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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Viel zu schnell aufs Abstellgleis
Zwischenüberschrift:
Diskussion: Kinder aus Zuwandererfamilien werden durch das Schulsystem benachteiligt
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Viel Gesprächsstoff unter Lehrern und Pädagogen bot jetzt der Vortag " Benachteiligt und beschämt Migranten im deutschen Schulsystem", den der Verein zur pädagogischen Arbeit mit Kindern aus Zuwandererfamilien (VPAK) zusammen mit der Regionalen Arbeitsstelle zur Förderung von Kindern und Jugendlichen aus Zuwandererfamilien (RAZ) der Stadt Osnabrück organisiert hatte.
Referentin des Abends aus Anlass der " Wochen der Kulturen" war Bildungsjournalistin Brigitte Schumann. Die ehemalige Lehrerin und Bildungspolitikerin des Landtags Nordrhein-Westfalen hatte 2006 in ihrer Studie das Selbstbildnis von Kindern an sogenannten Förderschulen untersucht und damit unter anderem einen wichtigen Gegenstand für das gestiegene Gewaltpotenzial von Jugendlichen mit Migrationshintergrund geliefert. Anhand von Interviews mit betroffenen Kindern und Eltern konnte sie feststellen, dass Schüler häufig nicht wegen ihres Bildungsgrades, sondern infolge ihres niedrigen Sozialstatus den Weg in die Sonderschule fanden. Dabei ist die Gruppe von Migrantenkindern, bei denen 68 Prozent direkt von Armut betroffen sind, besonders hoch.
Förderung fehlt
" Diesen Kindern fehlt es an individueller Förderung, sie stehen auf dem Abstellgleis", befand Schumann. Anders als in nordischen Ländern hätten Kinder mittelloser Migrantenfamilien im dreigliedrigen deutschen Schulsystem von vornherein keine Chance auf Bildung. Es zeigte sich zudem, dass sich das Gros der Befragten schämte, eine Förderschule zu besuchen, einige in ihrem privaten Umfeld sogar eine andere Schulform angaben, um sich keinem Spott aussetzen zu müssen. " Wenn leistungsorientierte Förderprogramme fehlen, suchen sich die Schüler falsche Wege, um sich zu beweisen. Sie geraten in Konflikt mit gesellschaftlichen Normen", berichtete die Pädagogin weiter von ihren Erfahrungen. Schumann forderte Chancengleichheit durch eine einheitliche Schulform. Deutschland sei von dieser notwendigen Entwicklung noch weit entfernt.
Auch Christa Röber, erste Vorsitzende des VPAK Osnabrück, sieht großen Handlungsbedarf: " Es wird Zeit, aktiv zu werden, effektive Förderprogramme zu entwickeln. PISA und ähnliche Tests sind der falsche Weg. Hier kann es nur Verlierer geben, deren Selbstwertgefühl schwindet." Die anwesenden Osnabrücker Lehrerinnen und Lehrer konnten die Ergebnisse der Rednerin in vielen Punkten unterstreichen und von nicht wenigen potenziellen Gymnasiasten unter ihren Haupt- oder Realschülern berichten.
Autor:
chh


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