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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Wasserspiele auf dem gequälten Fluss
Zwischenüberschrift:
Festivalreihe "7/Viertel" machte Station "Öwer de Hase"
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Das Leiden der Hase und die Wiederentdeckung ihrer Reize: Beim zweiten Durchgang des Stadtfestivals " 7/ Viertel" rückten der gequälte Fluss und das Quartier" Öwer de Hase" in den Blickpunkt.
Lebendige Hase, dieses Anliegen vertrat Christiane Balks, Leiterin des Fachbereichs Grün und Umwelt der Stadt Osnabrück, mit einem Infostand. Der Bauboom in den sechziger und siebziger Jahren hatte dem Fließgewässer ziemlich zugesetzt. " Deckel drauf", so die Landespflegerin, lautete damals die Devise. Die Hase wurde überbaut, um Parkraum zu schaffen. An die Stelle von begrünten Ufern rückten Geschäftshäuser, Gewerbe- und Wohnsiedlungen und zerstörten die Auen. Erst in den vergangenen Jahren wurde die Hase in der Innenstadt wieder ans Licht geholt.
In den Mittelpunkt des städtischen Interesses rückt nun das Projekt " Barrierefreie Hase". Ziel ist es, den Stadtfluss wieder für alle erlebbar zu machen, zum Beispiel durch die Fertigstellung des Haseuferwegs oder im Zuge einer Umgestaltung des Neumarktes. Die Europäische Wasserrahmenrichtlinie verpflichtet alle Mitgliedstaaten, bis 2015 einen guten ökologischen Zustand ihrer Fließgewässer unter anderem durch die " Wiederherstellung der ökologischen Durchgängigkeit" zu erreichen. In Osnabrück wird deshalb geprüft, ob und wie die Wehre an der Neuen Mühle, an der Pernickelmühle und an der ehemaligen Quirlsmühle für die Fische wieder passierbar gemacht werden können.
Das Hasewasser mit seinen zahlreichen Geschichten drumrum war während des Aktionstages auch das Thema einer Führung entlang dem Fluss. Immer der Hase nach ging es unter der Führung von DetlefGötting zunächst in das Innere des Hexenturms. Hier erfuhren die Teilnehmer, zu welchem Zweck das davorliegende Hasewasser bei den Hexenprozessen missbraucht wurde. An Händen und Füßen gefesselt, wurden die vermeintlichen Hexen dort versenkt und konnten ihreUnschuld nur dadurch beweisen, dass sie einenGegenstand vom Grund an die Oberfläche brachten.Geschafft hat diese drei- mal zu wiederholende Prozedur natürlich keine der Frauen.
Bildhaft schilderte Götting den hygienischen Zustand des Flusses zu Zeiten, als die Abwasserbeseitigung noch nicht mit allzu großer Sensibilität betrieben wurde. Mit der Folge, dass zeitweilig die Fische im Unrat erstickten, an totem Getier aber so ziemlich alles bis zum Schwein auffindbar war und die Vermieter manche Wohnung aufgrund des erbärmlichen Gestanks der Hase nicht mehr vermieten konnten. In einem Leserbrief aus diesen Zeiten gab es die Anregung, beim Baden in der Hase doch einfach einen Rechen mitzuführen. Durch entsprechende Handhabung könnte damit ganz leicht der grobstoffliche Unrat auf sichere Entfernung gehalten werden.
In der Gegenwart ist das Gewässer dank Schmutzwasserkanalisation und Kläranlagen wieder in einem Zustand, der rund 20 Fischarten das Dasein ermöglicht. Selbst Bachforellen wurden bei den Untersuchungen zum Osnabrücker Fließgewässerschutzprogramm vereinzelt gefunden.
Der Aktionstag bot auch die Chance, den Fluss per Boot aus einer ganz anderen Perspektive kennenzulernen. Jugendliche des Wassersportvereins Osnabrück präsentierten Wasserpolo eine Sportart, die selten Besucher in größerer Zahl anzieht. Beim Wasserpolo sitzen die Spieler in Booten und versuchen, den Ball in ein über dem Wasser hängendes Tor zu bugsieren.
Zum Hase-Aktionstag eröffnete Galeria Kaufhof eineHarley-Davidson-Ausstellung im zweiten Obergeschoss. Die Kult-Maschinen stehen dort zwischen Sakkos, Halbarmhemden und T-Shirts. Zu sehen sind insgesamt fünf Maschinen, darunter das Modell XL 1200 Nightster mit luftgekühltem Evolutionsmotor, die VRSCAW V-ROD mit ihrer 1250-ccm-Maschine oder noch schöner, tiefer und breiter, die FLSTF 250 C mit 250er-Hinterrad inklusive Eigenbau-Stahlfender. Die Maschinen sind eine Leihgabe eines Harley-Davidson- Vertragshändlers. Zwischen 11 000 und 32 500 Euro muss übrig haben, wer eines der Prachtexemplare kaufen will. Die Ausstellung läuft bis zum 20. Juni.
7/ Viertel
Nächste Station: Samstag, 14. Juni, Redlingerstraße / Bildtexte: Der Traum von Freiheit auf zwei Rädern: Galeria Kaufhof eröffnete am Aktionstag eine Ausstellung von fünf Harley-Davidson-Edelmaschinen. /
Ein blauer Teppich verdeutlichte beim Infostand des Fachbereichs Grün und Umwelt den unterirdischen Weg des Flusses durch die City.
/ Kanupolo spielte die Jugend des Wassersportvereins Osnabrück auf der Hase hinter L T. Fotos: Egmont Seiler
Autor:
hols


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