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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Die erste Passivhaus-Schule
Zwischenüberschrift:
Neubau der Hermann-Nohl-Schule setzt Maßstäbe
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Wenn die Derby School mit dem Abzug der Briten Ende des Jahres endgültig die Türen schließt, stößt die Stadt Osnabrück eine neue Tür auf: Die Hermann-Nohl-Schule, die am Standort der Derby School geplant ist, wird die erste Schule in der Stadt in Passivhaus-Bauweise sein.

Für den Umzug der Hermann-Nohl-Schule in die Dodesheide sind längst die Weichen gestellt. Sobald Ende des Jahres die Briten die Derby School geräumt haben, wird das alte Schulgebäude abgerissen, um Platz zu schaffen für einen Neubau.
Der Neubau setzt Maßstäbe. Zum ersten Mal baut die Stadt nach dem Passivhaus-Standard. Die Kosten erhöhen sich dadurch im Vergleich zur ursprünglichen Planung um rund eine Million Euro auf 5, 9 Millionen.
Den Passivhaus-Standard setzte der Stadtrat gegen die Empfehlung der Verwaltung durch. Der Eigenbetrieb Immobilien und Gebäudemanagement hatte zunächst einen Neubau auf der Grundlage der Energieeinsparverordnung (EnEV) von 2005 geplant, dann nach Verschärfung der EnEV im Oktober 2007 die Planung und Kostenkalkulation aktualisiert.
Die Verwaltung rechnete dem Rat vor: Einschließlich des Grundstückskaufs und der Kosten für den Abriss der Derby School würde die neue Hermann-Nohl-Schule nach dem Energiestandard von 2007 5, 1 Millionen Euro kosten. Die Passivhaus-Variante wäre für 5, 9 Millionen Euro zu haben.
Die entscheidende Frage ist: Macht sich die Passivhaus-Variante innerhalb der Lebenszeit der Schule von 50 Jahren bezahlt? Die Antwort: Ja. Es dauert je nach Entwicklung der Energiekosten aber 44 bis 48 Jahre. Das war dem Eigenbetrieb Immobilien angesichts der finanziellen Lage der Stadt zu lange. Er empfahl daher, auf die Passivhaus-Schule zu verzichten und den Energiestandard von 2007 zu wählen.
Der Rat entschied anders. Sprecher aller Fraktionen machten deutlich, dass die Stadt Vorreiterin sein müsse. Sie könne nicht Richtlinien für eine ökologische Bauleitplanung verabschieden und zugleich überholte Energiestandards bei neuen städtischen Gebäuden zugrunde legen. Das Passivhaus hat einen Energiebedarf von 15 Kilowattstunden pro Quadratmeter und erzeugt Energiekosten nach aktuellen Preisen von 2633 Euro im Jahr. Zum Vergleich: Eine Schule auf dem EnEV-Stand von 2007 benötigt 60 Kilowattstunden pro Quadratmeter und verschlingt jährlich 10 500 Euro für Energie. Das Land Niedersachsen trägt den Löwenanteil der Baukosten, auch der Landkreis beteiligt sich nach der Anzahl seiner Schüler. Auf der Basis von derzeit 35 Schülern aus dem Umland sind das 416 000 Euro. Der Stadtrat erteilte in der letzten Sitzung vor der Sommerpause der Verwaltung den Auftrag, mit dem Landkreis noch einmal über eine Beteiligung an den Kosten zu verhandeln.
Der Entwurf für die Hermann-Nohl-Schule sieht zwei langgestreckte Riegel vor, die im Winkel von etwa 45 Grad anschließen.Sie sind für den Primar- und Sekundarbereich vorgesehen und verfügen auch über eigene Pausenhöfe. Im Schnittpunkt der zweigeschossigen Baukörper liegen Lehrerzimmer und Räume für die Schulleitung sowie eine zentrale Halle als Cafeteria und für Schulveranstaltungen. Die Hermann-Nohl-Schule ist eine Förderschule, die sich besonders der emotionalen und sozialen Entwicklung der Schüler widmet. Der Neubau soll Ende 2009 fertig sein.

Bildtexte:

1) Die Derby School wurde in den 60er Jahren nach dem Prinzip der Open School mit flexiblen Grundrissen für die einzelnen Klassenräume gebaut.

2) Frei zum Abriss: Die Derby School in der Dodesheide wird im Januar abgerissen. Hier entsteht die neue Hermann-Nohl-Schule in Passivhaus-Bauweise.

Fotos: Archiv/ JörnMartens
Autor:
hin


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