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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Pro und Kontra zur Umweltzone
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
" Im Mittelalter wurden angebliche Brunnenvergifter verfolgt, heute sind sogenannte Dreckschleuder-Besitzer Opfer einer ideologisch verblendeten Hexenjagd. Die beschlossene Quasi-Enteignung Tausender Mitbürger ist ebenso unerträglich wie die Art und Weise, wie Herr Hus die fundierten Argumente der IHK niedermacht. Etliche Kleinunternehmer sind auf ihr Nutzfahrzeug angewiesen und können eine Neuanschaffung oft nicht finanzieren, was natürlich auch für viele private Pkw-Eigner gilt.
Sich hinter EU-Grundsatzentscheidungen zu verstecken, ist nicht nachvollziehbar, denn meines Wissens nach wird dort nicht vorgegeben, wie der Luftreinhalteplan im Einzelnen ausgestaltet werden soll. Weit größere Städte, wie etwa Nürnberg, haben sich gegen die Einführung einer Umweltzone ausgesprochen. Die genannten Abgasmengen dürfen nicht einfach hochgerechnet werden, da ein sicher nicht geringer Teil der betroffenen Pkw wenig genutzte Rentner- oder Liebhaberfahrzeuge wie Cabrios oder Wohnmobile mit Saisonzulassung sind, die nur einen geringen Anteil an der Gesamtkilometerleistung aller Fahrzeuge haben, während die größte Kilometerleistung von Neufahrzeugen erbracht wird.
Darum ist es umso wichtiger, dass jene eine optimale Abgasreinigungstechnik ab Werk erhalten, doch dies ist Sache des Bundes- oder EU-Gesetzgebers. Anstatt über 100 000 Euro Steuergelder für die Aufforstung des Schilderwaldes an unseren Straßen zu verschwenden, wäre es sinnvoller, unter anderem das Radwegenetz weiter zu optimieren, denn das Fahrrad ist das einzige Null-Emissions-Verkehrsmittel, gerade auch im Hinblick auf das Thema CO2 - Reduzierung. Das Fazit kann also nur lauten: Stoppt den Umweltzonen-Unsinn!"
Jörg H. Vetter
Corsicaskamp 2a
Osnabrück

"[...] Tatsächlich geht die WHO (Weltgesundheitsorganisation) davon aus, dass allein in Deutschland jedes Jahr etwa 75 000 Todesfälle wegen Feinstaubs zu beklagen sind. Daneben ist die Zahl von ungefähr 5000 Verkehrstoten jährlich in der BRD (ohne zynisch sein zu wollen) eher niedrig. Heruntergebrochen auf Osnabrück bedeutet dies (mit einem gewissen Urbanitätszuschlag) pro Jahr rund 200 Tote durch Partikel.
Was die innerstädtische Belastung betrifft, kommt der Feinstaub nach Ansicht von Fachleuten zu etwa 50 Prozent aus den Auspuffrohren von Dieselfahrzeugen ohne Rußfilter/ Dieselkat, zu 25 Prozent entsteht er durch Abrieb von Reifen, Bremsbelägen und Straßenoberfläche, und zu rund 25 Prozent gelangt er durch Ferntransport zu uns.
Es ist bekannt, dass Diesel-Lkw mit Dieselkat nachgerüstet werden, da die Halter dann auch weniger Autobahnmaut bezahlen. 2006 lag der Tagesmittelwert der Partikelbelastung in Osnabrück an weit mehr als 35 Tagen über dem Limit von 50 Mikrogramm je Kubikmeter Luft.
Dies bedeutet, dass die EU dann aus gutem Grund eine Umweltzone vorschreibt, wie sie andere Städte schon haben. Dass hier zum Teil nach 100 Tagen keine Veränderung der Belastung feststellbar ist, kann die verschiedensten Ursachen, wie zum Beispiel spezifische Wetterlagen, haben.
Es bedeutet sicher nicht, dass die Umweltzone nutzlos wäre ganz im Gegenteil. Tatsächlich war die Einrichtung der Schutzzone in Osnabrück schon ab 1. Januar 2009 vorgesehen.
Wir bemängeln, dass die Einlasshöhen der Messstationen mit einigen Metern zu hoch sind; interessant wäre zu wissen, wie stark die Belastung zum Beispiel in Kinderwagenhöhe ist.[. . .] "
Hans B. Dülmer
Rolf Brinkmann
Autor:
Jörg H. Vetter, Hans B. Dülmer


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