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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
"Wir wollen das Viertel nicht spalten"
Zwischenüberschrift:
Gezerre zwischen Anwohnern und dem Bürgerverein Katharinenviertel um die Sperrung der Adolfstraße
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Das Katharinenviertel ist verkehrsberuhigt. Das stößt bei den Anliegern grundsätzlich auf Zustimmung. Doch einigen Bewohnern geht die Beruhigung an einer Stelle etwas zu weit: Die Adolfstraße ist seit Anfang des Jahres zwischen Katharinenstraße und Augustenburger Straße gesperrt.

Osnabrück. " Viele Menschen rund um die Katharinenstraße sind jetzt abgeschnitten", ärgert sich Christiane Wagner. Sie sei früher über die Lotter Straße und die Adolfstraße in den hinteren Teil der Katharinenstraße gefahren, nun müsse sie, aus Norden kommend, das gesamte Quartier umrunden, um über die Martinistraße nach Hause zu gelangen.
Während die untere Adolfstraße und die Auguststraße nun intensiver frequentiert würden und Anlieger Umwege in Kauf nehmen müssten, gehe es im nördlichen Teil der Adolfstraße deutlich ruhiger zu. Das sei ungerecht und wenig umweltbewusst, findet Wagner. Schließlich erhöhten die weiteren Fahrten den Abgasausstoß. " Das macht das Wohnen hier unattraktiver."
Auch viele Geschäfte litten. Die Kunden verirrten sich oft im Einbahnstraßengewirr, fänden keinen Parkplatz und zögen irgendwann unverrichteter Dinge wieder ab. " Viele Kunden haben andere Wege entwickelt und kommen nicht mehr bei uns vorbei", bemerkt Doris Jonas-Böhme, Mitarbeiterin im Modegeschäft " Frauenzimmer". " Da möchte ich lieber wieder etwas mehr Durchgangsverkehr haben als diese Situation. Vorher war es ja auch keine Autobahn", meint Wagner.
Der Durchgangsverkehr an der gesamten Adolfstraße sei mit der Sperrung zurückgegangen, was die Sicherheit des gut besuchten Spielplatzes erhöhe, hält Manfred Haubrock, Vorsitzender des Bürgervereins Katharinenviertel, dagegen. Der Verein mit seinen knapp 100 Mitgliedern, darunter zehn Bewohner der Adolfstraße, habe seinerzeit das Konzept der Schleifenführung mit erarbeitet und stehe nach wie vor mit großer Mehrheit dazu.
Dennoch gibt es zur aus den 1990er Jahren stammenden Verkehrsregelung der Adolfstraße inzwischen zwei Meinungen im Viertel. Die ursprüngliche Idee war es, Schleichverkehr zwischen der Lotter Straße und der Martinistraße zu verhindern. Die Adolfstraße wurde gesperrt. Die Sperrung ist im Jahr 2000 wieder aufgehoben worden, um Autos wegen der zwischenzeitlich eingerichteten Baustellen ein Schlupfloch zu lassen. Der Bürgerverein Katharinenviertel stimmte einer vorübergehenden Öffnung zu. Nachdem die Straßenarbeiten aber abgeschlossen waren, fragte die Stadt im Herbst 2007 beim Bürgerverein an, ob wieder gesperrt werden sollte. Der Verein bejahte dies.
Dazu kam es am 8. Januar. Seitdem verhindern Sperrbügel die Durchfahrt im mittleren Abschnitt der Adolfstraße auf Höhe des Spielplatzes. Das ruft nun den Protest der Gruppe um Wagner hervor, die das Viertel nicht mehr von Nord nach Süd befahren kann. Die Anlieger starteten eine Unterschriftenaktion und forderten die Stadt zum Einlenken auf. Die Verwaltung schlug dem Stadtentwicklungsausschuss vor, die Sperre aufzuheben. Doch die Politik entschied sich gegen diesen Vorschlag. Nach dem neuerlichen Protest einiger Betroffener soll das Thema im Laufe des zweiten Halbjahrs abermals im Ausschuss erörtert werden.
Darin wird auch noch einmal über das Verkehrskonzept diskutiert. Doch ein Änderungsverfahren sei sehr zeitaufwendig und gehe nicht ohne Experten, Politik und den Konsens der Anwohner – " und im Moment sind wir im Bereich Verkehrsplanung ausgelastet", verdeutlicht Franz Schürings vom Fachbereich Städtebau. Wagner und Co gehen die Diskussionen zu langsam voran. " Uns ist das alles viel zu zäh", meint sie.
" Ich kann die Sicht der Sperrungsgegner verstehen. Einige von ihnen sind frisch hinzugezogen und haben das Konzept damals nicht mitentwickelt", sagt indessen Haubrock. Er fügt an: " Wir wollen das Viertel nicht spalten und stehen für Gespräche bereit." / Bildtext: Den Sperrbügel im mittleren Abschnitt der Adolfstraße wollen diese Bewohner des Katharinenviertels am liebsten verschwunden sehen. Doch im Viertel gibt es auch viele Befürworter des Durchfahrverbots. Foto: Jörn Martens
Autor:
Heike Dierks


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