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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Während der Ferien ist das Spielen verboten
Zwischenüberschrift:
Eltern, Stadt und Anliegerfamilie im Streit: Schulhof der Altstädter Grundschule bleibt im Sommer geschlossen
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Der Spielplatz ist verriegelt, die Eltern sind empört, und Nachbarn sehen durch den Lärm spielender Kinder ihre Immobilie entwertet: Rund um den Schulhof der Altstädter Grundschule spitzt sich ein lange schwelender Streit zu.
" Das ist ein Skandal", sagt Thomas Klein, Elternratsvorsitzender der Altstädter Grundschule. Wieder einmal ist der Schulhof abgeschlossen. Und so soll es die ganzen Ferien über bleiben. Nach Kleins Auffassung werden hier aufgrund von Individualinteressen einzelner Anlieger zahlreiche Schulkinder am Spielen gehindert. In der Nähe ihres Zuhauses befinde sich schließlich kein anderer, altersgemäßer Spielplatz.
Ulrich Sommer (SPD), Vorsitzender des Jugendhilfeausschusses, sieht es genauso: " Es ist ein Skandal von einer Stadt, die kinderfreundlich sein will, den attraktivsten Teil dieses Schulhofes zu schließen." Zumal die Eltern gerade mit viel Engagement den Hof verschönert hätten.
Die Pausenhof-Ordnung der Stadt besagt, dass Schulhöfe auch als Spielplätze zur Verfügung stehen sollen. Hans-Georg Freund, Leiter des Fachbereichs Schule und Sport, weist hingegen darauf hin, dass diese Ordnung Ausnahmen zulässt. " Man muss auch die Interessen der Nachbarn würdigen", meint er.
Nicht zuletzt die von Susanne Im Busch, deren Garten direkt an den Schulhof grenzt. " Wir wollen auch mal ab und zu ein Fenster öffnen können, ohne diesen massiven Lärm zu hören", sagt sie, die das Haus mit ihren Eltern bewohnt. Ende der 1960er Jahre hätten die es schon als " Nacht-und-Nebel"- Aktion empfunden, wie die Stadt ohne Rücksprache mit Anwohnern das Grundstück von einer Gärtnerei gekauft und zum Schulhof umgewidmet habe der Beginn des Konflikts. In ungezählten Briefwechseln und Gesprächen mit Vertretern der Stadt hat die Familie, gerade in den letzten Jahren, versucht, ihre Interessen durchzusetzen.
Sie habe das Gefühl, sie kämpfe um ihr Zuhause, sagt Susanne Im Busch. Mit der Neugestaltung des Schulhofs sei die Lärmbelästigung noch größer geworden. Dabei gehe es ihr nicht nur um von trinkenden Randalierern gestörte Nachtruhe, wie bislang von der Stadt als Argument angeführt. Sie möchte gerne auch mal tagsüber ihre Ruhe haben. Das Problem seien die Ausmaße des Lärms gegen Kinder habe sie nichts, betont sie.
Am Dienstag ist im Verwaltungsausschuss nach all den Jahren erstmals tatsächlich die längst praktizierte Ausnahme von der Pausenhof-Ordnung beschlossen worden. " Bis dahin hat man das einfach gemacht", beschreibt es Ulrich Sommer. Ein " Gentlemen′s Agreement" nennt es Klaus Hiddemann, der Lebensgefährte von Susanne Im Busch. Nach dem Motto: Die Anlieger halten den Lärm des Schulalltags aus, abends und in den Ferien ist dafür Ruhe.
Gegen dieses Vorgehen hat sich der Jugendhilfeausschuss schon mehrmals ausgesprochen. Zuletzt forderte er einstimmig in der Sitzung vom 19. Juni, dass die Pausenhofregelung ohne Einschränkung umgehend auch für den Hof der Altstädter Grundschule herzustellen sei ohne Erfolg.
Der Schulausschuss hatte offenbar mehr Einfluss: Er hat sich letzte Woche dafür ausgesprochen, die derzeitige Schließpraxis vorerst so zu belassen, wie sie ist. So herrscht hier Einvernehmen mit der Verwaltung mit einem weiteren Argument: Es sei zu teuer, das Gelände täglich auf- und abschließen zu lassen. Auch das lässt Thomas Klein nicht gelten: " Da würden sich sicher Eltern finden lassen, die das organisieren.
Bildtext: " Vor verschlossener Tür: Die Schüler Luis Lohaus, Bjarne Klein, Simon Kreft und Dennis Baun (v. l.), zusammen mit dem Schulelternratsvorsitzenden Thomas Klein und Gitte Gärtner-Klein. Foto: Elvira Parton
Autor:
andi


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