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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Die alten Bäume stehen nicht mehr
Zwischenüberschrift:
An der Bohmter Straße wurden einst Pflaumen, Äpfel und Nüsse angebaut
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. In aller Ruhe konnten Passanten im Jahr 1914 auf der Bohmter Straße verweilen. Das ist heute nicht mehr möglich: Hier tobt nun der Verkehr.
Aus diesem Grund hat der Fotograf das aktuelle Bild auch mit einem leicht veränderten Blickwinkel aufgenommen: Auf der Fahrbahn wäre es für ihn zu gefährlich geworden.
Die Bilder fangen den Blick entlang der Bohmter Straße in Richtung Innenstadt ein, rechts zweigt die Liebigstraße ab. Einiges hat sich hier verändert und wurde an die modernen Zeiten angepasst: So war die Bohmter Straße einst eine Allee. Die alten Bäume säumen heute nicht mehr die Straße, damit dem Verkehr mehr Fläche bleibt. Dass Fußgänger die Fahrbahn sicher überqueren können, soll nun eine Ampelanlage regeln.
Links am Straßenrand ist eine Bushaltestelle zu sehen. Früher ratterte die Straßenbahn über die Bohmter Straße. Die " Elektrische" hatte 1906 zunächst im Zentrum Einzug gehalten und wurde ab 1925 in Richtung Schinkel weiter ausgebaut: Bis 1960 verband die Linie 3 den Stadtteil bis zum Martiniplatz, dann mussten Bürger und Besucher der Stadt auf den Busverkehr umsteigen.
Eines der wenigen Häuser, die die Zeit zwischen den beiden Aufnahmen überdauert haben, ist das rot-weiß gebänderte Gebäude in der Mitte. Es steht bis heute, obwohl auch dieser Bereich Osnabrücks im Krieg durch Bomben weitgehend zerstört wurde. Das lag zum einen an der Nähe zum Hauptbahnhof, aber auch an der Nähe zu Kabelmetal, dem damaligen Osnabrücker Kupfer- und Drahtwerk (OKD).
Auf dem Bild nicht zu sehen sind die Beamtenwohnungen, die das OKD im Jahr 1921 von Architekt Gürtler an der Kreuzung von Liebig- und Bohmter Straße hatte errichten lassen. Auch diese Gebäude aus rotem Backstein sind bis heute erhalten. Durch einen niedrigen Verbindungsbau an der Straßenecke sind zwei Häuser symmetrisch angeordnet. Geprägt ist der Komplex durch vier mehrfach geschwungene hohe Giebel, deren Gestalt sich in dem mittleren kleinen Gebäude wiederholt. 1981 gingen die Häuser in den Besitz der Osnabrücker Wohnungsbaugesellschaft über.
Links hinter der Bushaltestelle geht es hinauf zum Klushügel. Hier erinnert ein Denkmal an Senator Gerhard Friedrich Wagner. Der Tuchhändler aus der Krahnstraße war Vorsteher der Herrenteichslaischaft und wollte auf dem Klushügel die Obstproduktion in Schwung bringen: Rund 2000 Apfel-, Birnen-, Kirsch-, Zwetschen- und Nussbäume ließ er hier pflanzen damals war hier noch der Stadtrand.
Der Ertrag blieb jedoch mager die Obstbaumzucht steckte damals noch in den Kinderschuhen und war ein Zuschussgeschäft. Die Herrenteichslaischaft schenkte Wagner die Obstbäume und widmete ihm dennoch das Denkmal.

Bildtexte:

1) Ruhe und Platz zum Flanieren und Schauen bot die Bohmter Straße im Jahr 1914. Der Blick geht durch die mit Bäumen gesäumte Chaussee in Richtung Stadtzentrum. Rechts mündet die Liebigstraße ein. Das Foto haben wir dem Buch " Alt-Osnabrück" entnommen. Erschienen ist es im Verlag H. Th. Wenner.

2) Das rot-weiß gebänderte Haus in der Bildmitte ist eines der wenigen Häuser, die den Zweiten Weltkrieg überstanden haben.

Foto: Jörn Martens
Autor:
Marie-Luise Braun


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