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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Bürgerprotest gegen Roncadin-Kühlhaus
 
Auch 29 Meter sind ihnen zu hoch
Zwischenüberschrift:
"Fauler Kompromiss": Bürger protestieren gegen das Roncadin-Kühlhaus
Artikel:
Kleinbild
 
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Originaltext:
Osnabrück. In Sutthausen hat sich eine Bürgerinitiative formiert, die gegen das von der Eisfabrik Roncadin geplante Hochregallager protestiert. Die Anwohner lehnen das Bauprojekte grundsätzlich ab, da sie vor allem zusätzliche Lärm- und Verkehrsbelästigungen befürchten. Das Kühlhaus sei im Gewerbegebiet Burenkamp, das ursprünglich ökologisch ausgerichtet sein sollte, fehl am Platz. Politisch umstritten ist insbesondere die Höhe des Gebäudes. Nach Gesprächen zwischen Roncadin und der Spitze der Stadtverwaltung liegt offenbar ein Kompromissvorschlag auf dem Tisch, nachdem die Fabrik 29 Meter hoch bauen dürfte. Beantragt waren 42 Meter. Der Rat hatte im Juli beschlossen, die Ausmaße des Hochregallagers sollten sich am bestehenden Bebauungsplan orientieren. Der schreibt zwölf Meter als Maximum vor. Seite 17

Osnabrück. In die Diskussion um das geplante Roncadin-Kühlhaus im Gewerbegebiet Burenkamp kommt Bewegung. Nach Informationen unserer Zeitung liegt ein Kompromissvorschlag auf dem Tisch, der eine Gebäudehöhe von 29 Metern für das Hochregallager zulassen würde. Der Eiskremhersteller hatte zunächst beantragt, 42 Meter hoch bauen zu dürfen.
Gegen die Planungen regt sich massiver Widerstand in den benachbarten Stadtteilen Sutthausen und Kalkhügel. Mehr als 30 Bürger trafen sich gestern Nachmittag am denkmalgeschützten Gut Lage, das dem Kühlhaus weichen müsste, um sich über die aktuelle Situation zu informieren. In den nächsten Tagen sollen Unterschriftenlisten die Runde machen.
Am 8. Juli hatte der Rat beschlossen, den Bebauungsplan für das Gewerbegebiet Burenkamp zu ändern, um Roncadin die Betriebserweiterung zu ermöglichen (siehe auch den Kasten). " Dabei soll sich die bauliche Entwicklung im Änderungsbereich, insbesondere bei der Gebäudehöhe, an den Vorgaben des jetzt gültigen Bebauungsplanes orientieren", heißt es wörtlich in dem Beschluss. Derzeit sind zwölf Meter zulässig, Ausnahmen möglich. Roncadin hatte daraufhin mitgeteilt, dass bei zwölf Metern das Projekt gestorben sei. Offenbar legt die Verwaltungsspitze der Stadt den Ratsbeschluss so weit aus, dass sich beide Seiten mittlerweile auf 29 Meter verständigt haben. Vor allem Oberbürgermeister Boris Pistorius drückt aufs Tempo. Er wollte das Thema bereits auf die Tagesordnung der Ratssitzung am nächsten Dienstag setzen, musste den Punkt aber zurückziehen, da es hinter den Kulissen anscheinend noch einen zu großen Diskussionsbedarf gibt.
Für die neue Protestbewegung, die sich jetzt weiter formieren will, sind die 29 Meter ein " fauler Kompromiss". Initiator Martin Toennes wirft der Verwaltungsspitze vor, einen " Kuhhandel" auf dem Rücken der Anlieger zu betreiben. Seine Mitstreiter und er lehnen das Hochregallager am geplanten Standort grundsätzlich ab. In einem Brief, der gestern an alle Ratsmitglieder verschickt wurde, äußern die Bürger " fassungslos und wütend" die Befürchtung, dass die Lärmbelastung durch den Neubau erheblich zunehmen werde. Die Lärmschutzmaßnahmen an der Autobahn würden verpuffen, wenn der Schall durch die riesige Front in die Siedlung zurückgeworfen werde. Auch der zusätzliche Lieferverkehr bringe die Anwohner um ihre Ruhe möglicherweise auch nachts und am Wochenende. Wie dieser Lkw-Verkehr abgewickelt werden solle, sei völlig unklar. Die Bürger machen sich auch große Sorgen um ein mögliches weiteres Wachstum von Roncadin am Standort Osnabrück. " Wo sind die Flächen, die dann für Produktion, Lagerung und Verwaltung benötigt werden?", fragt die Initiative im Protestbrief an die Ratsmitglieder.
Derweil hat sich auch die CDU Sutthausen gegen die Ausbaupläne der Eisfabrik am Burenkamp ausgesprochen und fordert den Rat auf, nach Alternativen zu suchen. Die Christdemokraten erinnern daran, dass ein ökologisch ausgerichtetes Gewerbegebiet entstehen, aber ausdrücklich keine Ansiedlung von Industriebetrieben erfolgen sollte. Das geplante " monströse Bauwerk", gelegen zwischen drei Wohngebieten und dem Naherholungsgebiet Hörner Bruch, wäre eine nicht mehr rückgängig zu machende Bausünde. Auf Initiative der SPD Sutthausen soll sich das Bürgerforum am 1. Oktober mit dem Roncadin-Kühlhaus befassen.

Bildtext: Neue Protestbewegung: Gestern trafen sich vor dem Gut Lage zum ersten Mal die Bürger, die gegen das Hochregallager im Gewerbegebiet Burenkamp sind. Sie wollen massiv Druck gegen das Vorhaben machen. Foto: Michael Hehmann
Autor:
jan


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