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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Immer mehr Vögel zieht es in die Stadt
Zwischenüberschrift:
Ornithologen suchen nach Erklärungen
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Vogelmännchen in der Stadt singen lauter, um den Verkehrslärm zu übertönen. Das haben die niedersächsischen Vogelkundler beobachtet, die sich am Wochenende zu ihrer Jahrestagung in Osnabrück trafen. Sie werten das Phänomen als eine Anpassung an ihre veränderte Umwelt.
Im Zentrum für Umweltkommunikation (ZUK) der Deutschen Bundesstiftung Umwelt gingen die Mitglieder der Niedersächsischen Ornithologischen Vereinigung (NOV) der Frage nach, wie sich Stadtvögel in ihrem Bestand entwickeln.
Nach dem Prinzip der Evolution " Versuch und Irrtum" weichen immer mehr Vögel in die Städte aus. Selbst Habicht oder Graureiher, die man sonst nur in freier Natur zu sehen bekomme, tauchten immer häufiger in dicht besiedelten Räumen auf. Sie versuchten, ihr Überleben in dem zunächst üppiger erscheinenden Nahrungsangebot zu sichern, erklärt Dr. Einhard Bezzel. Dies werde überall dort beobachtet, wo das Umland intensiv landwirtschaftlich genutzt werde, auch in Osnabrück.
Ob diese Anpassung schließlich gelingt, sei noch nicht erforscht. Die Ornithologen sehen auch Nachteile für die Vögel im Lebensraum Stadt. So gebe es weniger Stätten zur ruhigen Aufzucht der Brut. Fraglich sei auch, ob das Weibchen den Gesang des Männchens überhaupt höre, wenn das so laut gegen den Verkehr ansingen müsse.
Dr. Gerhard Kooiker, Osnabrücker Ornithologe und Mitorganisator der Jahrestagung, erklärt diese Landflucht der Vögel damit, dass es immer größere Monokulturen gebe wie riesige Mais- oder Rapsfelder. Auf diesen Feldern sei das Nahrungsangebot für Vögel, wie zum Beispiel die Rabenkrähe oder die Elster, zu spärlich.
Trotz dieser Anpassung der Tiere würden die typischen städtischen Vogelarten wie Amsel, Meisen, Finken und Rotkehlchen immer weniger, bedauert Kooiker. Altbauten würden modernisiert, und Hühner- oder Kaninchenställe zur Kleintierhaltung verschwänden immer mehr. Das führe dazu, dass die Zahl der an Gebäuden brütenden Arten wie Haussperling, Taube, Schwalbe oder auch die Bachstelze abnehme.

Bildtext: Der Haussperling, früher ein Allerweltsvogel, findet nur noch mit Mühe einen Lebensraum. Zugleich drängt es selbst Graureiher und Habichte in die Stadt. Foto: ddp
Autor:
bba


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