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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Nackte Mühle: Ökostrom zum Anfassen
Zwischenüberschrift:
Kraftwerk in der Nackten Mühle
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Seit dem 26. Februar wird am Lernstandort Nackte Mühle durch Kombination von alter und neuer Technologie Strom erzeugt. Außerdem wird die Erzeugung von elektrischem Strom veranschaulicht.
Rund 11 000 Kilowattstunden (kWh) Strom werden jährlich von der Anlage erzeugt. Das entspricht dem Jahresverbrauch von vier Durchschnittshaushalten.
Da die Nette ein sehr kleiner Fluss ist, durch den wenig Wasser fließt, ist der Energiegewinn, verglichen mit größeren Flüssen oder Wasserfällen, gering.
Die produzierte Strommenge ist abhängig von dem Wasserstand der Nette. In Sommermonaten wird weniger Wasser angestaut, und somit entsteht auch weniger elektrischer Strom.
Zurzeit beträgt die Differenz der Wasserpegel ober- und unterhalb des Mühlrades zweieinhalb Meter. Im Zusammenspiel von Technik und Natur sei es wichtig, dass die Umwelt berücksichtigt wird, sagt Wassermüller Rainer Schönlau. Dafür sorgen beispielsweise Regenrückhaltebecken, Hochwasserschutz sowie eine Umflut. Ein bestimmter Anteil der Wassermenge wird durch diese Umgehung geleitet, so dass der Lebensraum der Fische erhalten bleibt.
Das Mühlrad setzt dank der speicherprogrammierbaren Steuerung ein, sobald der benötigte Wasserstand erreicht ist. In Betrieb gesetzt benötigt es 150 Liter Wasser pro Sekunde und dreht sich etwa sechsmal pro Minute. Da sich der neu installierte Generator mit 1000 Umdrehungen pro Minute wesentlich schneller dreht, müssen die Geräte aufeinander abgestimmt sein, um eine optimale Leistung zu erreichen.
Am Beispiel der Stromerzeugung durch Wasserkraft wird vor allem Kindern und Jugendlichen die Nutzung regenerativer Energie vorgeführt. Auch Rainer Schönlau befürwortet die Instandsetzung des alternativen Ökostromprogramms. Eine wichtige Rolle spiele es, dass die Umwelt bei diesem Prozess geschont wird. Aufgrund des Alters der Nackten Mühle von circa 800 Jahren müssen auch die Belange der Denkmalpflege bedacht werden. In der Planung dieses Ökostromprogramms musste abgewogen werden, ob die alte Austattung der Mühle für die mechanischen Belastungen der neuen Installationen geeignet ist. Das Zusammenspiel dieser technisch-ökologischen Eigenschaften macht das Projekt zu etwas Besonderem.
Bildtext: Es klappert die Mühle? Der Schein trügt. Rainer Schönlau (hinten rechts) zeigt, wie an der Nackten Mühle alte Wassermühlentechnik mit einem neuen, elektronisch geregelten Generator kombiniert wurde. Foto: Michael Schwager

Kommentar von Sarah Schöttler
Die Müh( l) e hat sich gelohnt
Die Mühle produziert Strom, um vier Föhne zu betreiben. Das ist nicht sonderlich viel, werden jetzt einige sagen. Aber das Besondere an diesem Projekt ist auch nicht die Strommenge, die produziert wird, sondern die Idee, mit einer 800 Jahre alten Mühle wieder Energie zu erzeugen.
Es ist sicherlich wissenswert zu erfahren, welche Mühe früher dahintersteckte, etwas Energie zu produzieren. Ein weiterer interessanter Aspekt ist, dass außer dem Einbau einer Turbine nichts verändert wurde, zum Beispiel wird der Wasserpegel immer noch an der gleichen alten Marke gemessen. Außerdem wurde bei der Planung bedacht, die Natur nicht zu belasten. Wenn man genauer darüber nachdenkt, ist es erschreckend, wie viel Aufwand nötig ist, um sich die Haare zu föhnen. Im Gegensatz zu dem Aufwand, der dort betrieben wird, ist unser Strompreis spottbillig!
Autor:
Sarah Schöttler


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