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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Aufbruchstimmung in der Neustadt
Zwischenüberschrift:
Das Haus am Rosenplatz – Ausstellung im Museum Industriekultur
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Traurige Bekanntheit erreichte das Gebäude am Rosenplatz 1 in jüngster Zeit durch seinen desolaten Zustand und den tödlichen Unfall eines Mieters. Doch einst galt das " Wohn- und Geschäftshaus Emil Krone" als modernes Vorzeigeobjekt.

Im Zweiten Weltkrieg zerstört, wie nahezu alle Gebäude rund um den Rosenplatz, folgte schon 1949 der etappenweise Wiederaufbau des Hauses Rosenplatz 1/ 2. Zunächst entstanden das Keller- und das Erdgeschoss. Die erste bis dritte Etage konnten ab 1955 genutzt werden, und nach einem umfangreichen Umbau im Jahr 1964 folgte die 4. Etage. In diesem Jahr wurden auch die auffälligen Balkon-Schirmdächer angebracht. Nach der Aufstockung hatte das Haus 50 Wohnungen.
Lebhaft haben sich die Bewohner 1961 beim Eigentümer Emil Krone beschwert, als dieser im Hinterhof eine Müllverbrennungsanlage betrieb, die viel Rauch und Gestank mit sich brachte.
In den 60er und 70er Jahren gehörte das Viertel um den Rosenplatz und die Johannisstraße zu den beliebten Einkaufsmeilen der Stadt. Auf der Fotografie, die Georg Bosselmann 1964 angefertigt hatte, ist noch die Leuchtreklame des Supermarktes Eklöh zu sehen, in dem bis 1966 Waren verkauft wurden. 1938 hatte der Kaufmann in Osnabrück den ersten Selbstbedienungsladen Deutschlands überhaupt eröffnet.
Auch die übrigen Schaufenster, die Werbung auf dem Dach und an der Fassade lassen auf ein pulsierendes Geschäftsleben im Gebäude schließen. Auf dem Dach wehte eine Deutschlandflagge, kleinere Fahnen auf dem Vordach im Erdgeschoss kündeten von Internationalität.
Heute wirkt das Haus verwahrlost. Hier stürzte im September 2005 ein 64-jähriger Mann in einen Fahrstuhlschacht und starb an den Folgen. Die Bauaufsichtsbehörde der Stadt stellte erhebliche Baumängel fest.
Die Stadt rügte den Hausbesitzer, ein in der Nähe von Berlin ansässiges Immobilienunternehmen, und forderte ihn auf, die Mängel beim Brandschutz und bei den Elektroinstallationen umgehend zu beseitigen. Doch der Eigentümer wehrte sich gegen die Verfügung. Mitte April entschied das Verwaltungsgericht Osnabrück, dass der Hausbesitzer einen baurechtlich einwandfreien Zustand herstellen muss.
Das heruntergekommene Eckhaus steht an städtebaulich empfindlicher Stelle. Die Sanierung würde laut Gutachten 4, 5 Millionen Euro kosten. Alle Versuche, die Sanierung mit Mitteln aus den Förderprogrammen voranzutreiben, scheiterten die Schuld daran wiesen sich Stadt und Hauseigentümer gegenseitig zu, inzwischen gibt es aber laut Presseamt versöhnlichere Gespräche.
Das Foto von 1964 ist Teil der Ausstellung " Es geht aufwärts", die am Sonntag, 19. Oktober, um 11 Uhr im Museum Industriekultur eröffnet wird. Bis zum 3. Mai zeigt sie Bilder, mit denen Georg Bosselmann die Geschichte Osnabrücks zwischen 1950 und 1970 festgehalten hat.

Bildtext: Fortschrittlich präsentierte sich das " Wohn- und Geschäftshaus Emil Krone" im Jahr 1965. Damals pulsierte am Rosenplatz 1 noch das Geschäftsleben, wie es Georg Bosselmann auf dieser Fotografie festhielt. Foto: Georg Bosselmann/ Museum Industriekultur

Heruntergekommen und verwahrlost: das Haus am Rosenplatz 1/ 2. Foto: Klaus Lindemann
Autor:
Marie-Luise Braun


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