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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Roy geht seinen Jägern wieder ins Netz
 
Wolf entwischt wieder aus dem Zoo
Zwischenüberschrift:
Wolf büxt erneut aus dem Zoo aus – Flucht endet nach drei Stunden an der Autobahn
Artikel:
Kleinbild
 
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Originaltext:
Osnabrück. Jetzt ist es definitiv: Das berühmteste Tier im Osnabrücker Zoo ist der Wolf Roy. Gestern Morgen büxte er zum zweiten Mal innerhalb von vier Wochen aus dem Gehege aus. Diesmal endete seine Flucht drei Stunden später an der Autobahn 33.
Wenn Volker Hirse joggt, wählt er regelmäßig eine Strecke, die ihn rund ums Waldgebiet am Schölerberg führt. Gestern um die Mittagszeit war der 45 Jahre alte Osnabrücker auf der Voxtruper Straße unterwegs, als er seinen Augen nicht mehr zu trauen wagte: Mitten auf der Straße kam ihm ein Wolf entgegen. " Wäre er auf dem Bürgersteig gelaufen, wäre er mir wohl nicht aufgefallen. Schließlich sieht er fast so aus wie ein Schäferhund", berichtete der Jogger.
Das Raubtier, mit dem Volker Hirse auf der Voxtruper Straße kurzzeitig Bekanntschaft machte, war Roy genau jener Wolf, der Anfang März schon einmal aus dem Gehege im Osnabrücker Zoo getürmt war. Damals hatte ihn ein professioneller Wildtierjäger erst am nächsten Tag in der Nähe vonGeorgsmarienhütte mit einem Narkosegewehr außer Gefecht gesetzt.
Gestern endete Roys Flucht kurz nach 13 Uhr an der Autobahnunterführung am Mühlenkamp. Zuvor war er mehrere Male durchs Waldgebiet am Schölerberg gelaufen.
20 Mitarbeiter des Zoos und fast ebenso viele Polizisten setzten Roy nach. Durch eine Fußgängerunterführung gelangte das Tier schließlich von der Huxmühle aus auf die andere Seite der Autobahn. Dort lief Roy unmittelbar neben der Fahrbahn an der Böschung entlang. Die Polizei sperrte für fünf Minuten die Autobahn Richtung Diepholz. Polizisten trieben den Wolf schließlich über die Betontreppe an der Autobahnbrücke hinunter zur Straße am Mühlenkamp und damit direkt in die Arme der Jäger. Mit einem Kescher bändigte ein Tierpfleger den Wolf, während ein Tierarzt ihm eine Narkosespritze setzte. " Dann dauerte es einige Zeit, bis Roy tatsächlich schlief", sagte Zooinspektor Hans-Jürgen Schröder. Er und seine Kollegen verfrachteten Roy schließlich in eine Transportkiste, verluden diese auf einen Lkw und brachten den Wolf zurück in den Zoo.
Normalerweise lebt Roy mit fünf anderen Eurasischen Wölfen in einem Revier. Dort ist er das Alphatier. Vor rund vier Wochen hatten Mitarbeiter des Zoos wegen Reparaturarbeiten für wenige Sekunden den Elektrozaun am Wolfsgehege ausgeschaltet. Roy hatte offenbar gespürt, dass der Strom nicht mehr floss, und war geflüchtet. " Diesmal aber war der Elektrozaun intakt", sagte eine Sprecherin des Zoos gestern Nachmittag. Offenbar war es Roy mit mehreren kräftigen Sprüngen gelungen, den Elektrozaun herunterzureißen. Ein Tierpfleger hatte die Flucht beobachtet und sofort Alarm geschlagen.
Große Überlebenschancen in der Freiheit haben die Zoowölfe wohl nicht. Nach Ansicht von Experten ist es sehr wahrscheinlich, dass die Tiere vor ein Auto oder vor die Flinte eines Jägers laufen. Für Menschen werden Wölfe erst dann gefährlich, wenn sie sich in die Enge gedrängt fühlen. Dann greifen sie an.
Roy muss sich im Zoo an eine neue Behausung gewöhnen. Vorerst ist er in einem ausbruchsicheren Käfig untergebracht worden. Dort leben sonst Tiger.

Bildunterschrift:

Ende einer Flucht: Der Wolf Roy geht dem Tierpfleger Daniel Chirico buchstäblich ins Netz. Anfang März war das Raubtier schon einmal aus dem Wolfsgehege ausgebrochen.

Fotos: Michael Hehmann

Osnabrück. Der Wolf Roy fühlt sich im Osnabrücker Zoo offenkundig nicht so richtig wohl. Gestern riss er zum zweiten Mal innerhalb von vier Wochen aus seinem Gehege aus. Die Flucht endete nach drei Stunden an einer Autobahnunterführung. Polizisten trieben das Raubtier in die Arme von Tierpflegern, die es mit einem Kescher und einer Betäubungsspritze außer Gefecht setzten. Zuvor war der Wolf mehrmals durch ein Waldgebiet gelaufen. Bei seiner ersten Flucht Anfang März war Roy über einen Elektrozaun gesprungen, der wegen Reparaturarbeiten kurzzeitig ausgeschaltet war. Diesmal funktionierte der Zaun. Dem Wolf gelang es aber, ihn mit mehreren Sprüngen herunterzureißen. Nach seiner erneuten Flucht muss Roy nun in einem Käfig hausen, in dem normalerweise Tiger untergebracht sind.
Autor:
Jens Buchkremer


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