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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Mehr Gartenzäune im Britenviertel
Zwischenüberschrift:
Was sich ändert, wenn neue Eigentümer in die Wohnsiedlungen ziehen
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Die Trampoline sind verschwunden, die Satellitenschüsseln auch. Hier wohnt definitiv niemand mehr. Die Familien haben jenseits des Ärmelkanals ein neues Zuhause gefunden. In Osnabrück räumen die Briten ihre Wohnviertel. 2009 werden Hunderte von Häusern auf den Markt kommen.
Von Rainer Lahmann-Lammert
Osnabrück. In manchen Wohnblöcken brennt nur noch ein einsames Licht. Auch die meisten Doppel- und Reihenhäuser sind inzwischen leergeräumt. In ganzen Stadtvierteln ist es über Nacht gespenstisch ruhig geworden. Vor allem in der Dodesheide und am Sonnenhügel sorgen sich Anwohner, die leerstehenden Wohnblocks könnten sich zu Problemvierteln entwickeln.
Einige der Briten-Viertel scheinen sehr gefragt zu sein, vor allem die am Westerberg. Auch Offizierswohnungen am Sonnenhügel und in der Dodesheide scheinen hoch im Kurs zu stehen. Bei der Bundesanstalt für Immobilien (Bima) haben schon 850 Kaufwillige ihr Interesse bekundet.
Die Bausubstanz sei überwiegend in Ordnung, sagt Thomas Rolf, im Fachbereichs Städtebau zuständig für die Konversionsplanung. Allerdings müssten die Häuser modernen Ansprüchen angepasst werden. Für viele Familien, aber auch Singles und Paare bestehe die Chance, preiswert Wohneigentum zu erwerben und gleich einzuziehen. Das Renovieren könne dann peu à peu geschehen, auch in Eigenarbeit.
Die Stadt hat sechs Bebauungspläne auf den Weg gebracht, um die Entwicklung in den ehemals britischen Quartieren zu steuern. Neues Leben soll in die Siedlungen einziehen, sozialverträglich und mit hoher Wohnqualität. " Innen wird sich am meistenändern", sagt Franz Schürings, der Leiter des Fachbereichs Städtebau. Den Planern ist klar, dass die standardisierten Grundrisse verändert werden müssen, wenn aus Soldatenwohnungen Einfamilienhäuser werden. Bäder, Heizungen, Fenster und Türen müssten erneuert werden, am besten sollte auch gleich eine wirksame Wärmedämmung eingebaut werden. In den Bebauungsplänen wird voraussichtlich auch festgelegt, ob Anbauten, Wintergärten und erhöhte Dächer zulässig sind. Das Wohngebiet an der Wilhelm-Busch-Straße steht zum Beispiel unter Denkmalschutz, so dass Veränderungen am äußeren Erscheinungsbild reglementiert sind.
Ganz anders werden in Zukunft wohl die Gärten aussehen. Bislang wurden sie häufig zusammenhängend gepflegt, in Zukunft werden sie wohl eher nach deutschem Brauch mit Gartenzäunen unterteilt und ihr einheitliches Erscheinungsbild verlieren.
Nach Einschätzung der Stadtplaner wird es künftig auch mehr Autos in den ehemals britischen Wohnstraßen geben. Das bedeutet mehr Parkplätze und größere Wendehämmer. Sammelgaragen sollen nach Möglichkeit verschwinden, stattdessen will die Stadt verfügen, dass die Autos dezentral auf den jeweiligen Grundstücken abgestellt werden.
Zu den Überlegungen der Stadt gehört es auch, einzelne Wohnblocks abzureißen, die nicht den heutigen Ansprüchen genügen. Stadtplaner Thomas Rolf nennt in diesem Zusammenhang die dreigeschossigen Häuser am Fasanenweg. An ihrer Stelle könnten zum Beispiel Einfamilienhäuser entstehen, lautet die Überlegung.
Dreh- und Angelpunkt solcher Gedankenspiele ist aber die Frage, wie und wann die Wohnungen privatisiert werden. Bei der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) ist jetzt eine Entscheidung gefallen. Die Wohnobjekte in der Dodesheide sollen einzeln verkauft werden, teilte Bima-Managerin Sonja Richter gestern mit, vorzugsweise an junge Familien.
In den anderen Wohngebieten Sonnenhügel und Westerberg will die Bima " mittelgroße bis große Pakete" mit jeweils mindestens 100 Wohnungen schnüren und sie dann auf den Markt bringen. Das Ganze solle zeitnah geschehen, kündigt Sonja Richter an, es werde aber sicherlich 2009 werden.

Bildtext: Nicht mehr lange wird dieser Briefkasten am Vogelsang stehen. Die ehemals britischen Viertel werden sich gravierend verändern. Fotos: Gert Westdörp / Abreißen und Einfamilienhäuser bauen: Das ist eine Option für den Fasanenweg.
Autor:
Rainer Lahmann-Lammert


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