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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Es brannte auch das falsche Zeug
 
Osterfeuer treiben Feinstaub hoch
Zwischenüberschrift:
Kontrollen am Osterfeuer: Stadtverwaltung denkt an Bußgelder
Artikel:
Kleinbild
 
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Originaltext:
Osnabrück. Hoch lodern die Flammen. Und bei Temperaturen knapp über null Grad könnte man sich schön die Hände wärmen. Aber Detlef Gerdts ist trotzdem nicht zufrieden: " Das behandelte Holz hätte da nichts zu suchen gehabt", gibt er zu Protokoll.
Gerdts und sein Mitarbeiter Hermann Völlering aus dem Fachbereich Grün und Umwelt machten am Ostersonntag die große Osterfeuer-Rundfahrt. Insgesamt vier Teams kontrollierten die " amtlichen" Osterfeuer im Außenbereich. Sie inspizierten aber auch das Stadtgebiet selbst auf " wilde" Brennstellen, weil nach dem Ratsbeschluss innerhalb der zusammenhängenden Bebauung derlei " Brauchtumsfeuer" gar nicht mehr zulässig sind.
An die 80 Feuerstellen wurden dabei kontrolliert, mit unterschiedlichen Ergebnissen: Von " alles in Ordnung" bis hin zum Verdacht auf illegale Abfallbeseitigung reichte die Palette. " Etwa ein Dutzend Ordnungswidrigkeiten" seien festgestellt worden, resümierte Gerdts gestern, " oft waren die Haufen einfach viel zu groß, oder es war auch das falsche Zeug drin."
So auch auf dem Reiterhof, wo Gerdts und Völlering in der beginnenden Dämmerung eintreffen. Da steht der Haufen zwar schon in hellen Flammen, aber Balken, Bretter und eine schmurgelnde Euro-Palette zeigen doch: Der Ostertag wurde zum Großreinemachen in Haus und Hof genutzt. Offensichtlich sind sogar einige ausrangierte Sprunghindernisse vom Turnierplatz ins Feuer gewandert.
Gerdts macht einige Fotos, sein Kollege notiert Stichworte ins Protokoll. Und die kleinlaute Erklärung des Hofbesitzers, " ohne das trockene Holz brennt ja nix", klingt angesichts der auch ihm bekannten Auflagen doch wenig überzeugend.
Theoretisch kann die Stadt in diesem und ähnlichen Fällen sogar ein Bußgeld verhängen. Ob sie es tun wird, ließ Fachbereichsleiter Gerdts gestern offen. " Bei offensichtlichem Vorsatz", wenn also wie geschehen zunächst aussortiertes Abfallholz eine Stunde später bei der Nachkontrolle dann doch im Feuer gelandet war, müsse ein härterer Maßstab angelegt werden.
Bei der Mehrzahl der registrierten Osterfeuer gab es jedoch keine Beanstandungen. Seine Leute seien durchweg freundlich aufgenommen worden, es habe keinen Streit gegeben, berichtete Gerdts gestern. Und noch etwas wertete er positiv: Erstmals seit langen Jahren habe es keine Klagen über Geruchsbelästigungen gegeben. " Es wurden weniger Feuer gemacht, und das war auch zu riechen."
Die Feinstaub-Messstationen in Osnabrück ließen sich allerdings nicht täuschen. Sie verzeichneten ab 20 Uhr und im Verlaufe der Nacht einen deutlichen Anstieg der Messwerte von unter 20 auf bis zu 70 Mikrogramm bis in den gestrigen Tag hinein. Osnabrück war damit " Hochburg des österlichen Zündelns" und Spitzenreiter in Niedersachsen, so Gerdts.

Bildunterschrift:

Sieht schön aus und wärmt, aber dennoch kein Grund zur Freude: Detlef Gerdts und Hermann Völlering (rechts) am Sonntag bei der Kontrolle eines Osterfeuers, in dem offensichtlich auch Bauholz und Reithindernisse verfeuert wurden.

Foto: Elvira Parton

Osnabrück. Die Stadt Osnabrück macht Ernst im Bemühen um Luftreinhaltung: An die 80 Osterfeuer wurden am Sonntag von städtischen Mitarbeitern kontrolliert. Mit unterschiedlichen Ergebnissen: Von alles in Ordnung″ bis hin zum Verdacht auf illegale Abfallbeseitigung reichte die Palette. Etwa ein Dutzend Ordnungswidrigkeiten″ seien festgestellt worden, resümierte Umwelt-Fachbereichsleiter Detlef Gerdts gestern. Im Vorfeld waren strenge Auflagen für die Genehmigung der Brauchtumsfeuer″ formuliert worden. Auch wenn wirklich nur Heckenschnitt und Tannenbäume verbrannt wurden, ging die Schadstoffbelastung dennoch nach oben: Beide Messstationen in Osnabrück registrierten ab 20 Uhr einen steilen Anstieg beim Feinstaubgehalt der Luft. Trotz Schneefalls dürfte damit der Grenzwert gestern überschritten worden sein.
Autor:
Frank Henrichvark


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