User Online: 1 | Timeout: 05:16Uhr ⟳ | Ihre Anmerkungen | NUSO | Info | Auswahl | Ende | AAA  Mobil →
Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Datensätze des Ergebnis
Suche: Auswahl zeigen
Treffer:1
Sortierungen:
Anfang der Liste Ende der Liste
1. 
(Korrektur)Anmerkung zu einem Zeitungsartikel per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!)
Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Remarque im Doppeldecker
Zwischenüberschrift:
Schüler lesen bei Stadtrundfahrt "Im Westen nichts Neues"
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Remarque ist allgegenwärtig in der Friedensstadt. Davon konnten sich die Teilnehmer einer " rollenden" Lesung am Samstag mit Augen und Ohren überzeugen: Ein Doppeldeckerbus, der noch bis 1989 im Lübecker Linienverkehr im Einsatz war, steuerte in einer 90-minütigen Tour biografische Stationen des vor 110 Jahren in Osnabrück geborenen Schriftstellers an.
Die Michaeliskapelle auf dem Gertrudenberg, wo der Autor als Organist gearbeitet hatte, der Weinhof Hoberg in der Johannisstraße, wo er als zwischenzeitlicher Rückkehrer in die Stadt eine Unterkunft fand oder die verschiedenen Wohnhäuser der Familie Remarque in der Jahnstraße nur einige der vielen Lebensstationen, die zu Haltestellen wurden.
Zum Innehalten angehalten wurden die Mitreisenden beim Hören von Passagen des wohl berühmtesten Werkes von Remarque: des 1929 veröffentlichten Romans " Im Westen nichts Neues". Der Vortrag durch Schülerinnen und Schüler der Berufsbildenden Schulen am Pottgraben war zwar zuweilen ähnlich holprig wie die Fahrt über altes Kopfsteinpflaster. Das tat aber der eindringlichen Wirkung keinen Abbruch: Aktueller denn je erschien Remarques Hinweis, dass es nicht Menschen sind, die sich bekriegen, sondern Staaten.
Die vorgetragenen Passagen wurden von den Schülern selbst ausgewählt, berichtete ihre Deutschlehrerin Esther Lauer. Allerdings nicht auf Grundlage des Textes, sondern anhand seiner Erstverfilmung aus dem Jahr 1930. Die örtlichen Bezüge zum Roman fanden sich weniger in den gelesenen Textstellen als in den Erläuterungen zu den einzelnen Haltestationen. Etwa die Caprivi-Kaserne, wo Remarque 1916 zum Militär einberufen worden war, das ehemalige Bordell an der Rehmstraße, wo die " Mannbarmachung" vor dem Fronteinsatz stattfand, oder der Pappelgraben, wo der junge Remarque Kaulquappen gefangen hat.
Eine unfreiwillige akustische Untermalung erhielt die mobile Veranstaltung immer dann, wenn sich der Lautsprecher in der oberen Fahrgastetage bei technischen Aussetzern anhörte wie eine Feuersalve oder das Röcheln des gerade beschriebenen sterbenden Soldaten.
Als dann auch noch das Mikrofon ausfiel, bewiesen die Schüler aber Improvisationstalent, indem sie die Lesung kurzerhand zu den Zuhörern ins Oberdeck verlagerten. Technisch zwar " unverstärkt", aber mit einem starken menschlichen Eindruck. Das hätte sicher auch Remarque gefallen, dem großen Humanisten und Pazifisten aus der Friedensstadt.
Zum letzten Mal findet die außergewöhnliche Busrundfahrt zu Remarque-Orten mit Lesung am kommenden Samstag, dem 27. September, statt. Der Treffpunkt ist die Haltestelle " Cinema-Arthouse" (Richtung Hasetor), um 11.30 Uhr.

Bildtext: Auf Remarques Spuren: Eine Stadtrundfährt führte zu Lebensstationen des bekannten Autors. Nebenbei lasen Schüler Passagen aus " Im Westen nichts Neues". Foto: Jörn Martens
Autor:
mali


Anfang der Liste Ende der Liste