User Online: 1 | Timeout: 23:45Uhr ⟳ | Ihre Anmerkungen | NUSO | Info | Auswahl | Ende | AAA  Mobil →
Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Datensätze des Ergebnis
Suche: Auswahl zeigen
Treffer:1
Sortierungen:
Anfang der Liste Ende der Liste
1. 
(Korrektur)Anmerkung zu einem Zeitungsartikel per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!)
Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Ein Gefangener als Namenspatron
Zwischenüberschrift:
Der Bocksturm wurde als Teil der Stadtbefestigung errichtet
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. " Bocksturm" steht auf der Postkarte, die aus der Zeit um 1905 stammt. Doch der Name ist strittig. Zumeist wird das Gebäude " Bucksturm" genannt, von dem immerhin sicher ist, dass es über 800 Jahre als größter Turm Osnabrücks ein Teil der Stadtbefestigung war.
Errichtet wurde der Turm Anfang des 13. Jahrhunderts aus Westerberger Bruchstein als Wachturm innerhalb der Stadtmauer. Mit seinen ehemals 28 Metern Höhe war er der höchste Befestigungsturm Osnabrücks. Heute ist der Turm nicht mehr ganz so mächtig, denn 1805 wurde er wegen Baufälligkeit um zehn Meter verkleinert und erhielt ein neues Dach.
Die schmalen Schießscharten in der Mauer zeigen, dass der Turm nicht für das Schießen mit Kanonen konstruiert worden war. Zur Stadtmauer hin war er zu beiden Seiten hin offen. Hier ging das Wachpersonal ein und aus und wärmte sich im Winter an einer Kohlenpfanne auf.
Ab dem 14. Jahrhundert wurde der Turm als Gefängnis genutzt, in dem Johann von Hoya von 1441 bis 1448 als Kriegsgefangener im Johanniskasten seine Zeit absitzen musste. Dieses Schicksal ereilte 1456 auch Friedrich von Buck, von dem der Turm später vermutlich seinen Namen erhalten hat. Der hölzerne Kasten steht bis heute im Turm und kann besichtigt werden.
Während der Hexenverfolgung im 16. und 17. Jahrhundert diente der Turm als Folterkammer. Folterinstrumente sind hier nicht mehr zu sehen. Eine Ausstellung informiert über die Hexenverfolgung. Das Denkmal, das außen am Bucksturm angebracht ist, erinnert an die im Ersten Weltkrieg Gefallenen des Osnabrücker Infanterie-Regiments.
Im vergangenen Jahr wurde der Bucksturm nach umfangreicher Restaurierung wiedereröffnet. Witterungseinflüsse und Umweltschäden hatten seine Sanierung notwendig gemacht. Nachdem im Juni 2006 die aufwendigen Umbauarbeiten von einer Weimarer Steinmetzfirma fertiggestellt worden waren, ist seit Januar 2007 eine gefahrlose Besichtigung des Turms wieder möglich.
Der Junge, der auf der historischen Aufnahme ganz rechts steht, hat ein Spielzeug in der Hand, das damals hoch im Kurs stand: Viele Kinder versuchten sich früher darin, einen Reifen mit einem Stock vor sich herzutreiben, ohne dass er umfiel.
Bildtexte: Mitten auf der Fahrbahn posierten die Kinder um 1905 für diese Aufnahme des Bocksturms. Der Blick geht vom Heger Tor über den damaligen Kronprinzenwall in Richtung Rißmüllerplatz. Die Ansichtskarte stammt von Dieter Mehring aus Moers. / Frisch renoviert präsentiert sich der Bucksturm seit Januar letzten Jahres. In seinem Inneren befindet sich eine Ausstellung zur Hexenverfolgung. Foto: Jörn Martens
Autor:
Marie-Luise Braun


Anfang der Liste Ende der Liste