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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Grüne wollen Flughafenausbau stoppen
Zwischenüberschrift:
Hagedorn warnt: Die schlimmsten Prognosen werden wahr
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Zurück in die Zukunft das fordern die Grünen hinsichtlich der 60 Millionen Euro teuren Ausbaupläne für den Flughafen Münster/ Osnabrück (FMO). Die Ende 2005 beschlossene Verlängerung der Start-und-Lande-Bahn auf 3000 Meter, durch den der FMO Jumbo-tauglich wäre, soll noch einmal auf den Prüfstand.
Die Ratsfraktion der Osnabrücker Grünen hat für die morgige Ratssitzung einen entsprechenden Antrag eingebracht. Fraktionsvorsitzender Michael Hagedorn: " Noch haben wir die Chance, eine Fehlentscheidung zu korrigieren." Die Daten des Gutachtens zur wirtschaftlichen Entwicklung, das vor zweieinhalb Jahren der Entscheidung zugrunde lag, seien durch die inzwischen dramatisch gestiegenen Ölpreise und die neuen Trends im Luftverkehr in großen Teilen überholt. Falls am rund 60 Millionen Euro teuren Ausbau festgehalten werde, drohe der FMO, der bisher schwarze Zahlen schreibt, zum Dauerzuschuss-Betrieb mit jährlichen Verlusten in Millionenhöhe zu werden, die von den Gesellschaftern zu tragen wären.
Die Beschlusslage: Normalerweise wäre die Landebahn längst im Bau, aber vor dem Bundesverwaltungsgericht in Leipzig ist ein Revisionsverfahren in Sachen Naturschutz anhängig. Die Entscheidung sollte bis September fallen, wurde aber vertagt. Jetzt wird das Urteil bis Ende des Jahres erwartet.
Den Gesellschafteranteilen entsprechend, steuert die Stadt über die Stadtwerke 1, 7 Millionen Euro bei, der Landkreis beteiligt sich über die Beteiligungs- und Vermögensgesellschaft (Bevos) mit 3, 5 Millionen Euro. Grundlage des Ausbauvorhabens war eine vom Institut für Verkehrswissenschaft der Uni Münster erstellte " Prognose im Lichte aktueller Trends und Entwicklungen". Auf Basis des Gutachtens wurden drei FMO-Zukunftsszenarien bis 2017 aufgestellt. Eine optimistische Variante mit 7, 3 Prozent Wachstum, eine 3, 6-Punkte-Steigerung als mittlere Perspektive und ein Zwei-Prozent-Anstieg der nicht für einen rentablen Flughafenbetrieb ausreicht.
Die reale Entwicklung: Die Fluggastzahlen sind Auslöser der Grünen-Offensive, die Beschlusslage zu überdenken. 2006 habe der FMO ein Kundenplus von 0, 6 Prozent ausgewiesen, im vergangenen Jahr, in dem erstmals das Niveau von 2001 wieder erreicht wurde, lag die Steigerung bei 3, 6 Prozent. Grünen-Fraktionschef Hagedorn: " Das entspricht für beide Jahre einer durchschnittlichen Steigerung von zwei Prozent. Damit befindet sich der FMO aktuell im eigenen Worse-Case-Szenario. Und das vor dem Hintergrund, dass der Luftverkehr weltweit derzeit heftigsten Marktturbulenzen ausgesetzt ist und allgemein Rückgänge prognostiziert werden."
Die Marktrisiken: Der rasante Ölpreisanstieg hat immer höhere Kerosinzuschläge zur Folge, die das Wachstumspotenzial deutlich schmälern. Die Airlines gehen rund um den Globus auf Sparkurs die Flugpreise steigen, nicht ausgelastete Verbindungen werden zusammengelegt oder mangels absehbarer Rentabilität ganz aus dem Flugplan gestrichen. Für die Grünen steht fest: " Selbst die Befürworter des Flughafenausbaus müssen die neue Ausgangslage zur Kenntnis nehmen. Es darf nicht sein, dass die Gesellschafter hier sehenden Auges in eine dauerhaft drohende Kostenfalls tappen." Deshalb sei eine erneute Untersuchung zur Prüfung der Wirtschaftlichkeit notwendig und zwar durch ein bisher nicht beteiligtes Büro
Die FMO-Position: Flughafen-Chef Gerd Stöwer reagiert gelassen auf den Grü-nen-Vorstoß: " Die Entwicklung des Luftverkehrs in den letzten Jahrzehnten zeigt, dass es zwar immer wieder zwischendurch leichte Rückgänge gab, diese aber jeweils durch ein stärkeres Wachstum in den folgenden Jahren aufgeholt wurden. Davon geht unsere Branche auch für die Zukunft aus." Für den FMO seien zum Winterflugplan keine Angebotsreduzierungen zu erwarten. Stöwer sieht sogar Zuwachschancen: " Am Konkurrenzflughafen Dortmund werden etliche Strecken gestrichen. Davon werden wir sicherlich profitieren." Er glaubt nicht, dass die FMO-Gesellschafter noch einmal Diskussionsbedarf hinsichtlich der Ausbaupläne sehen: " Ich bin sicher, dass alle Beteiligten weiter von der langfristigen Bedeutung dieser Investition für unsere Region überzeugt sind und deshalb an den bisherigen Beschlüssen festhalten werden."

Bildtext: Ein seltenes Bild: Ein Jumbo ist auf dem Flughafen Münster/ Osnabrück gelandet. Flugzeuge dieses Typs schwebten schon einige Male ein, wenn europäische Fußballmannschaften zu Champions-League-Spielen anreisten. Das Foto entstand 2002 bei einem solchen Gastspiel. Weil es Kurzstreckenflüge aus Portugal, Spanien oder Italien waren, konnten die Boeing 747 auf dem FMO landen. Bei Langstreckenflügen benötigt der Jumbo einen längeren Anlauf. Die Start-und-Lande-Bahn soll deshalb auf 3000 Meter verlängert werden. Foto: FMO
Autor:
we


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