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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Neues Buch, altes Gemäuer
Zwischenüberschrift:
Aufsatzsammlung über Steinwerke erschienen
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Wuchtig erheben sich 800 Jahre Geschichte im Innenhof der Bierstraße 7. Hier steht das älteste Steinwerk der Stadt, noch dazu eines der letzten sieben mit steinernem Dach. Und für den Anlass gibt es kaum einen passenderen Ort: In dem Gebäude aus dem 13. Jahrhundert stellen die Herausgeber ihr Buch " Steinwerke ein Bautyp des Mittelalters" vor.
Eine Treppe führt ins Innere. Denn wie alle Osnabrücker Steinwerke ruht auch dieses auf einem um ein halbes Geschoss eingegrabenen Keller. Innen dringt durch kleine Fenster Licht herein, fällt auf bunt bemalte Decken und das Büro des Amtes für Denkmalpflege.
Steinwerke sind " eine Bausubstanz, die aus Angst vor einer der größten Geißeln des Mittelalters geschaffen wurden aus Angst vor den Stadtbränden." So beschreibt es der Denkmalpfleger Bruno Switalla in seinem Beitrag des Buches.
Er war einer der Referenten des Kolloquiums, das im März 2006 in Osnabrück stattgefunden hat. Auf Einladung des Archäologischen Arbeitskreises und des Landschaftsverbandes Osnabrücker Land hatten sich Bauforscher, Denkmalpfleger und Archäologen mit Steinwerken befasst. Ein Gebäudetyp, der in Europa als einzigartiges Zeugnis mittelalterlicher Baukunst gilt.
Eine Besonderheit der Osnabrücker Steinwerke ist ihre Lage: In der Regel haben sie hinter einem Vorderhaus gestanden, mit dem sie gleichzeitig errichtet worden sind. Sie dienten als sicheres Lager für Vorräte und auch als Schutz für die Besitzer vor Feuer oder Angreifern.
Steinwerke gab es nicht nur in Osnabrück. Besonders verbreitet sind sie in West- und Norddeutschland und entlang der Ostseeküste, es gibt sie nicht nur in Städten, sondern auch auf dem Land. Aber: " Osnabrück ist die Hauptstadt der Steinwerke", sagt Mitherausgeber und Stadtarchäologe Bodo Zehm.
" Nach vorsichtigen Schätzungen müssen früher etwa 150 Steinwerke in der Stadt gestanden haben", sagt Michael James Hurst, Denkmalpfleger und Mitherausgeber des Bandes. Vor dem Zweiten Weltkrieg waren nachweisbar 117 Steinwerke in Osnabrück zu zählen. Heute existieren noch 35. Eines der wenigen, das noch wie vor 800 Jahren zur Lagerung genutzt wird, ist das an der Bierstraße 7: Im Keller und auf dem Dachboden liegen Bauteile der Denkmalpflege.
Landrat Manfred Hugo und Oberbürgermeister Boris Pistorius freuen sich als Präsident bzw. Vizepräsident des Landschaftsverbandes Osnabrücker Land (LVO) über das Buch: " Es ist ein unerschöpflicher Fundus neuer Erkenntnisse", sagt Pistorius. Der LVO hat es mit 5000 Euro unterstützt.
Steinwerke. Ein Bautyp des Mittelalters? Vorträge des Kolloquiums Steinwerke vom 2. bis 4. März 2006 in Osnabrück. 292 Seiten, Rasch Verlag, 18 Euro./ Bildtext: Bei der Präsentation waren dabei (von links): Christiane Wunderling, Miteigentümerin des Steinwerkes Bierstraße (im Hintergrund), Manfred Hugo, Boris Pistorius, Michael James Hurst, Susanne Tauss (LVO), Redaktionsleiter Axel Friedrichs und Bodo Zehm. Foto: Gert Westdörp
Autor:
Marie-Luise Braun


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