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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Neue Geschäfte in alten Gemäuern
Zwischenüberschrift:
Das einstige Rathaus Neustadt an der Johannisstraße
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
So schrecklich neu ist die Neustadt gar nicht: Bereits zu Beginn des 11. Jahrhunderts entwickelte sich hier, südlich des heutigen Neumarkts, ein weiteres Zentrum Osnabrücks in Ergänzung zur Altstadt. Ihre Keimzelle war die St.-Johannis-Kirche. Im Jahr 1348 erbauten die Neustädter ihr eigenes Rathaus an der Johannisstraße.
Das Gebäude aus Bruchstein war größer als das, über das die Altstädter damals verfügten. Und auch die Lage betonte das Selbstbewusstsein der Neustadt: zentral, direkt neben der Stiftskirche St. Johann.
Erwähnt wurde die Neustadt urkundlich erstmals um 1240, elf Jahre später wurde sie mit einer Anlage befestigt. Einige Jahrzehnte gab es zwei selbstständige Osnabrücker Städte: die Altstadt um den um 800 gegründeten Bischofssitz und die Neustadt, deren Kern bis heute daran zu erkennen ist, dass die Straßen rechtwinkelig zueinander stehen. Beide wurden von einem eigenen Rat regiert.
" Damit Eintracht herrsche und die Trennung der Bürgerschaften keine Zwietracht säe", schlossen sich Alt- und Neustadt am 9. März 1307 zusammen. Dieser Beschluss bezog sich zunächst auf die Regelung der jährlichen Ratswahl, die folglich im Rathaus am Markt stattfinden sollte. Der Neustädter Rat wurde 1808 unter französischer Herrschaft aufgelöst, als Osnabrück zum Königreich Westfalen gehörte.
Nach der Auflösung des Neustädter Rates wurde das Gebäude umgebaut, vermietet und 1840 verkauft. Zunächst betrieb Anton Hoberg hier einen Eisen- und Kolonialwarenhandel. 1870 kaufte Rudolf Lüer das Haus. Auch 1941, also dem Jahr, in dem das historische Bild aufgenommen wurde, betrieb er hier sein Geschäft und einen Großhandel. Später ging es an seinen Neffen Carl Lüer über, der bis zu seinem Tod im Jahr 1965 als Kaufmann tätig war.
Im Zweiten Weltkrieg brannte das Haus völlig aus. Wiederhergestellt wurde zunächst nur der Teil, der an der Johannisstraße lag. Der hintere Teil blieb bis in die 90er Jahre hinein eine Ruine und fristete ein Dasein als " Zahnlücke der Neustadt".
Die Ruine wurde in den Neubau integriert, der im Juni 2000 eröffnet worden ist. Heute befindet sich im Erdgeschoss des Gebäudes eine Gaststätte, und der Kreisverband der Arbeiterwohlfahrt hat hier seinen Standort. Zudem gibt es einen Reiseveranstalter und verschiedene Büros.

Bildtext: Ein Kaufhaus wurde aus dem ehemaligen Neustädter Rathaus, nachdem der Neustädter Rat Anfang des 19. Jahrhunderts aufgelöst worden war. 1941 betrieb Rudolf Lüer das Geschäft an der Johannisstraße. Das Bild haben wir dem Buch " Alt-Osnabrück" entnommen. Erschienen ist es im Verlag H. Th. Wenner.

Bildtext: An der Johannisstraße steht heute ein Gebäude, das dem ursprünglichen Neustädter Rathaus nachempfunden ist.

Foto: Jörn Martens
Autor:
Marie-Luise Braun


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