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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Ein wahrlich fürstlicher Weinkeller
 
Feuerwerk am Schlachtfeld
Zwischenüberschrift:
Wie Fürstbischof Friedrich im Osnabrücker Schloss Hof hielt
 
Oster-Leuchten auf dem Boden der Varusschlacht
Artikel:
Kleinbild
 
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Im Herbst 1791 zogen dunkle Wolken über Europa auf: Die höfische Welt sah sich durch die Französische Revolution in ihrer politischen Ordnung bedroht. Preußen war bereits mit Österreich ein Militärbündnis eingegangen, und an den europäischen Fürstenhöfen diskutierte man über einen möglichen Krieg gegen Frankreich. Gleichwohl lebte es sich bei Hofe nicht schlecht, wie ein Dokument vom Oktober 1791 aus dem Osnabrücker Schloss-Weinkeller zeigt.
Am 29. September 1791 hatte Prinz Friedrich August von Großbritannien und Irland, zweiter Sohn König Georgs III., Herzog von York und Bischof zu Osnabrück, seine Cousine Prinzessin Friederike Charlotte von Preußen in Berlin Charlottenburg geheiratet. Das frisch vermählte Paar machte auf der Durchreise nach London im Osnabrücker Schloss Zwischenstation.
Der " Tageszettel des Weinkellers vom 31. Oktober 1791" erlaubt einen anderen Blick in die damalige Welt des Adels. Offenbar speiste Friedrich von York im kleinen Kreise seines Hofstaates. Die Herzogin nahm an diesem Essen nicht teil, so dass auch politische Fragen angesprochen werden konnten. Man servierte " Königlicher Hoheit" zum Mittagstisch " 2 Weiß- und 2 Rote Champagner, 1? 2 Ungarischer, 1? 2 Cap.Wein, 4 Port, 3 Madeira, 10 Rheinweine und 1 Cahors". Für die " Herzogintafel" wurde separat " 1? 2 Madeira und 1 Cahors" aufgetragen.
Die Weine zeigen feinsten Geschmack und lassen noch nichts erkennen von Handelsschwierigkeiten mit französischen Partnern. Der als Clairet bezeichnete roséartige Wein kam aus Bordeaux, allgemein 1791 auch " Claret" genannt. Der Wein von Cahors kam aus dem Südwesten Frankreichs und wurde damals aus der Rebsorte Malbec gewonnen. Unter dem " Ungarischen" wird man sich einen Tokajer vorzustellen haben, der seit dem 18. Jahrhundert verstärkt von Emigranten im dortigen Anbaugebiet kultiviert worden war. Den " Cap.Wein" hatte sich Friedrich August vermutlich aus London anliefern lassen, oder der Osnabrücker Schlossverwalter hatte den Bremer Weinhändler bemüht, denn der Wein kam vom südafrikanischen Kap der guten Hoffnung. Seit 1688 beförderten dorthin emigrierte Hugenotten den Weinanbau.
Welche Mengen verzehrt wurden, bleibt ungewiss. Die Zahlen für die Weinausgabe auf der Tabelle lassen kein Behältnis erkennen, mit dem gemessen worden war. Vielleicht wurde der fürstliche Wein in Silberkannen serviert. In der Ausstellung wird eine solche Kanne gezeigt, in der etwa zwei Liter Flüssigkeit Platz finden. Es gab aber auch Weinkühler im Tafelsilber: Sicher ist, dass Champagner seit 1670 in Flaschen geliefert wurde, wobei so manche den Transport nicht überlebte. Die Explosionsgefahr des Champagners in der Flasche war bekannt. Auch mag der Inhalt eines vollen Behältnisses auf dem langen Weg vom Weinkeller, dem ehemaligen Archiv des Vorgebäudes, bis zum Speisesaal im Schloss sich unterwegs halbiert haben.
Der Weinkeller selbst dagegen war absolut sicher, hatte man doch " zu beyden Stockwerken schöne mit gebrannten Mauersteinen aufgeführte Gewölbe mit eisernen Thüren und dergleichen Fensterladen". Die Auswahl der Weine jedenfalls war im Herbst 1791 reichlich, und selbst die Offiziere des Prinzen und Fürstbischofs genossen bei Hofe guten " französischen Wein".
Erst mit dem Kriegsbeginn im Jahre 1792 begann die Furcht vor möglichen Lieferschwierigkeiten. Und im Jahr 1803 wendete sich das Blatt. Da besetzten französische Truppen das Land, und die französische Generalität nahm das Schloss samt Weinkeller in Beschlag.

