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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Und nebenan das Ratsgymnasium
Zwischenüberschrift:
Domhof und Theatervorplatz im Droschkenzeitalter
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Ein Zaun, der den Domhof begrenzt? Weit gefehlt. Der Zaun auf der historischen Aufnahme umschloss das Ratsgymnasium. Das Schulhaus stand bis 1906 auf dem Grundstück, auf dem seit 1909 das Theater sein Publikum unterhält.
Verschickt wurde die Ansichtskarte im Oktober 1902. Vier Jahre später zog das Ratsgymnasium an seinen heutigen Standort um: an den Schlosswall den damaligen Kronprinzenwall. Erbaut im Stil der Neorenaissance, bezieht sich das Gebäude auf die Gründungsgeschichte der Schule.
Als das Ratsgymnasium mit dem Namen " Schola Senatoria" 1595 vom Stadtrat als Gelehrtenschule gegründet worden war, stand das Schulhaus an der Turmstraße, hinter der Marienkirche. Justus Möser hat dieses Gebäude einmal als " lateinischen Notstall" bezeichnet. 222 Jahre büffelten dort die Schüler, bis sie 1817 an den Domhof wechselten. Während der Abschiedsfeier von der alten Schule zog die Festgemeinde zu Orgelklängen durch St. Marien bis hinunter zum Domplatz.
Hier stand die Boeselager′sche Kurie, die dem Gymnasium von der Königlich-Hannoverschen Regierung als Schulhaus zur Verfügung gestellt worden war. Für deren Um- und Ausbau sorgte die Stadt.
Als das Ratsgymnasium an den Schlosswall umzog, wurde die ehemalige Kurie abgerissen und ein Theatergebäude nach Plänen des damaligen Stadtbaurats Friedrich Lehmann errichtet.
In der Nacht vom 19. zum 20. Juni 1942 wurde das Theater durch 30 Brandbomben schwer beschädigt. Doch bereits im Oktober des Jahres nahm die Bühne ihren Spielbetrieb wieder auf.
Der Theatervorplatz und vor allem die Kleine Domsfreiheit waren in den 1980er und 90er Jahren ein politischer Zankapfel. Immer wieder ging es um die Frage, ob die Straße für den Autoverkehr gesperrt werden soll. 1995 beschloss die damalige rot-grüne Ratsmehrheit gegen die Stimmen der CDU die Einrichtung einer Fußgängerzone. Kontrolliert wurde die Einhaltung aber nur selten, und viele Autofahrer benutzten die Straße weiterhin als Abkürzung. Daran änderte auch eine neue Pflasterung vor dem Theater nichts.
Heute gibt es hier eine Fußgängerzone, zudem ist die Durchfahrt durch ein Kunstwerk begrenzt: " Gleiches Gewicht Gleichgewicht" heißt die Skulptur von Joachim Bandaus, die seit Oktober 1998 als Zeichen für Toleranz auf dem Theatervorplatz steht.
Im Hintergrund der Fotos ist rechts der Dom St. Peter zu sehen. Erstmals geweiht wurde er im Jahr 785. Ihre heutige Form erhielt die Kathedralkirche für das Bistum Osnabrück in den Jahren 1218 bis 1277.
Die historische Ansichtskarte stammt von unserem Leser Dieter Mehring aus Moers.

Bildunterschriften:

1 - Ein gusseiserner Zaun grenzte zu Beginn des 20. Jahrhunderts den Schulhof des Ratsgymnasiums vom Domhof ab. Die Schule war von 1817 bis 1906 auf dem Grundstück untergebracht, auf dem 1909 das Theater errichtet wurde. Foto: Ansichtskarte

2 - Die Skulptur " Gleiches Gewicht Gleichgewicht" von Joachim Bandaus (links) steht heute auf dem Vorplatz des Theaters. Foto: Jörn Martens
Autor:
Marie-Luise Braun


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