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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Dynamik und Ruhe
Zwischenüberschrift:
Gabriele Hagenhoff und Manfred Pollert in der DBU
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Geheimnisvolle Tatorte, reduzierte Körperformen, Menschen in sehnsuchtsvollen Posen, Tanzende voller Dynamik: Vielfältig ist das Spektrum einer Ausstellung im Zentrum für Umweltkommunikation (ZUK) der Deutschen Bundesstiftung Umwelt. Großformatige Fotografien von Manfred Pollert und Skulpturen von Gabriele Hagenhoff formieren sich dort zu einer Schau, die den Titel " Bewegung" tragen könnte. Die Künstler entschieden sich jedoch für den Titel " still".
Gegensätze
Gabriele Hagenhoff und Manfred Pollert sind ein eingespieltes Team. Im vergangenen Jahr zeigten sie ihre Werke bereits in der Orangerie Gut Ostenwalde bei Melle. Wie auch in Osnabrück wurden dort Gegensätze thematisiert: Dynamik und Ruhe, Mensch und Natur, Leben und Vergänglichkeit. Nur standen sich die Exponate in dem offenen, geradlinigen Raum der Orangerie direkt " gegenüber", so auch der Titel der Ausstellung. Im ZUK ist der unmittelbare Dialog zwischen den unterschiedlichen Kunstwerken aufgrund der räumlichen Gegebenheiten reduziert. Außerdem erweiterten sowohl Pollert als auch Hagenhoff ihr Repertoire, was dann auch zu dem neuen Titel " still" führte.
Manfred Pollert zeigt nicht nur seine Diptychen, mit denen er Aufnahmen von Tänzern des Osnabrücker Theaters in ergreifenden Figuren beeindruckenden Naturimpressionen gegenüberstellt. Neue Fotos versinnbildlichen die kraftvolle Auflehnung der Natur gegen Asphalt, aber auch ihre Hilflosigkeit bis hin zur Niederlage im Kampf gegen Mensch und Technik. Außerdem spielt er mit dem Blick des Betrachters, führt ihn an verblüffende Stellen im Bild(" Punktum") oder lässt einen Felsen wie den Bauch einer Schwangeren erscheinen. Beeindruckend ist die Brillanz der Farben sowie die plastische Struktur, die die Piezo- Pigment-Prints zum Teil geradezu dreidimensional erscheinen lassen.
Reduktionen
Tatsächlich dreidimensional sind die Steinzeug- und Bronze-Skulpturen von Gabriele Hagenhoff. Ihren archaisch Tanzenden fügte sie eine neue Dimension hinzu: In ihren aktuellen Werken reduziert sie den menschlichen Körper weiter. Minimalistisch anmutende Köpfe und Büsten reizen mit glatten Oberflächen, die Hagenhoff mit dezenter Kaltbemalung und Blattgold farblich gestaltet. Um das ästhetische Spiel der Formen zu durchbrechen, legte sie tatsächlich Hand an einige Skulpturen, zerstörte ihre Struktur, um sie wieder zusammenzusetzen. Die Bruchstellen zeugen vom " Aufbruch".
" Still" ist nur eine Facette der Ausstellung, die einerseits Kontemplation und Ruhe ausstrahlt. Doch unter der Oberfläche brodelt es. Spannungen und Irritationen sorgen dafür, dass die Kommunikation mit den Werken nicht zum hohlen Geplänkel wird.
Zentrum für Umweltkommunikation der Deutschen Bundesstiftung Umwelt,
An der Bornau 2: " still". Skulpturen von Gabriele Hagenhoff und Fotografien von Manfred Pollert. Bis 28. November, Mo.–Do. 9–17 Uhr, Fr. 9–13 Uhr.

Bildtext: Eingespieltes Team, das mit Gegensätzen spielt: Manfred Pollert und Gabriele Hagenhoff mit Exponaten ihrer Ausstellung " still". Foto: Elvira Parton
Autor:
Tom Bullmann


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