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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Im "Moskau" ist bald Feierabend
Zwischenüberschrift:
Jetzt kommt es auf das Wetter an
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Etwa 500 Gäste kamen bei strahlender Sonne zum letzten Badewochenende ins Moskaubad. Je nach Wetterlage wird das Freibad spätestens Sonntag schließen. Im Nettebad war der Außenbereich schon am Samstag zum letzten Mal in dieser Saison geöffnet. Die Stadtwerke bilanzieren schon jetzt eine erfolgreiche Open-Air-Saison.
Von Christian Hardinghaus
Osnabrück. Schon etwas wehmütig schaut Karin Rohnert aus ihrem kleinen Kassenhäuschen am Eingang des Freigeländes. In den nächsten Tagen wird die Kassiererin ihren vertrauten Platz wohl bis Mai 2009 verlassen. Sie werde die vielen Stammgäste und fröhlichen Kinder vermissen, die sich hier täglich ihr Badeticket lösten, verrät die Angestellte.
Bis zu 20 000 Besucher monatlich zählte sie in dieser Sommersaison. Allein 5000 waren es am heißesten Julitag. " Es ist schon toll, an sonnigen Wochenenden so viele gut gelaunte Menschen zu begrüßen", freut sich Karin Rohnert über ihren Job, den sie nun im 10. Jahr wahrnimmt.
" Sehen und gesehen werden", so beschreibt sich das Moskaubad, das 1926 gegründet wurde und damit zu den ältesten Freibädern Deutschlands zählt, auf seiner Homepage. Und so ist es auch an diesem Wochenende. Abwechselnd tauschen die vorwiegend jugendlichen Besucher ihren Platz auf der alten Tribüne mit dem Schwimmbecken.
" Kumpels treffen, hübsche Mädels beobachten, die Sonne genießen und dabei auch noch sportlich sein", beschreibt Tribünengast Mirko Hammer seinen Besuch. Kein Auge auf andere Mädchen wirft Merten Pfeiffer. Der 24-Jährige zieht Freundin Christin Meiße unter Wasser und drückt ihr einen Kuss auf den Mund. Bis zu dreimal in der Woche kommen die beiden Jurastudenten hierher, um sich von anstrengenden Vorlesungen zu erholen.
Nicht nur junge Menschen zieht das Moskaubad mit seinem Charme und dem alten Baumbestand an. Die Einzelhandelskauffrau Bärbel Körber und die Verwaltungsangestellte Inge Wittek, beide knapp unter 50, gehören seit vielen Jahren zu den Stammgästen. Sie kommen, um Sport zu treiben und Freunde zu treffen. " Ich freue mich jedes Jahr aufs Neue, wenn die Saison losgeht. Mein Bruder bläst hier sogar sein Waldhorn zum Anschwimmen", verrät Bärbel Körber, während sie sich auf der Sonnenterrasse einen Kaffee gönnt.
Noch tiefer schwelgt Peter Schawe in Erinnerungen. Der 65-jährige Rentner kommt bereits seit 60 Jahren ins " Moskau". Die Nachmittage mit seiner Frau Bärbel auf der Liegewiese sieht er fast als Urlaubsersatz an. Fasziniert erzählt der sportliche Pensionär von spannenden Duellen zwischen den Schwimmern des VfL Osnabrück und Rote Erde Hamm, großen Kunstpringturnieren und den Darbietungen der Synchronschwimmerinnen " Neptun Nixen", die er hier als junger Mann für 10 Pfennig Eintritt bestaunen konnte.
Synchron schwimmt auch ein Entenpaar, das seit vielen Jahren auf dem Freibadgelände wohnt und die Bademöglichkeit nach Toresschluss auszukosten weiß. Zum Maskottchen in dieser Saison wurde ihr Junges. " Svenja" nennen es die Schwimmmeister Stefan Natemeyer und Dennis Almeida Rodrigues liebevoll, denn das handzahme Tier hat sich offenbar in den Kollegen Sven verliebt, von dem es sich gerne mal das Gefieder kraulen lässt.
Neben den Schwimmbecken sind auch die Felder für Basketball, Fußball und Volleyball an schönen Tagen große Anziehungspunkte, wie Rodriguez erzählt, der sich als Fachkraft für Bäderwirtschaft der Stadtwerke seit fünf Jahren um die Gäste kümmert.
Das Highlight für die ganz Kleinen ist die Matschburg. Der dreijährige Lennard baut hier Staudämme, während seine siebenjährige Schwester Chantalle den Geschwindigkeitsrausch auf der Rutsche sucht. Wer Lust hat, noch einmal " Moskau-Atmosphäre" zu schnuppern, sollte in den nächsten Tagen auf gutes Wetter achten. Denn spätestens Sonntag ist Feierabend. Und dann heißt es: " Auf Wiedersehen im nächsten Sommer" Bildtext: Luft anhalten zum Küssen: Merten Pfeiffer und Christin Meiße nehmen Abschied von der Badesaison 2008. Foto: Uwe Lewandowski
Autor:
Christian Hardinghaus


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