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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Bewährung für Cannabis-Gärtner
Zwischenüberschrift:
Landgericht bestätigt Urteil
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. " Verbotene Früchte sind süß", dachten sich wohl drei Osnabrücker im Alter zwischen 26 und 30 Jahren, die eine Mietwohnung in der Sutthauser Straße zu einer Cannabisplantage zweckentfremdet hatten. Jetzt mussten sie sich vor der 7. Kleinen Strafkammer des Landgerichts verantworten. Zwar waren sie bereits im Januar vom Amtsgericht zu Haftstrafen auf Bewährung verurteilt worden, aber die Staatsanwaltschaft legte Berufung gegen die Entscheidung ein.
In der Mietwohnung im zweiten Stock, hinter abgedunkelten Fenstern und unter hellem Lampenschein, wuchsen 368 Pflanzen über zwei Monate lang ihrer Reife und einer erhofften reichen Ernte entgegen. Doch bevor die Gewächse ihre berauschenden Blütenstände bilden konnten, trat die Polizei auf den Plan: Der Hausmeisterin waren offenbar die ausschließlich nächtlichen Aktivitäten in der Wohnung sowie der übermäßige Stromverbrauch seltsam vorgekommen.
Ursprünglich habe er in die Wohnung einfach einziehen wollen, erklärte der 26-jährige Angeklagte, doch zu spät habe er bemerkt, dass sein bisheriger Mietvertrag längere Kündigungsfristen gehabt habe als angenommen. Die Wohnung in der Sutthauser Straße musste also zwangsläufig erst einmal drei Monate leer stehen eine ausreichende Zeit für eine Vegetationsphase bei Cannabispflanzen.
Das Motiv für ihre gärtnerische Tätigkeit erklärten die Angeklagten mit geradezu kaufmännischer Nüchternheit: Sie wollten sich vom Markt unabhängig machen und sich mit einer einzigen Ernte von vielleicht 1, 5 Kilogramm Marihuana einen Vorrat zum Eigenverbrauch anlegen.
Schon in der ersten Instanz vor dem Amtsgericht hatte die Staatsanwaltschaft die Meinung vertreten, die drei hätten mit dem angebauten Marihuana auch Handel treiben wollen. Doch die Richter hatten auf unerlaubten Besitz von Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge erkannt und die drei bisher nicht vorbestraften Männer zu Freiheitsstrafen von jeweils einem Jahr und zwei Monaten auf Bewährung verurteilt. Die Staatsanwaltschaft war mit dem Urteil nicht zufrieden und strebte statt einer Verurteilung wegen Besitzes eine Verurteilung wegen Handeltreibens mit Betäubungsmitteln an.
Doch auch in der Berufungsverhandlung folgten die Richter nicht dem Antrag der Staatsanwaltschaft und bestätigten das Urteil des Amtsgerichtes. Die Einlassung der Angeklagten, die Plantage zum Eigenkonsum angelegt zu haben, könne nicht widerlegt werden, so der Vorsitzende Richter. Das Strafmaß von einem Jahr und zwei Monaten bezeichnete er als " ausreichend, um ihnen das Unrecht ihres Tuns vor Augen zu halten". Die gescheiterten Heimgärtner zeigten sich zerknirscht.Vorausgesetzt die Staatsanwaltschaft geht nicht in Revision, kann nun tatsächlich langsam Gras über die Sache wachsen.
Autor:
klu


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