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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Stadtrat lehnt 42-Meter-Kühlhaus ab
Zwischenüberschrift:
Planung für Roncadin-Lager beginnt – Nur zwölf Meter hoch?
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Der Stadtrat lehnt ein Lagerhaus von 42 Meter Höhe im Gewerbegebiet Burenkamp ab.
Die Stadt kämpfe um jeden Arbeitsplatz und fördere die Wirtschaft nach Kräften," aber nicht um jeden Preis", sagte Burkhard Jasper (CDU) während der Ratssitzung. Ein 42 Meter hohes Lagerhaus sei am Burenkamp " nicht akzeptabel".
Der Rat will die Eisfabrik Roncadin (R & R Ice Cream) dazu bewegen, ein Lagerhaus zu bauen, das besser in die Landschaft passt. 21 Ratsmitglieder stimmten für einen gemeinsamen Antrag von SPD und FDP, zehn dagegen, zehn enthielten sich. Demnach sollen sich im Planungsverfahren die " bauliche Entwicklung" und " insbesondere die Gebäudehöhe" an den Vorgaben des Bebauungsplanes für den Burenkamp orientieren. Der Bebauungsplan lässt eine Höhe von zwölf Metern zu. Ausnahmen sind möglich: Das Köster-Gebäude ist 16 Meter hoch.
Gegen den SPD/ FDP-Antrag stimmten die Grünen und der UWG-Vertreter, die ein Großlager an dieser Stelle grundsätzlich ablehnen. Die meisten CDU-Vertreter enthielten sich. Ihnen ging die Höhenvorgabe zu weit, sie wollten den Planungsbeginn aber nicht behindern. Die Union hatte eine " deutliche" Höhenreduzierung gefordert, eine Festlegung aber vermieden. Ein entsprechender Antrag war zuvor gescheitert.
Auch Oberbürgermeister Boris Pistorius konnte sich nicht durchsetzen. Er hatte für einen Planungseinstieg ohne Vorgaben und ein " in jeder Hinsicht ergebnisoffenes Verfahren" geworben. Pistorius betonte, dass das Unternehmen niemals Druck ausgeübt oder mit dem Abbau von Arbeitsplätzen gedroht habe. Die Geschäftsführung habe von Anfang an einen offenen und fairen Dialog geführt. Er sei aber überzeugt, so Pistorius, dass die Entwicklung der Eisfabrik in Osnabrück gebremst werde, wenn der Bau des Zentrallagers scheitern sollte. Langfristig halte er eine Verlagerung etwa zum Autobahnkreuz Schüttorf für nicht ausgeschlossen.
Mit diesem " Plan B" befasste sich in der Tat gestern die Roncadin-Spitze. Geschäftsführer Achim Schön sagte, man werde den Ratsbeschluss genau prüfen und dann entscheiden, wie schnell es mit dem Plan B vorangehen soll. Er ließ keinen Zweifel daran, dass ein Lager in den Maßen des gültigen Bebauungsplans nicht infrage käme: " Bei zwölf Metern ist das Projekt gestorben." Die 42 Meter Höhe seien nicht zwingend erforderlich, so Schön. Es komme auf die anderen Auflagen wie die Abstände zur Autobahn und zu den Nachbarn an. Entscheidend sei, dass Platz für 75 000 Paletten geschaffen werde. Das sei die untere Grenze der Wirtschaftlichkeit.
Ulrich Hus (SPD) rief die " besondere Geschichte" des Gewerbegebietes Burenkamp in Erinnerung, das als Öko-Gewerbegebiet für mittelständische Betriebe angelegt worden sei. Ein Lager von der Höhe des kleinen Dom-Turmes passe dort nicht hinein.
Nein zum Hochregallager sagten Michael Hagedorn (Grüne) und Wulf-Siegmar Mierke (UWG). Hagedorn plädierte dafür, einen anderen Standort zu suchen. Er bezweifelte, dass Roncadin zwingend das Lager neben der Fabrik benötige. Mierke nannte das Lager eine " städtebauliche Todsünde".
Für Thomas Thiele (FDP) ist die Entwicklung Roncadins eine " tolle Geschichte". Die FDP wolle der Firma den Weg ebnen, könne die 42 Meter aber nicht hinnehmen.
Morgen lesen Sie:
Zehn Fragen und Antworten zum Roncadin-Kühlhaus
Bildtext: Gewerbegebiet im Grünen: der Burenkamp. Links die Eisfabrik, rechts das Gut Lage, wo das Hochregallager entstehen soll. Foto: Gert Westdörp

Kommentar
Verhandlungsbasis
Von Wilfried Hinrichs
Das Signal der Ratsmitglieder ist klar: Wir wollen erfolgreichen Unternehmen nicht im Wege stehen, wir lassen aber nicht alles mit uns machen. Dabei war der Rat klug genug, die Höhenvorgabe für das Kühlhaus dehnbar zu formulieren: Die Höhesollsich am geltenden Bebauungsplanorientieren. Damit ist keine Grenze gezogen, sondern eine Verhandlungsbasis geschaffen worden.
Autor:
hin


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