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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Wann rollt der Ball in den Kasernen?
Zwischenüberschrift:
Turnhallen und Sportplätze stehen zum Verkauf
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Die Sportvereine üben eine neue Disziplin: eine Kombination aus Hindernis- und Orientierungslauf durch die deutschen Amtsstuben. Denn keiner weiß bislang, was mit den zum Teil hochwertigen Sportanlagen in den britischen Kasernen geschehen soll.
Die Stadt wirft der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) den Ball zu. Denn die Hallen und Sportplätze fallen nach Räumung der Kasernen dem Bund in den Schoß. " Wir wollen möglichst bald mit der Bima die Rahmenbedingungen durchsprechen", sagt Jörg Schirmbeck, Fachdienstleister Sport in der Verwaltung.
Die Bima passt den Ball direkt an die Stadt zurück. Sie will die Hallen und Plätze am liebsten verkaufen. " Es sei nicht Aufgabe der Bundesanstalt, Sportanlagen zum Zwecke der Vermietung an Sportvereine in ihrem Bestand zu halten", teilte Sonja Richter mit, die in der Bima-Hauptstelle in Magdeburg für Osnabrück zuständig ist. Auch die Sportanlagen unterlägen dem " Veräußerungsgebot". Sofern die Stadt die Sportanlagen erwerben möchte, werde die Bundesanstalt einen Verkauf " wohlwollend prüfen". Bis zu einer Entscheidung wäre die Bundesanstalt für eine Übergangszeit bereit, die Anlagen auf der Grundlage eines Nutzungsvertrages beispielsweise der Stadt oder dem Stadtsportbund zur Verfügung zu stellen.
Der Bima ist daran gelegen, einen Vertragspartner zu haben und nicht mit mehreren Vereinen verhandeln zu müssen. Der Stadtsportbund (SSB) stünde als Partner bereit, wie dessen Vorsitzender Wolfgang Wellmann sagt. Der Sportbund habe die Vereine auf die frei werdenden Hallen hingewiesen und zahlreiche Gespräche geführt, so Wellmann weiter. Es gebe zum Teil konkrete Pläne. Das Problem sind die Kosten. Wellmann sagt es deutlich: " Wir werden die Hallen nicht zum Nulltarif bekommen." Nach vorläufigen Schätzungen dürfte eine Hallenstunde in den Militäranlagen etwa 35 Euro kosten. Für die Vereine eine " utopisch hohe Summe", wie Wellmann sagt. Aktuell zahlen die Clubs zwischen zwei und elf Euro.
Der Teufel steckt im Detail. Die neuen Turnhallen in der Eversburger Kaserne und am Limberg sind für den Schulsport nicht geeignet. Sie stünden deshalb Vereinen oder kommerziellen Nutzern den ganzen Tag zur Verfügung. Aber was würde eine Hallenstunde kosten? Wie hoch sind die Betriebskosten? Wie werden Reinigung und Wartung gesichert? Wer hat die Schlüsselgewalt, wer öffnet möglichen Nutzern das Tor zur alten Kaserne, wie kann sichergestellt werden, dass nicht gleichzeitig Unbefugte das Areal betreten? Fragen über Fragen, die in den kommenden Wochen und Monaten zu beantworten sind.
" Keiner weiß etwas, das ist ein Trauerspiel", sagt Peter Abs, Geschäftsführer des Osnabrücker Sportclubs (OSC). Zurzeit bewegten sich alle Beteiligten in einem " Niemandsland". Der Großverein stünde " theoretisch" sofort bereit, die Halle in den Quebec Barracks in Eversburg zu übernehmen.
Der OSC hat bereits relativ klare Vorstellungen. Die Halle solle für Rollsport, Basketball und eventuell Handball genutzt werden, so Abs. Die Übernahme böte die Chance zur internen Neuordnung. Im Klartext: Der OSC könnte einzelnen Abteilungen Hallen zuweisen. Der Verein hat damit Erfahrung: Die alte Halle in Voxtrup, die sogar zum Abriss freigegeben werden sollte, dient heute dem OSC als Tanzsportzentrum.
Die sportliche Ertüchtigung spielt in der Armee eine große Rolle. Entsprechend großzügig wurden die Sportstätten dimensioniert allerdings auch auf die Bedürfnisse des Militärs zugeschnitten. Schulsport wäre nach Angaben der Sportverwaltung nicht möglich, weil die Hallen in Eversburg und in der Dodesheide die deutschen Normen nicht erfüllen. Die Handballfelder sind für Ligaspiele ein paar Zentimeter zu klein. Die Kunstrasenplätze in Eversburg und in der Dodesheide sind für Hockey geeignet aber kaum für Fußball, weil der Boden vor einem Spiel intensiv gewässert werden muss. Der vier bis fünf Fußballfelder große Rasen in Eversburg war kurz als VfL-Leistungszentrum im Gespräch. Fachleute winken aber ab. Rasen und Infrastruktur seien nicht profitauglich.
Einig sind sich Stadt, Bima, Stadtsportbund und die Vereine, dass die Sporthallen nicht lange leer stehen sollen. SSB-Chef Wellmann markiert das Ziel: " Wenn es gut läuft, beginnt am 1. November der Sportbetrieb in Eversburg."

Bildtext: Der Kunststoffbelag in der Kaserne am Limberg (Foto) und in Eversburg ist für Hockey gut geeignet, weniger aber für Fußball. Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) will die Sportanlagen am liebsten verkaufen. Foto: Elvira Parton
Die Turnhalle am Limberg verfügt über eine Kletterwand und ein Squashfeld.

Britische Sportanlagen im Überblick

Atter/ Eversburg
2 Sporthallen (eine neuwertig, eine alt),
Kunstrasen-Hockeyplatz mit Flutlicht, mehrere Rasenplätze,
Nachnutzung wird angestrebt.

Dodesheide
Sporthalle (neu) mit Kletterwand mit Squashhalle.
Kunstrasen-Hockeyplatz,
mehrere Rasenplätze.
Nachnutzung: Ja. Ziel ist ein Sportzentrum für umliegende Stadtteile und städtische Sportvereine, die Platz brauchen. Nebeneinander von Vereinen und kommerziellen Sportanbietern. (Finnenbahn, Nordic Walking, Jogging), Freiflächen für sonstige Aktivitäten (Stadtpark für Grillen, Frisbee, Erholung).

Westerberg
Sporthalle Prestatyn Barracks (alt, nicht nutzbar), Sportplatz Belfast Barracks
Nachnutzung: Kein Bedarf für Schul- oder Vereinssport.

Hafen/ Haste
2 Sporthallen (beide alt), Sportplatz mit Laufbahn (alt)
Nachnutzung: Nein, die Bausubstanz ist marode. Sportanlagen liegen ungünstig, keine direkte Anbindung an den Stadtteil Haste. Problematisch ist auch die Zufahrt.
Autor:
Wilfried Hinrichs


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