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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Für eine Arena mit 7500 Sitzplätzen
Zwischenüberschrift:
Studie: Stadt müsste jährlich 2,2 Millionen Euro Zuschuss zahlen
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Die Empfehlung der Gutachter ist eindeutig: Osnabrück sollte den Bau einer multifunktionalen Arena für Sport, Konzerte und Tagungen in Angriff nehmen und die Stadthalle aufgeben.
hin Osnabrück. Die Kernaussage: Die Kosten für den Bau einer Halle werden auf 28, 75 Millionen Euro taxiert. Der Betrieb wäre ohne einen jährlichen Zuschuss der öffentlichen Hand nicht möglich. Die Experten kalkulieren den Zuschuss auf 2, 2 Millionen Euro pro Jahr. Der Betrieb der Osnabrückhalle kostet die Stadt jährlich 1, 55 Millionen Euro.
Das Konzept: Die Machbarkeitsstudie hat vier Varianten untersucht: erstens, einen Neubau für Sport und große Konzerte mit mehr als 4000 Besuchern, zweitens, den Neubau einer Halle für Sport, Konzerte und Tagungen, drittens, einen Neubau für Konzerte und Tagungen, aber ohne Sport, viertens, der Verzicht auf einen Neubau und die Investition in die Stadthalle. Die Gutachter kommen zu dem Schluss, dass nur die Variante zwei infrage kommt: eine multifunktionale Halle für große Sportereignisse wie Basketball, Handball und Reiten, für Shows, Konzerte, Tagungen, Bälle und Firmenveranstaltungen.
Bundesliga-Sport: Das Management des Basketball-Bundesligisten Artland Dragons in Quakenbrück hat Interesse signalisiert, die Spitzenspiele in einer Osnabrücker Arena auszutragen. Das wären die Topspiele in der Liga, alle Play-offs und Europapokalbegegnungen. Der Umzug würde die Fans in Quakenbrück hart treffen, aber neue Dragons-Anhänger in Osnabrück gewinnen. Schon heute kommen 32 Prozent der Dragons-Besucher aus Osnabrück. Die Gutachter gehen von etwa 20 Spielen in einem Jahr aus, die knapp 80 000 Zuschauer in die Halle locken. Das wäre knapp ein Viertel der angestrebten jährlichen Besucherzahl von 311 000. Auch Handball-Bundesligist HSG Nordhorn war geneigt, seine Premiumspiele in eine neue Osnabrücker Arena zu verlegen. Entsprechende Zusagen soll es gegeben haben, sind aber seit heute nichts mehr wert. Die finanziell klammen Nordhorner zieht es zu neuen Geldgebern nach Lingen, wo die Emslandhallen für 19 Millionen Euro auf 6000 Sitzplätze erweitert werden sollen (Bericht im Sport, Seite 14).
Der Geschäftsplan: Der Spitzensport spielt als Ankernutzer eine wichtige Rolle in der Kalkulation, ist aber schwer berechenbar. Würden die Artland Dragons, die HSG Nordhorn und die Basketballzweitligisten " P4Two Ballers" aus Osnabrück Dauermieter, könnte die Halle laut Gutachten einen Überschuss von 310 000 Euro erwirtschaften. Fehlt der erstklassige Sport-Mieter, gehen dem Betreiber 740 000 Euro verloren. Der Betrieb würde mit einem Minus von 430 000 Euro abschließen.
Der Zuschuss: Die Anfangsinvestitionen sind durch den Betrieb nicht zu refinanzieren. Das heißt, die Stadt muss in Vorleistung gehen, die Halle bauen, Zins und Tilgung übernehmen. Ohne Grundauslastung durch den Spitzensport kommt der Defizitausgleich im laufenden Betrieb von 430 000 Euro hinzu. Berechnet auf eine Arena, die 28, 75 Millionen Euro kosten würde, wäre das eine jährliche Belastung für die Stadt von 2, 2 Millionen Euro. Mit Erstliga-Basketball wären es 1, 77 Millionen Euro.
