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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Erst beruhigen – dann reden
Zwischenüberschrift:
Streit mit dem Nachbarn: Rechtsanwalt gibt Tipps zur friedlichen Lösung
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Heribert Röper ist Rechtsanwalt und arbeitet ergänzend seit elf Jahren als Mediator. Bei der Mediation werden Konflikte außergerichtlich geklärt und das herkömmliche Prinzip von Sieg und Niederlage vor Gericht überwunden.

Herr Röper, wenn man sich vom Lärm des Nachbarn erheblich gestört fühlt, wie verhält man sich da am besten?
Man sollte auf den Nachbarn zugehen und miteinander sprechen. Am besten, bevor man richtig wütend ist oder nachdem man sich wieder beruhigt hat. Es ist gut, den Konflikt schnell anzusprechen, bevor sich viel Ärger aufgebaut hat, und ihn auch wirklich klären zu wollen. Über Gefühle sollte man durchaus sprechen, zum Beispiel seine Wut benennen, aber den anderen nicht plattmachen und beleidigen. Sonst geht dieser nur in die Abwehr und beharrt auf seiner Position.

Geräusche werden subjektiv sehr unterschiedlich empfunden. Der eine hat Freude an seiner Musik, für den anderen ist sie störender Lärm. Kann man Verständnis erwarten, wenn man beim Nachbarn klingelt, um sich zu beschweren?
Verständnis bedeutet nicht, dass der Nachbar einseitig auf mich eingeht. In der Mediation arbeiten wir an einem wechselseitigen Verständnis. Wenn man darüber spricht, wie es jedem in der Situation geht, passiert eine Aufklärung, und es gibt Chancen, dass der andere sich öffnet. Das Ziel ist, mit dem Nachbarn Abmachungen zum Beispiel über Zeiten zu treffen, die eingehalten werden.

Es kommt vor, dass sich der Nachbar zwar für sein Verhalten entschuldigt, aber nach kurzer Zeit so rücksichtslos weitermacht wie zuvor. Was kann man dann machen?
Offenbar hat das Gespräch nicht gefruchtet, und es gibt viele Möglichkeiten, warum dies so ist. Vielleicht ist der andere mit seinem Interesse nicht genug durchgedrungen. Das ist oft der Knackpunkt: Jeder hat den Eindruck, er wird nicht genug wahrgenommen und gesehen mit seinen Bedürfnissen. Bei einer guten Lösung wäre der Konflikt geklärt, und Störendes wäre akzeptabel und eingedämmt. Welches Interesse man hat an einer guten nachbarschaftlichen Beziehung? Das ist das A und O in diesen Konflikten.

Wenn es nicht gelungen ist, den Nachbarschaftskonflikt mit Erfolg zu klären war man vielleicht zu schnell?
Das ist eine Neigung, die wir grundsätzlich haben. Es ist uns unangenehm, uns auseinanderzusetzen und wir sind wenig bereit, die Zeit zu investieren, die für eine gute Konfliktlösung notwendig ist. Mit Ruhe und Abstand sollte man über alle maßgeblichen Dinge sprechen und dafür einen Gesprächstermin mit dem Nachbarn vereinbaren. Dabei deutlich machen, dass es wichtig ist, mit dem Nachbarn in Frieden zu leben.

Manchmal sind Nachbarn seit Jahren zerstritten. Gibt es da noch was zu retten?
Es gibt immer eine Chance. Auch wenn sich zunächst nur einer bewegt, verändert sich das Verhältnis, und der Nachbar wird sich mit der Zeit auch bewegen. Man kann sich selbst zum Beispiel fragen, ob es möglich ist, die eigene Einstellung zu ändern. Vordergründig geht es in Nachbarschaftskonflikten auch oft um Lappalien. Worum geht es wirklich? Da sollte man auf die Ebene der Bedürfnisse schauen. Wir alle haben das Bedürfnis, akzeptiert und angenommen zu werden, und auch unsere Autonomie ist uns sehr wichtig. Miteinander sollte man an einer Lösung arbeiten, in der diese Bedürfnisse befriedigt werden können, ohne den anderen zu stören.
Bildtext: Heribert Röper, Rechtsanwalt und Mediator. Foto: Seiler
Autor:
sey


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