Bildtext:
Georg Matthias Probst, Prospekt des Fürstl. Schlosses Osnabrüg (mit Ansicht der Neustadt) Guckkastenbild, kolorierter Kupferstich, Augsburg nach 1777.
Foto:
Kulturgeschichtliches Museum

Osnabrück. Eine Feuerwerksinszenierung soll am morgigen Ostersonntag, 23. März 2008, am Schauplatz der Varusschlacht in Museum und Park Kalkriese die Menschen begeistern. Die Varusschlacht im Osnabrücker Land″ entfacht Deutschlands spannendstes Osterfeuer″: das Oster-Leuchten, so die Organisatoren. Flammenzauber und Feuerkunst, Licht und Musik sollen sich dabei zu einem einzigartigen Erlebnis vereinen. Höhepunkt des Oster-Leuchtens ist eine eigens für diesen Tag kreierte, einmalige Show aus Feuerwerk, Musik und Laser-Lights mit besonderen Effekten. Die Effekt-Spezialisten werden einen Ausschnitt aus der Geschichte der Varusschlacht auf dem antiken Schlachtfeld in Szene setzen: Die Römer kommen . . .″, und Fans dürfen gespannt sein auf fantastische neue Effekte und ein Spiel mit den Elementen.
Spaziergang der Sinne
Musik, Duftpfad und Nebelwelt sollen die Besucher des Oster-Leuchtens ab 17 Uhr zu einem Spaziergang der Sinne entlang des Leucht-Parcours durch den oster-feurig illuminierten Museumspark verlocken. Dezentral auf drei Bühnen lassen Künstler Festatmosphäre entstehen, bevor die Römer kommen. Feuermann″ Marc Dubiel aus Osnabrück bietet in Kalkriese flammende Artistik. Taff Enough″, das Bielefelder Duo Axel und Yannic Wettstein, servieren Jonglagen und Akrobatik in bester amerikanischer Entertainer-Qualität.
Die Römer kommen
Die Römer kommen nach Kalkriese: In der Antike kamen sie zu Fuß, mit Pferd, Maultier oder Wagen. Für die Menschen der Neuzeit gibt es am Ostersonntag einen unentgeltlichen Bus-Pendelverkehr-Service von Osnabrück, von Bramsche, von Wimmer und Bad Essen und von Bohmte und Ostercappeln aus nach Kalkriese. Pkw-Parkplätze werden an der Bundesstraße 218 vorgehalten. Von der Zufahrt zum Museumspark 250 Meter in Richtung Minden. Die Parkplätze Varusschlacht″ sind gekennzeichnet.
Der kostenlose Buspendelverkehr ist ein Service der Varusschlacht″ im Osnabrücker Land GmbH und kein öffentlicher Nahverkehr. Die Organisatoren weisen darauf hin, dass Besucher keinen Anspruch auf sofortigen Transport haben. Verkehrsbedingt kann es zu verzögerten Fahrtzeiten kommen. Auskunft am Abend der Veranstaltung gibt es unter Telefon 0 54 68/ 92 04-0.

Busfahrt
Die Fahrzeiten und Haltestellen des Busverkehrs von Osnabrück zum Schauplatz der Varusschlacht in Museum und Park Kalkriese auf einen Blick:

Osnabrück, Hbf/ ZOB 4: 16.45 und 18.45 Uhr; Osnabrück, Neumarkt: 16.50 und 18.50 Uhr; Osnabrück, Nikolaizentrum: 16.52 und 18.52 Uhr, Osnabrück, Theater: 16.54 und 18.54 Uhr; Osnabrück, Hasetor: 16.56 und 18.56
Uhr.

Haste, Haster Mühle: 17.00 und 19.00 Uhr; Lechtingen, Johannissteine: 17.04 und 19.04 Uhr; Wallenhorst, Rathaus: 17.15 und 19.15 Uhr; Schleptrup, Voßberg: 17.19 und 19.19 Uhr; Engter, Süd: 17.20 und 19.20 Uhr; Ankunft Kalkriese, Varusschlacht: 17.30 und 19.30 Uhr.

Rückfahrten von der Veranstaltung auf dem Schauplatz der Varusschlacht mit dem Busverkehr sind um etwa 19.35, 22.10 und 0.00 Uhr möglich.
Autor:
Eva Berger


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