuhörer.
Die Zuhörer stellten nach Hafners Indizienkette kritische Fragen. So seien doch eher Beispiele für eine anti-israelische statt antijüdische Berichterstattung angeführt worden. Hafner dagegen betonte die weltweit einseitige Darstellung des Nahostkonflikts. " Antisemitismus äußere sich durch Anti-Israelismus", wenn etwa eine Karikatur den israelischen Ministerpräsidenten mit jüdischer Kopfbedeckung und Davidstern zeige.
Zudem: Das Wissen der Journalisten um die Geschichte des Konfliktes sei schlecht, oftmals fehle ihnen die Zeit, gründlich zu recherchieren, sagte Hafner. Antisemitismus verursacht durch hektische Arbeitsabläufe in den Redaktionen? Grundsätzlich verneinen wollte Hafner das nicht. Sein Appell an Kollegen und Leser: Die Berichte über den Nahost-Konflikt sollten stets kritisch überprüft werden

Bildtext: . Kritisiert oberflächliche Berichterstattung: Georg Hafner. Foto: Uwe Lewandowski
Autor:
steb


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