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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Kein Hund, kein Pferd, Kostüme zu eng
 
Spannende Reisen in das 17. Jahrhundert
Zwischenüberschrift:
Generalprobe für das Historienspiel – Heute Aufführung am Rathaus
 
Heute Nacht der Geschichte mit Kulinarischem und Anekdoten aus der Zeit des Westfälischen Friedens
Artikel:
Kleinbild
 
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Originaltext:
Osnabrück. Die Mikrofonprobe klappte schon mal: " Eins, zwei, eins, zwei schön, das ist bis zum Dom zu hören", schallte es über den Rathausmarkt. Gestern fand die Generalprobe zum Historienspiel statt. Aufgeführt wird es heute Abend um 19.15 Uhr zur Erinnerung an den Westfälischen Frieden, der vor 360 Jahren in Osnabrück verkündet wurde.
Sonst lief aber nicht alles ganz glatt: Einige Kostüme fehlten, andere passten nicht und zwackten, bei manchen waren die Ärmel zu kurz. Hund und Pferd sind erst bei der Aufführung dabei, und bei der Stellprobe mussten einige der Darsteller immer wieder den Ort wechseln, bis sie am rechten Platz waren.
Etwa 70 Menschen werden heute Abend das Bild nachstellen, mit dem der Maler Leonhard Gey 1889 festhielt, wie er sich die Verkündigung des Westfälischen Friedens 1648 vorgestellt hat.
Bevor die Darsteller in der Position verharren, die sie auf dem Gemälde innehaben, wird eine Szene nachgespielt, wie sie im Mittelalter hätte ablaufen können. Die Glocken der Marienkirche läuten und Fanfaren ertönen, bevor der Syndicus den Frieden auf der Rathaustreppe verkündet.
Für die Aufführung musste niemand einen Text auswendig lernen, die Darstellung ist stumm. Waltraud Luschny, Leiterin des NDR-Studios Osnabrück, wird den Abend moderieren und das Geschehen erklären.
Beim Choral, der auch 1648 zur Verkündigung des Friedens gesungen wurde, sollen die Darsteller hingegen mitsingen. " Und das bitte möglichst auswendig", sagte Gabriela Teske. Die Kirchenmusikerin übte das Lied mit den Darstellern passenderweise im Friedenssaal des Rathauses ein.
" Bitte betonen Sie immer die erste Silbe, Sie müssen mit Ihren Stimmen den Platz füllen", fordert sie die Teilnehmer heraus und greift in die Tasten ihres Keyboards, das Orgelklänge hervorzaubert. Erst lässt sie die Darsteller im Sitzen singen, dann im Stehen so klingt es voller, und die beiden Strophen des Chorals, den Johann Gramann um 1530 geschrieben hat, füllen den Saal: " Nun lob, mein Seel, den Herrn, was in mir ist, den Namen sein."
Dann raffen die Damen ihre Röcke, die Herren richten ihre Hüte, und es geht hinaus auf den Marktplatz zur Stellprobe. Alle sind sichtbar mit Spaß dabei. Was macht es, dass nicht alles richtig geklappt hat? Denn wie heißt es in der Theaterwelt: Wenn bei der Generalprobe etwas schiefgeht, wird die Premiere umso besser.
Im Anschluss an die Verkündigung des Friedens beginnt heute auf dem Marktplatz zur Belustigung des Volkes ein historisches Fest mit Speis und Trank und buntem Markttreiben.
Das Programm zur Nacht der Geschichte auf Seite 22. / Bildtext: Heute Abend um 19.15 Uhr stellen 70 Osnabrücker die Verkündigung des Westfälischen Friedens nach. Im Gegensatz zur gestrigen Generalprobe soll dann alles reibungslos klappen. Foto: Michael Hehmann

Osnabrück. Die heutige Nacht der Geschichte, eine Gemeinschaftsveranstaltung von Stadt, Zeitseeing und der Heristo Aktiengesellschaft, bietet viel Interessantes und Amüsantes.
So erwartet die Gäste unter anderem ein exklusives Führungsprogramm. In der Tradition der beliebten städtischen Veranstaltungsreihe " Kultur kulinarisch" werden bei den Führungen zur Nacht der Geschichte ebenfalls kulinarische Köstlichkeiten aus der Region angeboten. Die Führungen wurden von Zeitseeing entwickelt und stehen ganz im Zeichen des Westfälischen Friedens.
Nicht nur kulinarische Leckereien werden gereicht, sondern vor allem geht es zu Fuß zu verschiedenen Stationen in der Alt- und Innenstadt, in denen Szenen aus der Osnabrücker Geschichte gespielt werden. Die Stadtführer liefern eine Wegbeschreibung und bieten zugleich einen Einblick in das Leben der Menschen im 17. Jahrhundert. Die gespielten Szenen und Erzählungen der Stadtführer und Stadtspieler ranken sich alle um den Dreißigjährigen Krieg und die Friedensverhandlungen in Osnabrück.
In der Marienstraße wartet etwa der Gesandte der Stadt Basel, Johann Wettstein, auf die Osnabrückerinnen und Osnabrücker. Da er die Kosten für den Aufenthalt in Osnabrück weitgehend selbst tragen musste, suchte er sich eine günstige Lösung und quartierte sich bei einer Wollweberfamilie ein. Seine Aufzeichnungen sind überliefert, weil er die Osnabrücker Verhältnisse während des 17. Jahrhunderts in seinem Tagebuch aufs Korn genommen hat.
Dass Gesundheit auch im 17. Jahrhundert ein hohes Gut war, beweist der Apothekergehilfe Conrad Etschenreuter. Er war Gehilfe in der Ameldung′schen Ratsapotheke und sorgte für das Wohlbefinden der Kunden. Dabei verkaufte er nicht nur Kopfschmerzmittel, sondern einen allseits beliebten Anisschnaps, was zu kuriosen Eintragungen im Gästebuch der Apotheke führte.
Die Führungen gehen weiter zur Großen Gildewart, wo Abbé Joly einen Reisebericht anfertigt, zum Steinwerk in der Bierstraße, in der ein Weinraub stattfindet, und enden an der Großen Domsfreiheit: Live berichten an diesem geschichtsträchtigen Ort Historiker von den Geschehnissen am 6. August 1648: Schließlich wurde hier der Frieden per Handschlag besiegelt. Aber so viel sei jetzt schon verraten es war nicht allen Gesandten klar, wie sie sich verhalten wollten.
Unterhaltung ist Trumpf bei den Führungen, die ungefähr zwei Stunden dauern. Die kulinarischen Führungen kosten 19 Euro einschließlich der Leckereien. Die Familienführungen kosten 15 Euro pro Familie, sind aber reine Führungen ohne kulinarische Beilagen.
Karten gibt es im Museumsladen an der Ecke Lotter Straße/ Heger-Tor-Wall, Telefon 05 41/ 7 60 36 81, und in der Rathaus-Information, Telefon 05 41/ 323-21 52.
Informationen unter www.osnabrueck.de/ nacht-der-geschichte.de
Autor:
mlb


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