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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Stein für Stein ein Haus für Waisenkinder
Zwischenüberschrift:
VfL-Spieler Ole Hengelbrock beteiligte sich vier Wochen lang an einem Hilfsprojekt in Ruanda
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Afrika war schon immer sein Traum. " Den meisten Menschen geht es dort schlecht", sagt Ole Hengelbrock. Vier Wochen hat der 20-jährige VfL-Spieler sein Training ruhen lassen. Bei einem Workcamp der Kolpingsfamilie in Ruanda entdeckte er seine handwerklichen Fähigkeiten.
Was Ole Hengelbrock fasziniert, ist die Lebensfreude, die die Afrikaner allen Widrigkeiten zum Trotz voranstellen. Zwischen Schulabschluss und Studium hat der Osnabrücker den Schwarzen Kontinent und seine Menschen hautnah kennengelernt.
In aller Welt pflegen die Kolpingsfamilien untereinander ein Netzwerk. In Workcamps (Arbeitscamps) arbeiten Jugendliche aus Deutschland ehrenamtlich in armen Regionen und unterstützen die Einheimischen.
Der junge Osnabrücker lebte zusammen mit sechs jungen Leuten aus Deutschland in der Kolpingsfamilie Nyumba in Ruanda. Zusammen mit zwei 15 und 17 Jahre alten Waisenkindern baute er ein Haus für die beiden Jungen auf. " Wir haben bei null angefangen", erzählt Ole. An der Baustelle galt es zunächst, die rote Erde des trocknen Bodens wegzuschaufeln. " Dabei haben wir die Grundfläche erstellt und zugleich das Material für unsere Steine bekommen." Denn die gab es in keinem Baumarkt zu kaufen. Selbst formen lautete die Devise. Die Erde wurde auf Sandhaufen angehäuft und mit Wasser vernässt. Dann wurde der angefeuchtete Sand in Steinformen gefüllt und vorsichtig und sauber herausgelassen.
" Ich dachte, ich kriege das nie hin", erinnert sich Ole an seine ersten Versuche. Doch nach einer Zeit habe er dank der eifrigen Tipps der beiden Jungs und ihrer helfenden Freunde den Dreh rausgehabt: Die Dosierung von Wasser und Sand und die Flutschbewegung aus der Form erforderten ein wenig Übung. " Gut, dass es da keine Hektik gibt", meint er jetzt rückblickend mit einem Schmunzeln. Die Jungs gaben ihm die Zeit, die er brauchte. " Nach einigen Tagen sagten sie sogar, ich sei ein guter Steinemacher", erzählt der junge Osnabrücker.
Als aus dem Sandberg ein in der Sonne getrockneter Steinberg geworden war, ging es ans Mauern. Doch keine Spur von westlicher Arbeitsmoral mit festen Zeiten und eingeplanten Pausen. " In Ruanda leben die Menschen anders", betont Ole und nennt einen Satz, den er an vielen Stellen treffend und gern wiederholt: " Es kommt nicht darauf an, was der Tag bringen wird, sondern wie wir damit umgehen." Ein Student aus der Kolpingsfamilie habe diese Worte gefunden.
Immer wieder gab es Abwechslung von der Arbeit. Zum Beispiel, wenn wieder mal ein Bananenball vorbeigeflogen kam, gefolgt von einer Kinderhorde, die mit ihrem Fußballkumpel aus Deutschland eine Runde kicken wollte. Für Ole bedeuteten diese Spielaufrufe keine Minute Bedenkzeit: Die Steine wurden weggelegt, die Hände abgeklopft, und das besondere Fußballspiel begann.
" Diese Kinderaugen beim Ballspielen zu sehen ist etwas Einzigartiges", schwärmt er. Fußball spielen, was für ihn beim VfL zum Alltag gehört, hat er in Afrika als Fest erlebt. " Die brauchen weder Flutlichter, Lederbälle oder Rasenheizung, um Spaß am Spiel zu haben." Im Hinblick auf hiesige Qualitätsstandards im Sport seien ihm die Augen geöffnet worden: Auf den " Fußballplätzen" in Ruanda würde man Kinder in Deutschland wohl nie ohne Bedenken spielen lassen: " Dass sich da noch keiner einen Bänderriss zugezogen hat, ist ein Wunder."
Und dennoch: Die Kinder feierten ihren " Fußball" mit selbst gestopften Bananenbällen und strahlten dabei mindestens so viel Zufriedenheit aus wie ihre Gleichaltrigen in Deutschland.
Dass diese Zufriedenheit jedoch noch steigerungsfähig ist, hat Ole selbst erlebt: " Als ich denen einen Satz VfL-Trikots und einen Lederball in die Hand gedrückt habe, sind sie völlig ausgerastet das war wie Ostern und Weihnachten auf einen Tag!"

Bildtext: Steine formen, trocknen lassen und daraus ein Haus bauen: Ole Hengelbrock lernte bei seinem Aufenthalt in Ruanda, wie es gemacht wird.
Die Freude war grenzenlos, als Ole Hengelbrock VfL-Trikots an die Kicker in dem ruandischen Dorf verteilte, in dem er vier Wochen lang arbeitete.
Autor:
Stefanie Hiekmann


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