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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Künftig doch wieder Bestattungen auf historischen Friedhöfen?
Zwischenüberschrift:
Arbeitskreis fordert ein Nachdenken über die Zukunft von Hase- und Johannisfriedhof
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Vor 200 Jahren wurden mit dem Hasefriedhof im Norden und dem Johannisfriedhof im Süden die ersten beiden städtischen Friedhöfe Osnabrücks eröffnet. Mittlerweile sind sie geschlossen. Jetzt werden Stimmen laut, wieder Bestattungen zuzulassen.
Auch wenn keine Bestattungen mehr stattfinden: " Ein Friedhof ist mehr als eine Grünanlage", sagt Wolfgang Griesert, Vorstand für Städtebau, Grün und Umwelt, " und um die Geschichte der Friedhöfe angemessen bewahren zu können, brauchen wir auch das Engagement der Bürgerschaft."
Dieses Engagement gibt es seit drei Jahren sogar in Form eines Vereins: 80 Mitglieder zählt der Förderkreis Hasefriedhof/ Johannisfriedhof, der Gelder zur Restaurierung der historischen Grabdenkmäler und Kapellen sammelt, Führungen organisiert und auch Grünpflege betreibt. " Es wäre wünschenswert, wenn Bestattungen wieder möglich wären, wenigstens teilweise", sagt der Vorsitzende des Förderkreises, Matthias Rinn.
Aus Sicht von Garten- und Landschaftsarchitekt Jens Beck wären Bestattungen eine gute Maßnahme, um die Friedhöfe vor dem Verfall zu bewahren. " Wir kennen abschreckende Beispiele aus Hannover, wo auf aufgelassenen Friedhöfen die Grabsteine abgeräumt und die dazugehörenden Gehölze gefällt worden sind." Die Folge: große und monotone Rasenflächen, die auch keine Besucher mehr anziehen. " Wenn eine solche Verarmung eingesetzt hat", so Beck, " ist es meist nicht mehr möglich, den Rest zu halten."
Sowohl auf dem Johannis- als auch auf dem Hasefriedhof hat Beck bereits Tendenzen dieser Verarmung beobachtet: So seien beispielsweise in der Abteilung 6 des Hasefriedhofs schon große Rasenflächen entstanden.
Dabei sind die beiden Friedhöfe aus seiner Sicht etwas ganz Besonderes. " 90 Prozent der Gehölze sind nicht gezielt angepflanzt worden, sondern aus den Grabbepflanzungen entstanden. Dass dabei ein teilweise geradezu klassisches Gesamtbild von Gehölzen entstanden ist, kenne ich von anderen Friedhöfen überhaupt nicht."
Doch wenn absterbende Gehölze nicht ersetzt und aus Grabkapellendächern sprießende Birken nicht entfernt werden, kann die historische Pracht schnell verschwinden. Mit der Vergabe von Grabpatenschaften und der Möglichkeit, auch neue Bestattungsformen auf den Friedhöfen zuzulassen, sieht der Landschaftsarchitekt eine Möglichkeit, den Verfall zu stoppen eine auch aus kunsthistorischer Sicht notwendige Maßnahme, wie Antje Busch-Sperveslage von der Universität Osnabrück meint. " Diese Friedhöfe sind ein wichtiger Aspekt, um Stadtgeschichte unmittelbar erlebbar zu machen. Ihnen muss derselbe Denkmalswert zugestanden werden, wie den anderen Baudenkmälern der Stadt", so die Kunsthistorikerin. Zumindest Bürgermeister Burkhard Jasper nannte die Absicht, Bestattungen wieder zuzulassen, " sehr sinnvoll".
Autor:
klu


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