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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Schotte kann jeder werden
Zwischenüberschrift:
Musik, Kultur, Theater: Hier begegnen sich Deutsche und Briten auch in Zukunft
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Mit 3500 Euro und etwas Geduld kann jeder ein Schotte werden: Drei Jahre dauert es, um Dudelsack spielen zu lernen. Und das Geld ist für die Ausrüstung samt Kilt und Dolch im Kniestrumpf erforderlich. Denn immerhin: " Drei Viertel der Mitspieler sind mittlerweile Deutsche", sagt John Lindie über seine Kapelle der " Pipes and Drums" der Royal British Legion in Osnabrück.
Die British Legion wurde einmal gegründet, um die Veteranen des Ersten Weltkriegs zu unterstützen. Auch heute noch sind soziale Hilfe und Beratung für Soldatenfamilien und Hinterbliebene ein Hauptzweck neben Geselligkeit und sozialen Kontakten. " Mitglied kann jeder werden", erläutert der Vorsitzende John Lindie, " wenn er nur unsere Ziele unterstützt."
Und so kommt es, dass unter den 28 Mitgliedern der Kapelle mittlerweile über 20 Deutsche sind. Jeden Sonntagvormittag üben die Pfeiffer und Trommler im neuen Vereinsheim an der Berghoffstraße. Dann schallen " Scotland the Brave" und" Amazing Grace" den Westerberg hinauf und die Spaziergänger auf dem Kammweg können sich in die Highlands träumen.
Welche Zukunft haben diese britischen Traditionen in der Hasestadt? Die Dudelsackkapelle von John Lindie wird auch weiterhin am jetzt " Musikstreife" genannten Militärkonzert in der Stadthalle beteiligt sein und britisches Flair verbreiten.
Der Pflege britischer Kultur hat sich auch eine andere Vereinigung verschrieben: BRIDFAS, die British Decorative and Fine Arts Society, bietet seit über zehn Jahren einmal im Monat einen Vortrag (immer in englischer Sprache) zu Themen aus Kunst und Kultur an: Man treffe hier " Leute derselben Wellenlänge und hört interessante Vorträge", sagt Vorstandsmitglied Rosemarie Weber. Mittlerweile sind der überwiegende Teil der eingetragenen Mitglieder schon Deutsche.
Das war zu Zeiten der florierenden Garnison und angesichts der Tatsache, dass traditionell die Ehefrau des Brigadiers dem Kunst-Club vorsteht, wohl mal anders: Aus " Karrieregründen" habe es für die Ehefrauen der jungen Offiziere zum guten Ton gehört, Vorträgen über englische Porträtmalerei oder Perlenschmuck als königliches Vorrecht zu lauschen.
Auch eine englischsprachige Schauspiel-Gruppe wird weiterhin existieren. Major Tim Crawshaw, der bisher erster Vorsitzender der Osnabrück Amateur Dramatic Society war, übergab im Sommer die Regie an Simone Israel, Fachbereichsleiterin Fremdsprachen bei der VHS. Sie ist froh, dass einige der bisherigen Theater-Aktivisten in der Crew bleiben.
Aktuell arbeitet die Truppe an einer Dracula-Parodie in englischer Sprache, wobei Schauspieler und Regie sich auf ein neues Publikum einstellen müssen: " Die Deutschen lachen mit Verspätung", sagt Simone Israel.
Als Aufführungsort wird zwar das Haus der Jugend fungieren und nicht mehr das Globe-Cinema. " Aber wir wollen ein wenig britisches Erbe in der Stadt bewahren", so verspricht Gordon Guest.

Bildtext: Kilt, Dudelsack und Bärenfellmütze: Wenn die Pipes and Drums der Royal British Legion aufspielen, wie hier beim Musikfestival auf Schloss Bruche, ist der Band seit Jahren die Sympathie des Publikums gewiss. Foto: Egmont Seiler / Englisches Amateurtheater spielt auch zukünftig die Gruppe um Simone Israel (Mitte) an der Volkshochschule. Foto: Parton
Autor:
Frank Henrichvark


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