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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Bahn streicht den Nachtzug nach Paris
Zwischenüberschrift:
Rationalisierung vor dem Börsengang – Kritische Eisenbahner: Kunden gehen endgültig verloren
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Zum Fahrplanwechsel am 14. Dezember streicht die Deutsche Bahn AG eine Fernverbindung, die seit Jahrzehnten besteht und in der Region früher sehr beliebt war. Reisende können dann nicht mehr im Nachtzug direkt von Osnabrück nach Paris fahren.
Für den Wegfall seien wirtschaftliche Gründe ausschlaggebend, argumentiert DB-Sprecher Egbert Meyer-Lovis. Die nächtliche Verbindung von Hamburg nach Paris über Bremen, Osnabrück, Münster, Dortmund, Lüttich und Brüssel habe sich nicht mehr gerechnet.
Dass der Kundenzuspruch tatsächlich stark zurückgegangen sei, findet eine " Gruppe kritischer Eisenbahner" am Standort Hamburg nicht verwunderlich, denn das Unternehmen habe das Angebot vor einem Jahr deutlich verschlechtert. Die Fahrzeit hat sich um zwei Stunden verlängert, der Zug mit der Bezeichnung CNL (City Night Line) 236 fährt früher, Reisende aus Dänemark und Schweden können ihn in Hamburg nicht mehr erreichen.
Ein Nachtzugbegleiter, der wie eine Reihe von Kollegen um seinen Arbeitsplatz fürchtet und daher namentlich nicht genannt werden möchte, vermutet dahinter eine Methode der Bahn. Erst würden die serviceintensiven und daher ungeliebten Verbindungen verlangsamt, um sie dann im Zusammenhang mit dem Börsengang ganz einschlafen zu lassen. Das Unternehmen weist diesen Vorwurf zurück.
In Osnabrück war es über Jahrzehnte so, dass Reisende gegen 0.30 Uhr in die Schlaf- und Liegewagen einsteigen konnten, um achteinhalb Stunden später ausgeschlafen in der französischen Hauptstadt anzukommen. Jetzt fährt der CNL 236 täglich bereits um 22.31 Uhr ab und kommt in Paris nach 10 Stunden und 43 Minuten um 9.14 Uhr an. Zum Vergleich: Tagsüber sind Reisende mit den Schnellzügen ICE und Thalys lediglich siebeneinhalb Stunden unterwegs. In der nächtlichen Fahrzeit ist ein rund zweistündiger Rangieraufenthalt in Dortmund enthalten. Kurswagen Richtung Basel und Zürich werden ab-, Waggons eines Zuges aus Berlin angekoppelt. Mit der Direktverbindung nach Paris fällt ab dem 14. Dezember auch der Nachtzug von Osnabrück in die Schweiz weg. Gestrichen werden außerdem alle Wintersportzüge, die immer gut ausgelastet waren.
Nach dem Fahrplanwechsel gebe es für Osnabrücker eine Alternative, sagt DB-Sprecher Egbert Meyer-Lovis. Sie könnten dann zunächst nach Hannover fahren, um von dort im Nachtzug aus Berlin über Mannheim und Metz nach Paris zu reisen allerdings nur an vier Tagen pro Woche.
Für die kritischen Eisenbahner ist diese Ansage ein Witz. Sie gehen davon aus, dass für die Bahn weitere Kunden endgültig verloren gehen, die dann in aller Regel aufs Flugzeug umsteigen. Durch den Rationalisierungszwang werde nicht nur der Wind für die Beschäftigten schärfer. Auch die Fahrgäste hätten in vielen Fällen das Nachsehen, so das Fazit der Hamburger Gruppe. Der einst attraktive Nachtzug von Osnabrück nach Paris gehört jedenfalls der Vergangenheit an.

Bildtext: Um 22.31 Uhr fährt der Nachtzug nach Paris derzeit noch täglich vom Osnabrücker Hauptbahnhof ab. Manchmal steigt kaum ein Reisender zu. Die einst beliebte Fernverbindung ist vielen offenbar nicht mehr attraktiv genug. Foto: Hermann Pentermann
Autor:
jan


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