User Online: 1 | Timeout: 18:35Uhr ⟳ | Ihre Anmerkungen | NUSO | Info | Auswahl | Ende | AAA  Mobil →
Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Datensätze des Ergebnis
Suche: Auswahl zeigen
Treffer:1
Sortierungen:
Anfang der Liste Ende der Liste
1. 
(Korrektur)Anmerkung zu einem Zeitungsartikel per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!)
Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Papa ärgern, das bringt immer Spaß
Zwischenüberschrift:
Ein g anz normaler Tag in einer Raubtierfamilie – Und wie Löwenvater Nakuru seine Rasselbande in den Griff bekommt
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Um 7.15 Uhr geht im Löwengehege die Sonne auf. Eine Zeitschalt- uhr knipst das Licht an und zeigt den Raubtieren, dass die Nachtruhe im Osnabrücker Zoo vorbei ist. Ein neuer Tag im Leben der modernen Großfamilie beginnt. Vor knapp sechs Monaten haben die drei Löweneltern ein halbes Dutzend Junge bekommen und die stellen ihren Alltag seitdem gehörig auf den Kopf.
Von Claudia Kolbeck
Osnabrück. Der Morgen beginnt verhältnismäßig gelassen. Anziehen für den Kindergarten und ein ordentliches Frühstück stehen um diese Zeit bei den Menschen auf dem Programm. Nicht so bei den Raubkatzen: Löwenvater Nakuru und die Löwendamen Shaba und Nyota genießen noch die Ruhe. Die Kinder spielen, bis es ins Außengehege geht. Frühstück gibt′s nicht.
Gegen 9.30 Uhr geht′s auf den Naturspielplatz das Außengehege. Zuvor hat Tierpfleger Thorsten Vaupel dafür gesorgt, dass den Löwenkindern tagsüber nicht langweilig wird. Ein Bungeeseil, an dem sie ziehen können, ein Tau, ein Jutesack oder ein Holzstück, das einen bestimmten Geruch hat: Derartiges Spielzeug legt der Pfleger abwechselnd aus. " Tagein, tagaus Mensch ärgere dich nicht′ spielen wäre ja auch langweilig", findet er.
Während die Löwen draußen das Gelände unsicher machen, räumt er drinnen die " Kinderzimmer" auf. Langeweile kommt unterdessen im Rudel nicht auf. Die Löwenkinder entdecken spielerisch die Welt und finden immer neue Beschäftigungen, " selbst ein Blatt wird schnell zum Abenteuer für sie", weiß Vaupel.
Papa Nakuru ist derweil froh, dass er noch ein wenig Ruhe hat. Denn: Wenn seinen Zöglingen langweilig wird, ärgern sie auch gern mal Papa, indem sie ihm beispielsweise an der Mähne ziehen. Das bringt immer viel Spaß. Der Anführer des Rudels steht mittlerweile über diesen Neckereien. Das war aber nicht immer so die Raubkatze ist keine Kinder gewöhnt. " Anfangs hat er geguckt wie ein Auto und wusste nicht damit umzugehen, wenn die Kleinen um ihn herumwuseln", so Vaupel. " Heute lässt er sich fast alles gefallen." Und wenn die Kinder ihm doch mal auf die Nerven gehen, wird einmal kräftig gebrüllt. Als Erziehungsmaßahme quasi.
In der Mittagszeit haben sich die Sprösslinge erst mal ausgetobt und dösen erschöpft vor sich hin. Die Ruhe währt allerdings nur kurz: Nach der Mittagspause geht′s wieder rund im Gehege. Bis zum Abendessen toben und spielen sie. Zwischendurch macht Nakuru auch mal einen Streifzug mit einem seiner Kinder über die Anlage. Immer begleitet von den begeisterten Blicken der Zoobesucher.
Je nach Wetterlage ist schließlich gegen 17 Uhr Essenszeit. Mehr als 30 Kilo Fleisch landen insgesamt bei den Löwen auf den Tellern. Schon nach wenigen Wochen beginnen die Jungkatzen, Fleisch zu fressen. Zwischendurch greifen sie auch noch auf die Muttermilch zurück. Da halten es die beiden Löwendamen unkompliziert: Beide säugen alle Löwenkinder.
Nun steht aber erst einmal die fleischige Mahlzeit auf dem Plan. Häppchenweise werden die Brocken im Gehege verteilt. Bevor es dann an die Raubtierfütterung geht, muss sich Papa Nakuru von seinen Sprösslingen verabschieden. Aus Sicherheitsgründen schläft und isst er in einer getrennten Box.
Nach dem Fressen geht′s dann ins Löwenbett. Vorher noch eine Katzenwäsche, Streicheleinheiten bei Mama und dann rund zwölf Stunden Nachtruhe. Weil die Löwen von Natur aus nicht auf tägliche Nahrungsaufnahme ausgerichtet sind, geht es manchmal auch ohne Essen ins Bett. Ansonsten würde irgendwann der Magen streiken. Und Tierarztbesuche mit Löwen gestalten sich ziemlich umständlich das zeigen schon die Maßnahmen gegen Kinderkrankheiten: Medikamente werden aus der Distanz auf die Tiere geschossen, weil das Fangen zu aufwendig wäre. Nun aber geht erst einmal ein weiterer Tag im Leben der Großfamilie zur Neige. Morgen gibt es wieder viel zu entdecken. Bildtext: Warum ist Löwenvater Nakuru so müde? Weil seine Kinder ihn ganz schön auf Trab halten. Seit knapp sechs Monaten tollt ein halbes Dutzend Löwenbabys durch das Gehege im Osnabrücker Zoo. Kein Wunder, dass da auch manchmal große Raubtiere eine Pause brauchen. Foto: Michael Hehmann.
Autor:
Claudia Kolbeck


Anfang der Liste Ende der Liste