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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Voxtruper Blindgänger gesprengt
Zwischenüberschrift:
Zünder saß fest: Räumung der Fünf-Zentner-Bombe entwickelte sich zur Geduldsprobe
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Um 16.41 Uhr erlöste gestern ein dumpfer Knall die wartenden Menschen. Die Voxtruper Fliegerbombe war gesprengt. Etwa 8000 Anwohner konnten in ihre Häuser zurückkehren, die ehrenamtlichen Hilfskräfte abziehen. Endlich.
Auch wenn Bombenräumungen in Osnabrück zur Routine gehören: Die Sprengung in Voxtrup stellte die Geduld aller Beteiligten auf die Probe und hatte immer wieder eine neue Überraschung parat.
Anders als von der Einsatzleitung erhofft, konnte der Sprengsatz nicht vor Ort entschärft werden und musste im Steinbruch Natbergen gesprengt werden. Für viele Menschen verzögerte sich die Rückkehr in ihre Wohnungen dadurch ganz erheblich. Erst drei Stunden später als geplant konnten viele Anwohner in ihre Häuser zurückkehren.
Thomas Gesk hatte schon so ein Gefühl, bevor die Bombe überhaupt freigelegt war. " Es könnte schwierig werden", sagte der Sprengmeister, als er Vormittag gerade am Einsatzort eintraf. Auf dem Grundstück Nummer 17 an der Holsten-Mündruper-Straße, wo die Bombe vermutet wurde, stand laut Berichten von Zeitzeugen früher ein Schuppen. Wenn an gleicher Stelle tatsächlich ein Blindgänger im Erdreich liegen sollte, so die Überlegung des Sprengmeisters, hätte er beim Flug durch das Gebäude beschädigt werden können.
Eine Vermutung, die sich schnell bestätigte. Kurz nachdem Einsatzkräfte der Polizei, der Feuerwehr und des Technischen Hilfswerks (THW) ein Areal von einem Kilometer um den Fundort planmäßig evakuiert hatten, gab Gesk die befürchtete Nachricht per Funk durch: die Bombe, nun eindeutig als amerikanischer Fünf-Zentner-Sprengsatz mit Aufschlagzünder identifiziert, konnte wegen starker Beschädigungen an den Verschraubungen nicht mehr geöffnet und entschärft werden. Sie musste zur Sprengung abgefahren werden. Für die beteiligten Einsatzkräfte hieß das: Plan B. Mit einem Spezialfahrzeug schaffte der Kampfmittelbeseitigungsdienst aus Hannover die Bombe zunächst in langsamer Fahrt zum etwa zwei Kilometer entfernten Steinbruch Natbergen. 250 Anwohner mussten zusätzlich spontan evakuiert werden. Die angrenzende Autobahn 30 wurde vorübergehend gesperrt. Schon in der vergangenen Woche hatte das THW vorsichtshalber 60 Big-Bags mit Sand gefüllte Riesentaschen im Steinbruch bereitgestellt, um die Splitterwirkung einzudämmen. Um 16.41 Uhr, fast drei Stunden nach dem zuvor geschätzten Einsatzende, erfolgte schließlich die Sprengung. Wieder gab es unvorhersehbare Probleme. Strohballen, die mit den Big-Bags zur Dämpfung der Explosionswirkung dienen sollten, hatten Feuer gefangen. Starke Rauchentwicklung lockte zahlreiche Schaulustige an. Die Feuerwehr hatte den Brand schnell unter Kontrolle. Trotz des turbulenten Abschlusses wurde der Gesamteinsatz für alle Beteiligten zum Geduldsspiel. Die insgesamt 260 Einsatzkräfte der Rettungsorganisationen mussten mehre Stunden ausharren, bevor über Funk Entwarnung gegeben wurde. Etwa 60 vornehmlich ältere Anwohner warteten im Evakuierungszentrum am Schulzentrum Sonnenhügel auf die Rückfahrt.
Immer wieder hatte die Besatzung eines Polizeihubschraubers aus der Luft Passanten im Evakuierungsgebiet entdeckt. Einzelne Einsatzkräfte beschrieben die Räumung als " außergewöhnlich mühselig".
" Wir haben noch nicht im Detail geklärt, wie es zu den Verzögerungen kommen konnte", sagte Jürgen Wiethäuper vom Ordnungsamt nach dem Einsatz. Eines sei aber klar: " Die Sicherheit geht bei einer Sprengung immer vor." Weitere Erkenntnisse wird es erst bei den Nachbesprechungen in den nächsten Tagen geben.
Bombige Bilder:
www.neue-oz.de

Bildunterschriften:

1- Riesentaschen, mit Sand gefüllt, dämpften die Sprengwirkung bei der Blindgänger-Vernichtung im Steinbruch.

2-Die Feuerwehr löschte in Natbergen die Strohballen, die zur Eindämmung der Splitterwirkung bei der Bombensprengung gebraucht worden und in Brand geraten waren. Fotos: Michael Hehmann

3-Die Reiterstaffel aus Braunschweig kontrollierte das Voxtruper Evakuierungsgebiet.

4-Mit Straßensperren riegelte die Polizei Voxtrup weiträumig ab. Die A 30 musste zeitweilig gesperrt werden.
Autor:
Jörn Petring


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