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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
"Früher waren wir die Ökos"
Zwischenüberschrift:
Michael Lutz hat zu 100 Prozent auf erneuerbare Energien umgestellt
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Hasbergen. Anfang der 90er Jahre noch wurden Menschen wie Michael Lutz als Spinner belächelt. Mittlerweile dürfte denen, die damals munter gefeixt haben, der Spott im Halse stecken bleiben. Wer wie Lutz auf erneuerbare Energien setzt, ist mittlerweile klar auf der Sonnenseite des Lebens im wahrsten Sinne des Wortes.
Von Dietmar Kröger
Hasbergen. " Früher waren wir die Ökos", erinnert sich Lutz an Zeiten, als seine Ideale noch als Unnütz abgetan wurden. Das hat sich wenn auch noch nicht zu 100 Prozent in den vergangenen Jahren zumindest doch deutlich verändert. Ein Großteil der Hausbesitzer dürfte anerkennend zur Kenntnis nehmen, dass es Lutz geschafft hat, die Energieversorgung seines Wohnhauses vor allem durch Nutzung der Sonnenenergie für Strom und Wasser zu 100 Prozent auf erneuerbare Energien umzustellen Damit wirtschaftet er nicht nur umweltfreundlich, sondern auch wesentlich billiger als mit herkömmlichen Energieträgern. Und das auch noch, wenn man die in der Regel die höheren Anschaffungskosten einbezieht.
Den letzten Schritt zu diesem bemerkenswerten Deckungsgrad erreichte Lutz durch den Einbau einer Pelletheizung. Etwa zwei Tonnen dieser kleinen Holzstückchen sorgen nun im Winter für behagliche Wärme in dem 1954 von Lutz′ Großvater gebauten Haus.
Dabei habe er das Optimum noch nicht erreicht, meint Lutz. Lange hat er nach einer Möglichkeit gesucht, den neuen Heizkessel mit einem Stirlingmotor zu kombinieren, der aus der Wärme der Heizung zeitgleich auch noch Strom produziert. Damit wäre er einer stromtechnischen Insellösung für sein Haus einen Schritt nähergekommen, denn Photovoltaik nutzt Lutz schon seit 1995. Seinerzeit war er der erste Hasberger, der mit einer solchen Anlage die Energie der Sonne anzapfte und dann den gewonnenen Strom ins Netz einspeiste. Im Laufe der Jahre erhöhte er die anfänglich 1, 2 Kilowatt Leistung schrittweise auf 4, 3 Kilowatt.
Durch entsprechende Regeltechnik ließe sich Solarstrom auch direkt in die Hausversorgung einspeisen. Die Problemstellung hier ist unter anderem, dass die Batterien konstant mit Strom versorgt werden müssen. Sprich eine Lösung für die Wintermonate muss her, wenn die Photovoltaik nicht so leistungsstark ist. An dieser Stelle kommt der schon erwähnte Stirlingmotor ins Spiel. " Die Heizung läuft in der kalten Jahreszeit ja sowieso", meint Lutz. Im Moment aber sind solche Anlagen noch nicht wirklich serienreif und dementsprechend kaum zu finanzieren.
" Das alles nutzt aber nur bedingt ohne eine energetische Sanierung des Hauses", sagt Lutz. Also ließ er vor drei Jahren die Handwerker kommen, Dach und Außenhaut dämmen sowie neue Fenster einbauen. Mit dieser Maßnahme sank der Heizölverbrauch von 2400 Litern auf 1000 Liter. Mit der jetzt eingebauten Pelletheizung wird er die Heizkosten noch einmal halbieren können.
Hinzu kommt die positive Ökobilanz, die Lutz jetzt aufzuweisen hat. " Den durchschnittlichen CO2 - Ausstoß eines Bundesbürgers von zehn Tonnen pro Jahr dürfte ich wohl deutlich unterschreiten", ist er sich sicher. Das ist sehr wahrscheinlich, denn selbst beim Autofahren verlässt er sich auf Solarenergie: In der Garage steht ein Elektromobil. Das Wägelchen hat schon fast nostalgischen Wert, denn es war 1991 sozusagen der Einstieg in das Thema Solarenergie.
Damals wurde noch über Lutz gelächelt. Das hat sich erledigt.

Bildtext: Schön wäre es, wenn die Pellets, mit denen Michael Lutz seine Heizung betreibt, mittels eines Stirlingmotors (im Modell unten am Trichter) auch noch Strom produzieren könnten. Fotos: Gert Westdörp
Photovoltaik und Warmwasseraufbereitung auf dem Dach bleibt nur noch wenig Platz.
Autor:
Dietmar Kröger


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