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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Die ersten Maßnahmen zur Verschönerung des Stadtbildes
Zwischenüberschrift:
Neugestaltung der Wallanlagen und des Schloßgartens
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:

.

Um der Verschönerung des Stadtbildes den großen Auftrieb zu geben, ist die Stadtverwaltung gewillt, der Bürgerschaft mit gutem Beispiel voranzugehen und Musterhaftes zu zeigen. Sie wird die Grünanlagen, besonders die Wallanlagen, in weitgehendem Maße verschönern und zum Teil ganz umgestalten. Für folgende Arbeiten hat der Oberbürgermeister bereits erhebliche Mittel der Städtischen Gartenbauverwaltung zur Verfügung gestellt:

1. Pflege der Grasflächen in den Grünanlagen. Diese waren im Sommer stellenweise verdorrt, nicht kurz genug gehalten und vor allem unter den Bäumen recht dürftig. Für ausreichende Besprengung ist das notwendige Material beschafft worden: Schläuche, Regensprenger usw.
2. Motor-Rasenmähmaschinen werden dafür sorgen, daß der Rasen in Zukunft kurz geschoren ist.
3. Die Rasenflächen unter den Bäumen werden häufiger erneuert werden.
4. Auf farbenprächtige Blumenbeete wird in Zukunft mehr Gewicht gelegt. Die vielseitigen Anregungen der Reichsgartenschau in Essen werden sich hierbei weitgehend auswirken.
5. Die unschönen Einfriedigungen werden beseitigt und durch niedrige lebende Hecken ersetzt.
6. Die Grünflächen werden durch eine Reihe von kleinen Wasserbecken belebt werden.
7. Die Zahl der Ruhebänke in den Anlagen wird vermehrt.
8. Dem Baumschmuck an Straßen und Plätzen wird größte Aufmerksamkeit gewidmet werden. Für
folgende Neuerungen sind Mittel bereitgestellt:
1. Instandsetzung der Haseböschung auf dem Herrenteichswall. Hier ist die Arbeit bereits beendet. Die Arbeiten waren sehr schwierig, da die Böschung steil abfällt. Wir hoffen, daß es möglich sein wird, in Kürze auch die unschöne Hecke nach dem Pernickelturm verschwinden zu lassen. Neue Bänke wurden auf dem Herrenteichswall in großer Zahl aufgestellt. Er ist einer der schönsten Promenadenwege, die wir innerhalb der Stadt haben, und die recht kostspieligen Neuanlagen werden deshalb dem besonderen Schutze der Mitbürger empfohlen.
2. Am Schlachthof wird in Kürze eine neue schöne Grünanlage hergerichtet werden.
3. Der Platz vor dem Arbeitsamt, der besonders von der Bahn aus gut eingesehen werden kann, wird gänzlich umgestaltet. Blumenschmuck und Strauchwerk werden hier vorherrschen und dem Fremden, der mit der Bahn von Holland, Rheine oder Oldenburg kommt, einen ersten schönen Eindruck vermitteln.
4. Die Anlagen am Lyradenkmal, die gänzlich veraltet sind, werden vollkommen umgestaltet. Um der Eigenart des Denkmals, nämlich dem großen Findling, gerecht zu werden, wird man hier das Motto der Landschaft mehr zur Geltung kommen lassen. Die vielen häßlichen Wege werden beseitigt. Die alte Bastion an der alten Hasebrücke zur Vitischanze wird neu bepflanzt. Der obere Teil wird zu einem Ruheplatz mit schönen Bänken ausgestaltet. Darüber werden sich wiederum nicht nur die Einheimischen freuen, sondern auch die mit der Bahn und dem Auto Kommenden werden hier einen schönen ersten Eindruck unserer Stadt erhalten.
5. Recht bescheiden wirken die Anlagen am Ehrenmal des Bocksturmes. Der schattigen Bäume wegen sind die Verhältnisse für gärtnerische Anlagen etwas schwierig, denn unter den Bäumen will so recht nichts wachsen. Es ist erwogen worden, das Ehrenmal an den Bürgergehorsam zu verlegen, um eine tiefere Fläche für gärtnerische Anlagen zu gewinnen und das Ehrenmal mehr in die Erscheinung treten zu lassen. Aber diese Frage ist noch nicht geklärt.
6. Der Aufgang zum Heger Tor nach der Seite zum Bocksturm wird verschönert.
7. Ganz neu gestaltet wird die Anlage am Springbrunnen vor dem Heger Tor. Brunnen und Wasserbecken werden durch eine Neuanlage ersetzt. Die Grünfläche wird mit den Anlagen vor dem Museum vereinigt, um eine größere Fläche zu erhalten.
8. Die Erneuerung der Anlagen am Kanzlerwall vorm Hitlerhause und vor der Regierung ist in Angriff genommen. Die Pflege der Rasenfläche unter den Bäumen ist, wie schon gesagt, schwierig.
9. Zum Schluß sei noch auf das besondere Problem der Herrichtung und evtl. Umgestaltung des Schloßgartens hingewiesen. Die Verhandlungen mit dem Besitzer, nämlich der hiesigen Regierung, haben zu einem erfreulichen Ergebnis geführt, so daß die Arbeiten bereits Anfang Mai in Angriff genommen werden können.

Man sieht, daß hinsichtlich des ersten großen Aufgabenkomplexes, nämlich der Verschönerung der städtischen Grünanlagen, die Stadtverwaltung gewillt ist, durch das gute Beispiel zur Nacheiferung anzuregen. Daß die Wallanlagen bevorzugt behandelt werden, geschieht aus dem Grunde, um im Interesse des Fremdenverkehrs dem Wanderer und Autofahrer einen guten Eindruck zu vermitteln.
Da diese Aufgaben in kürzester Zeit durchgeführt werden sollen, kann das Städtische Gartenbauamt sie allein nicht bewältigen. Es ist deshalb beabsichtigt, bei der Herrichtung bestimmter neuer Anlagen auch die privaten Gartengestalter mit heranzuziehen.


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