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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Alles freut sich – einer weint
Zwischenüberschrift:
Bürger stellen die Verkündung des Westfälischen Friedens in alten Kostümen nach
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Es ist 1648. Etwas Großes ist geschehen. Die Glocken der Marienkirche läuten. Das kriegsgebeutelte Volk versammelt sich neugierig vor der Rathaustreppe. Der Syndikus der Stadt verkündet den Westfälischen Frieden. Alle jubeln, schwenken Hüte und singen. Nur einer weint: der Schmied. Vergießt er Tränen der Rührung oder der Trauer? Darüber sind sich die Protagonisten der nachgestellten Szene nicht ganz einig.
Sie studieren ein Historienspiel ein, das am 28. Juni um 19 Uhr beim Friedensfest auf dem Marktplatz anlässlich der Verkündung des Westfälischen Friedens vor 360 Jahren aufgeführt wird. Sie stellen dabei die von Leonhard Gey 1889 in seiner Historienmalerei festgehaltene Original-Szene nach. Daneben gibt es ab 14 Uhr ein buntes Programm für die ganze Familie mit szenischen Darstellungen und historischem Markt.
Der von Roland Grändorf gespielte Schmied ist evangelisch. Daher sei er über den Frieden nicht sehr froh, weil der katholische Bischof Franz Wilhelm von Wartenberg, mit dem die Osnabrücker bereits negative Erfahrungen gemacht hatten, wieder ins Amt kam, meint Renate Frankenberg von Zeitseeing. Also wischt sich der Schmied mit einem Tuch die Tränen ab.
" Finden Sie sich in Ihren Gruppen ein, und vergessen Sie nie Ihre Position. Wer ist Familie zwei?", tönt es bei der Stellprobe vor dem Rathaus. Die Statisten befolgen begeistert die Anweisungen von Regisseurin Frankenberg.
Sie schickt die Teilnehmer nach dem Drehbuch quer über den Marktplatz. Nach dem Jubel über den Frieden sollen sie bildgetreu in ihren Positionen verharren. Die Standorte werden mit Kreide markiert. Bei der Aufführung wird dann zwar gejubelt und gesungen.
Aber sonst bleiben die Darsteller stumm. Sie bewegen nur die Lippen. " Den Text würde man bei dem Trubel nicht hören", ist Carsten Lehmann von Zeitseeing überzeugt.
Die Nacht der Geschichte wird von der Stadt, Zeitseeing und der heristo-Aktiengesellschaft veranstaltet. " Das Fest ist bundesweit einmalig", meint Sabine Kirchhoff vom Fachbereich Kultur der Stadt. " Wir wollen Osnabrück als Friedensstadt positionieren und zeigen, dass der Westfälische Friede hier und nicht in Münster verkündet wurde. Wir lassen das Bild wieder lebendig werden", sagt Initiatorin Kirchhoff.
Rund 70 Menschen nehmen an der historischen Szene teil. 45 wurden extra gecastet. Alle sind vermessen worden. Zur Aufführung schlüpfen sie in alte Kostüme von der theaterpädagogischen Werkstatt in Lingen. Es ist ein bunter Haufen, der sich da versammelt hat: Mitglieder einer plattdeutschen Spielgruppe, Ärzte, der Präsident des Schweinezüchterverbands oder Schülerinnen aus Hasbergen. Viele wurden über einen Artikel in der Neuen OZ auf die Aktion aufmerksam. " Wenn einem so etwas geboten wird, sollte man mitmachen", betont Heinrich Meyer, der mit zwölf Kolping-Kameraden aus Voxtrup teilnimmt.
Die Protagonisten haben ihre Rolle bereits verinnerlicht. " Wir freuen uns, dass wir endlich wieder in Frieden leben können", meint eine Gruppe geistlicher Darsteller nach Abschluss der Probe. Die Viertklässlerinnen Leonie, Paula, Charlotta und Christina von der Hüggelschule stehen als kleine Friedensverkünder noch auf der Rathaustreppe und tröten auf angedeuteten Fanfaren aus Papier.
" Super" finden die Freundinnen das Historienspiel, in dem sie den Schülerchor bilden. Das Lied " Nun lob, mein Seel, den Herrn" wollen sie daheim noch üben.
Bildtexte: Die Verkündung des Westfälischen Friedens von 1648 auf der Osnabrücker Rathaustreppe stellte sich der Historienmaler Leonhard Gey 1889 so vor. Am 28. Juni um 19 Uhr beim Friedensfest auf dem Marktplatz stellen Bürger diese Szene nach. / " Finden Sie sich in Ihren Gruppen ein, und vergessen Sie nie Ihre Position" Renate Frankenberg (Mitte) gibt Regieanweisungen. Foto: Michael Hehmann
Autor:
Heike Dierks


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