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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Das Kaiserdenkmal fiel im Krieg
Zwischenüberschrift:
Der Stresemannplatz gehörte einst zu den Top-Adressen der Stadt
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. 20 Tonnen wog das Kaiser-Wilhelm-Denkmal, das einst am Goetheplatz, dem heutigen Stresemannplatz, gestanden hat. Dennoch ist es in den letzten Jahren des Zweiten Weltkriegs spurlos verschwunden.
Das ehemals begrünte Dreieck zwischen der Schlagvorder Straße, Möserstraße und dem heutigen Goethering lag in einer prachtvollen Umgebung. Um 1900 bestimmten diesen Ort herrschaftliche Häuser und ein kleiner Park. Das Viertel entstand nach dem Bau des ersten Osnabrücker Bahnhofs im Jahr 1855 und entwickelte sich schnell zu einer der ersten Adressen der Stadt.
Von der einstigen Pracht sind nur wenige Gebäude erhalten. Die meisten wurden im Zweiten Weltkrieg zerstört. Später wurden hier mehrstöckige Wohn- und Geschäftshäuser errichtet. Und auf dem Gebiet des kleinen Parks liegt nun ein asphaltierter Parkplatz. Außerdem befindet steht hier seit 1977 der " Nicker", eine Pferdekopfpumpe. Die Ölfördereinrichtung wurde anlässlich der Emslandwochen von der Industrie- und Handelskammer gestiftet. Anfang dieses Jahres wurde sie von Lehrlingen restauriert.
Das Reiterstandbild, das auf dem Platz zu Ehren Kaiser Wilhelms I. aufgestellt worden war, hat den Krieg nicht überstanden. Die Statue wurde am 16. Juli 1899 in einer patriotischen Feier enthüllt. Unter den Gästen war auch Prinz Friedrich von Preußen. Wann der bronzene Kaiser seinen Platz räumen musste, ist nicht mehr genau zu klären und auch wo er gelandet ist, liegt im Dunkeln. Man nahm zunächst an, dass die Plastik eingeschmolzen wurde.
1999 meldeten sich jedoch Zeitzeugen bei unserer Zeitung. Einige sagten, das Denkmal auf dem Schrottplatz des Klöckner-Stahlhandels an der Neulandstraße gesehen zu haben, andere meinten, es habe nach dem Krieg auf einem offenen Güterwaggon gestanden.
Eine Leserin hatte sogar ein Foto eingesandt, auf dem zu sehen ist, wie die Statue des Kaisers vom Sockel geholt wurde leider fehlte das Datum der Aufnahme. Vermutet wird die Zeit zwischen 1941 und 1944.
Der Sockel aus rötlichem Granit, auf dem das Kaiser-Wilhelm-Denkmal gestanden hatte, wurde erst in den 1950er Jahren demontiert. Überreste davon entdeckte ein Leser Ende 1999 unter einem Gebüsch an der Veilchenstraße.

Bildtexte:

1) Das Reiterstandbild von Kaiser Wilhelm I. wurde 1899 am Goetheplatz, dem jetzigen Stresemannplatz, enthüllt. Wenige Jahre später ist diese Ansichtskarte entstanden. Versendet wurde sie 1907. Die Inschrift " Wilhelm dem Großen" zierte den Sockel aus rötlichem Granit. Diese Karte hat uns Günter Preiß zur Verfügung gestellt.

2) Ein Parkplatz, beschattet von Bäumen das ist der Stresemannplatz heute. Von den einst prachtvollen Gebäuden überstanden nur wenige den Zweiten Weltkrieg.

Foto: Klaus Lindemann
Autor:
Marie-Luise Braun


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