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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Die Wassermühle darf nicht geopfert werden
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
" Die Wassermühle Nettetal wechselt ihren Betreiber: Nach 28 Jahren erfolgreichen Renovierens und Betreibens durch Müller Martin Läer fällt mit der Kündigung des Pachtvertrages die Mühle an die Eigentümer Knollmeyer zurück. Ein normaler Vorgang, sollte man meinen. Dies sieht die Deutsche Mühlengesellschaft (DGM) in Minden eben nicht so: Die Besonderheiten des Falles werden hier außer Acht gelassen. Die Wassermühle im Nettetal ist im gesamten norddeutschen Raum die einzige, in der nach jahrtausendealter Mahltechnik mit Mühlsteinen Korn zu Backmehl vermahlen wurde eine einmalige Rarität. Mit solchen Mahlsteinen, wie Müller Läer sie verwandte, haben die alten Römer bereits vor Christi Geburt Getreide vermahlen. Mit der Einbindung in einen heftig expandierenden Ausflugsbetrieb droht dieser Rarität das Aus: Es gibt zukünftig nicht mehr wie bei Müller Läer Stammkunden, die steinvermahlenes Mehl beziehen und verbacken werden. Wenn aber die Mühle nicht zu kommerziellen Zwecken regelmäßig betrieben wird, droht ihr nach neuerer Gesetzeslage die Entziehung des Wasserrechtes. Ohne Wasserrecht kein Wasser damit kann die Mühle stillgelegt werden. Und eine stillgelegte Mühle, die sich selber nicht finanzieren kann, kann nach Niedersächsischem Denkmalschutzgesetz neu genutzt, das heißt umgebaut werden. Alles dies bedeutet das absehbare Ende für ein noch in Betrieb befindliches technisches Denkmal, das seinesgleichen weit und breit nicht findet. Das Lebenswerk von Müller Läer, der 1982 eine Mühlenruine pachtete und sie zu einem funktionierenden technischen Denkmal restaurierte, wird untergehen. Ein herber Verlust für die Kulturlandschaft Osnabrücker Land, war doch die Mühle über 25 Jahre lang das Ausflugsziel Zehntausender Besucher und Hunderter von Schulklassen, die uralte Technik in Betrieb erleben konnten. Ein schlimmer Verlust für die deutsche Mühlenlandschaft: Während man anderenorts für die Erhaltung von Denkmalen kämpft, wird hier ein technisches Denkmal dem kommerziellen Zwecke eines Ausflugsbetriebes, der auch ohne das Opfer dieses Denkmals wächst, blüht und gedeiht, geopfert. Aus der Sicht der deutschen Gesellschaft eine schlimme kulturelle Fehlleistung eine solche Mühle darf nicht geopfert werden!"
Autor:
Gundolf Scheweling


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