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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Eine Brücke ins Nichts
Zwischenüberschrift:
Stehen Autofahrer demnächst nach Kanalüberquerung vor der gesperrten Römerbrücke?
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Es riecht nach Schildbürgerstreich: Geht es nach dem letzten Beschluss des Stadtentwicklungsausschusses, sollen Kraftfahrzeuge die sogenannte Römerbrücke zwischen Pye und Eversburg nicht mehr überqueren dürfen. Die Brücke ist marode, aber Ersatz ist der Stadt zu teuer. Die Folge wäre: Die noch im Bau befindliche neue Kanalbrücke 79, die westlich des Wassersportzentrums den Kanal überspannen soll, endete von Pye aus in einer Sackgasse.
Und die gesamte im Verkehrsentwicklungsplan einmal für diesen Stadtbereich beschlossene Verkehrsführung wäre über den Haufen geworfen. Die von Norden und Westen über Stollenbach und To Pye kommenden Autos müssten durch den verkehrsberuhigten Süberweg bis zum Piesberger Gesellschaftshaus und dann über die Glückaufstraße Richtung Innenstadt fahren. Übrigens über die Glückaufstraßenbrücke, die aufgrund der bisherigen Verkehrsplanung nur einspurig ausgebaut ist.
In Pye und Eversburg sind die Leute sauer. Inzwischen hat sich eine " Initiative Römerbrücke" gegründet. Dazu gehören der Runde Tisch und der Bürgerverein Eversburg, das Piesberger Gesellschaftshaus und die Pyer und Eversburger Kirchengemeinden. Sie alle fordern die einmal geplante Ersatzbrücke über den alten Hasearm, die neben der erhaltenswerten Römerbrücke entstehen sollte.
Dass der Stadtentwicklungsausschuss davon derzeit nichts wissen will, liegt daran, dass die neue Brücke aus ökologischen Gründen deutlich länger werden müsste als ursprünglich geplant. Und das würde das ganze Projekt um rund 500 000 Euro verteuern.
Dass die Initiative den Bau dennoch für nötig hält, hat sie dem Stadtentwicklungsausschuss vor der jüngsten Sitzung mitgeteilt. Ein Sprecher der Initiative, das ehemalige Pyer Ortsratsmitglied Heinrich Halbrügge: " Wir haben bisher aber vom Stadtentwicklungsausschuss noch keine Rückmeldung erhalten." Am 7. Oktober, 17 Uhr, wollen die Bürger deshalb noch einmal zwischen Kanal und Römerbrücke einen demonstrativen Ortstermin abhalten.
Ratsvorsitzender Josef Thöle, ehemaliger Pyer Ortsbürgermeister, hat Verständnis für das Anliegen der Bürger: " Das muss im nächsten Stadtentwicklungsausschuss auf die Tagesordnung." Die Verwaltung arbeite an einem Vorschlag, damit zumindest Pkw-Verkehr über die Römerbrücke rollen könne. Allerdings, so Thöle, daure es auch noch ein gutes Jahr, bis die Kanalbrücke fertig ist.
Was die Pkw auf der Römerbrücke angeht, ist Franz Schürings, Leiter des Fachbereichs Städtebau, nicht ganz so optimistisch wie Thöle. " Eine Beschilderung allein reicht da nicht", sagt Schürings, das habe sich dort schon früher gezeigt.

Bildtext: Entlastung für die Römerbrücke, dafür setzt sich eine Initiative aus Pye und Eversburg ein. Heinrich Halbrügge, einer der Sprecher der Gruppe, kritisiert den Beschluss der Politik, dafür kein Geld lockerzumachen. Foto: Egmont Seiler

Kommentar: von Michael Schwager

Am falschen Ende gespart

Sparen in öffentlichen Haushalten ist das Gebot der Stunde, aber wer eine für Millionen Euro an Steuergeldern gebaute Kanalbrücke als Sackgasse in der Haseaue enden lässt, spart am falschen Platz.
Sicher die Bestrebungen der Stadt, die neue Kanalbrücke so auszulegen, dass sie auch schwere Fahrzeuge überqueren können, stammt aus fetteren Jahren. Damals konnte man wohl nicht ahnen, wie es heute um die städtische Kasse bestellt sein würde.
Aber es geht ja nicht nur um die Römerbrücke, sondern um das Verkehrskonzept, in dem die Überquerung eine wichtige Funktion hat. Deshalb ist der Beschluss, die Römerbrücke nur noch für Fußgänger und Radler offen zu halten, nicht haltbar. Der Ärger der Bürger ist verständlich.
Autor:
swa


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