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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Windräder nach Rotorabbruch eingezäunt
Zwischenüberschrift:
Neun Anlagen im Landkreis Osnabrück zwangsweise stillgelegt
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Zwangsflaute für neun Windräder: Weil bei drei Anlagen der Herstellerfirma Nordex im Landkreis Osnabrück und bei zwei Rädern im Kreis Kleve Teile der Rotorblätter abgebrochen sind, hat der Landkreis Osnabrück neun baugleiche Typen jetzt per Verfügung stillgelegt und weiträumig einzäunen lassen.
Der Hersteller habe die Ursache für die Havarien bisher nicht nachweisen können, so Winfried Wilkens, zuständiger Vorstand des Landkreises Osnabrück, " deshalb wäre ein weiterer Betrieb viel zu gefährlich". Um auch bei den stillgelegten Windmühlen in Bad Iburg, Melle und Voltlage-Höckel jedes Risiko auszuschließen, sind auf Weisung der Kreisverwaltung feste Zäune um die Anlagen gebaut worden. Betroffen seien aber nicht alle Nordex-Anlagen, sondern nur eine bestimmte Baureihe. Wilkens weiter: " Die Betreiber der Räder vor Ort sind sehr kooperativ, das Problem liegt allein beim Hersteller."
Das Unternehmen Nordex habe während eines Gesprächs im Kreishaus zwar mögliche Mängel benannt, doch sei immer noch völlig unklar, wo genau der Fehler liege, so der Kreisrat: " Bis die Ursache für das Abbrechen der Rotoren nicht zweifelsfrei geklärt und abgestellt ist, bleiben die Räder stehen."
Um die Windbelastung der betroffenen neun Räder so weit wie möglich zu minimieren, könnten sich die Rotoren ganz leicht mit dem Wind drehen, baut Wilkens besorgten Nachfragen vor: " Wenn jemand allerdings den Eindruck hat, dass die Räder sich deutlich zu schnell drehen, dann soll er uns Bescheid sagen."
Ein Sprecher der Betreiberfirma, die acht der neun stillgelegten und eingezäunten Windräder im Osnabrücker Land betreibt, bezifferte den finanziellen Ausfall pro Anlage bei optimalen Windverhältnissen auf täglich bis zu 3000 Euro. Außerdem betreibt das Unternehmen gut 20 weitere Windenergieanlagen im Landkreis, europaweit seien es mehr als 100. Zur Frage, ob der finanzielle Ausfall durch die von der Kreisverwaltung verfügte Stilllegung von einer Versicherung übernommen oder Forderungen gegenüber der Herstellerfirma geltend gemacht würden, wollte der Firmensprecher gestern keine Angaben machen. Die vorsichtshalber eingezäunten Windräder produzieren seinen Angaben zufolge maximal 1, 5 Megawatt Strom pro Tag. Modernere und etwas größere Anlagen erzeugen heutzutage bis zu fünf Megawatt.
Die Herstellerfirma Nordex schloss gestern auf Anfrage Produktionsmängel " bei einer bestimmten Baureihe des betroffenen Typs nicht aus". Unternehmenssprecher Ralf Peters sagte weiter, dass die firmeninternen Ermittlungen aber noch nicht abgeschlossen seien. Neben den neun Anlagen im Osnabrücker Land seien insgesamt bis zu 30 Turbinen überwiegend in Deutschland aber auch im benachbarten Europa betroffen. Das Unternehmen mit Sitz in Norderstedt hat eigenen Angaben zufolge den jeweiligen Betreibern eine vorübergehende Stilllegung empfohlen. Die im Landkreis Osnabrück stillgelegten Windräder seien vor etwa zwei Jahren produziert worden, sodass die Firma Nordex dafür wahrscheinlich noch die Gewährleistung biete und für mögliche finanzielle Ausfälle aufkomme.
Anlagen dieses Typs kosten nach den Worten von Ralf Peters jeweils knapp zwei Millionen Euro und haben eine durchschnittliche Laufzeit von gut 20 Jahren. Die Rotorblätter sind hergestellt aus Glasfasermatten, die in mehreren Schichten mit Hitze und Druck in Form gebracht werden.

Bildtext: Sicher ist sicher: Auf Weisung der Kreisverwaltung sind Zäune um die neun stillgelegten Windräder gebaut worden. Bei drei Anlagen der Firma Nordex waren Rotoren abgebrochen. Bis die Ursache geklärt sei, blieben die Räder stehen, so Vorstand Winfried Wilkens (links) mit Landkreis-Mitarbeiter Werner Kampe am Windrad in Bad Iburg. Foto: privat
Autor:
pde/ra


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