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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Feste stören mehr als Straßencafés
Zwischenüberschrift:
Lau(t)e Nächte sind des einen Freud, des anderen Leid
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Sommerliche Temperaturen und gefüllte Straßencafés sorgen seit diesem Jahr bis spät in den Abend für mediterranes " Piazza"- Gefühl in Osnabrück. Bis spät abends unter Schirmen beim Wein sitzen, noch etwas essen, mit Freunden plaudern die Stadt hat es in diesem Frühjahr möglich gemacht.
" Klimatisch hat sich viel geändert", sagt Gastwirt Udo Agarius, " auch in der Außengastronomie hat man das gemerkt. Schon im Januar gibt es schöne Tage. Da mögen sich die Leute nach draußen setzen." Die Saison begann also schon früh in diesem Jahr. Was früher nur vonApril bis Ende Oktober ging, geht nun das ganze Jahr über.
Mit Vliesdecken geschützt, konnte man im Gastronomie-Dreigestirn am Markt schon im Februar draußen sitzen. Im Sommer ist das schon gar nicht mehr nötig, außer vielleicht am Abend.
Bis 22 Uhr darf man draußen sitzen, länger geht es oft trotzdem: " Wo es keinen Ärger gibt, wird es von der Stadt toleriert", sagt Udo Agarius. Dem städtischen Tourismus komme das zugute, meint er. Würde die Stadt die Konzessionsauflagen " rigoros durchsetzen", wäre das das Aus für die Außengastronomie.
Osnabrück wird so stadttouristisch immer attraktiver. Doch nicht für alle bedeutet das eitel Sonnenschein. Denn wo Leute sind, ist Lärm letztlich nicht weit. Am Markt gastronomisch eine 1a-Lage ist es für die Anwohner manchmal schwierig. " Wir haben uns schon einmal überlegt, hier wegzuziehen", sagt Gerrit, " Aber das ist unser Zuhause hier", sagt seine Partnerin Susanne. Dass hier keine Stille herrsche und alles etwas belebter sei, " dazu wohnt man in der Stadt, damit muss man rechnen", sagt sie. Allerdings gebe es da Grenzen: " Im Prinzip habe ich mit der Gastronomie kein Problem, außer mit den Gästen, die vor den Kneipen grölen", meint die junge Mutter.
Gerade mit Kind stört nächtlicher Lärm einfach. Dann zählt Susanne die zahlreichen Feste auf, die auf dem Markt stattfinden: Maiwoche, Weinfest 1, Weinfest 2, Osnabrück isst gut. " Es ist ja schön, dass die Stadt sich bemüht, überregional Leute anzuziehen." Aber gerade am Markt sollte man nicht vergessen, " dass da auch Menschen leben, die das mittragen müssen."
Dass der Platz des Westfälischen Friedens während der Maiwoche einfach gesperrt werde und Anwohner laute Musik und den Lärm von morgens bis abends und spät in die Nacht aushalten müssten, sei die eine Sache. Auswüchse wie massives öffentliches Urinieren seien schlimmer. " Man muss sich da schon überlegen, ob man bei der Fülle an Veranstaltungen nicht die eine oder andere auslagert", meint Susanne. Schließlich gebe es noch andere schöne Orte in der Stadt.
Die Stadt selbst versucht, dem Unmut vorzubeugen. Das OS-Team sei grundsätzlich an zwei Abenden in der Woche bis 23 Uhr und teilweise auch später unterwegs. " Wir können nicht permanent und überall kontrollieren" sagt Karin Heinrich, Leiterin des Fachbereichs Bürger und Ordnung. Verständnis für die Bürger hat sie natürlich. Doch leider lasse sich nicht alles verhindern. Bei Großveranstaltungen ist für einige Anwohner mittlerweile der Kurzurlaub eine praktizierte Alternative.
Beruhigt hat sich die Lage im Heger-Tor-Viertel. Die Altstadt hat außengastronomisch aufgerüstet. Joe Enochs machte mit der hochwertigen Austattung der Sportsbar den Anfang. Er führt zusammen mit Agarius die Sportsbar und das Osnabrücker Bier-Carré. " Endlich ist hier mal etwas los, auch tagsüber", meint ein Geschäftsmann aus dem Viertel. Eine neue, ruhigere Klientel ziehe ein, " gesetzteres Publikum", das keine gefürchteten " Züge durch die Altstadt" mehr mache. " Die Altstadt, die wir von früher kannten, die ist passé", sagt auch Udo Agarius. / Bildtext: Viele genießen das mediterrane Gefühl mit Außengastronomie auch bis spät in die Nacht, wie hier hinter St. Marien aber für die Anwohner ist es nicht immer eine reine Freude, in der Altstadt zu wohnen. Foto: Gert Westdörp
Autor:
Maja Weber


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