Die Stadthalle: Das Arena-Konzept steht und fällt mit der Vermarktung der Stadthalle. Die Osnabrückhalle könnte nicht parallel weitergeführt werden. Heute bezuschusst die Stadt den Betrieb der Halle jährlich mit 1, 55 Millionen Euro. Nach Angaben von Hallenchefin Kristina Wulf hat die Osnabrückhalle einen Investitionsbedarf von 13 Millionen Euro, die die Stadt aus Krediten finanzieren müsste. Bei 4, 5 Prozent Zinsen und einer Laufzeit von 30 Jahren wäre das eine jährliche Belastung von 800 000 Euro. Hinzu kommen der Zuschuss zum laufenden Betrieb (1, 55 Millionen) und Kosten der Instandhaltung (170 000 Euro). Das macht zusammen 2, 52 Millionen Euro. Der Betrieb einer auf dem Veranstaltungsmarkt wettbewerbsfähigen Osnabrückhalle würde die Stadt also mehr kosten als der Bau und Betrieb einer Arena (2, 2 Millionen). Ohne die Investitionen würde die Osnabrückhalle nach Expertenmeinung den Anschluss verlieren. Die Umbau- und Rüstzeiten sind zu lang, die Kapazitäten zu gering. Aber auch mit Erneuerung bleiben zwei erhebliche Nachteile: keine Sportnutzung und keine Konzerte mit mehr als 2000 Besuchern.
Der Standort: Sieben Standorte haben die Gutachter untersucht. Drei blieben in der engeren Wahl. Der alte Güterbahnhof ist seit Jahren im Gespräch. Der größte Vorteil: die Nähe zu Bahnhof und Innenstadt. Der Bahnhof müsste einen östlichen Zugang bekommen. Die Arena wäre in wenigen Minuten zu Fuß vom Bahnhof aus zu erreichen. Der Autoverkehr soll über eine neue Verbindungsstraße zur Hannoverschen Straße geführt werden. Diese Spange ist im aktuellen Mobilitätsplan der Stadt bereits enthalten. Geeignet wäre auch die Briten-Kaserne am Hafen (Roberts-Barracks), die im Januar 2009 übergeben wird. Dritte Standort-Variante ist das noch von den Briten genutzte Sportgelände an der Kreuzung Fürstenauer Weg/ Bramscher Straße/ Autobahnzubringer. Die Flächen an allen drei Standorten sind nicht in Besitz der Stadt. Das Bahngelände gehört der Bahn-Tochter Aurelius, die Briten-Flächen dem Bund.
Die Nachfrage: Im Einzugsbereich einer Multifunktionshalle leben laut Gutachten 7, 74 Millionen Menschen. 1, 21 Millionen kommen laut Gutachten als Besucher der Halle infrage. Die Gutachter legen als Maßstab die Fahrtzeiten mit dem Auto zugrunde und gehen davon aus, dass Besucher maximal 90 Minuten Fahrt in Kauf nehmen. Es gebe ein Potenzial von jährlich 20 Konzerten mit mehr als 4000 Besuchern, die bislang nicht in Osnabrück stattfinden können. Eine Arena hätte Kapazitäten für größere Tagungen und Firmenveranstaltungen, für die es eine Nachfrage gibt. Schon heute weichen Osnabrücker Unternehmen zum Beispiel zum Flughafen aus, weil die Stadthalle zu klein ist.
Das Betreibermodell: Die Gutachter empfehlen eine Partnerschaft mit einem privaten Betreiber eine sogenannte Public-Private-Partnership. Die Stadt sollte das Grundstück, die Halle und einen jährlichen Zuschuss von maximal 2, 2 Millionen Euro einbringen. Der Betreiber der Halle müsste in einem Ausschreibungsverfahren ermittelt werden.
Die nächsten Schritte: Wenn sich der Rat grundsätzlich für eine Arena ausspricht (bis Ende dieses Jahres), muss ein Büro gefunden werden, das die Ausschreibung des Betriebs vorbereitet und durchführt. Im Frühjahr 2010 soll die Entscheidung über den Betreiber fallen. Ein Jahr später könnte die Arena fertig sein.

Bildtext: Der alte Güterbahnhof ist einer von drei Standort-Vorschlägen der Gutachter. Hier könnte bis 2011 eine 28 Millionen Euro teure Arena für Sport, Konzerte, Shows und Tagungen entstehen. Foto: Jörn Martens / Die Dragons aus Quakenbrück würden ihre Spitzenspiele in Osnabrück austragen. /
13 Millionen Euro Investitonsbedarf hat die Osnabrückhalle angemeldet. /
Standort-Variante 2: Briten-Kaserne am Hafen. /
Standort-Variante 3: Fürstenauer Weg.
Autor:
hin


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