User Online: 1 | Timeout: 02:15Uhr ⟳ | Ihre Anmerkungen | NUSO | Info | Auswahl | Ende | AAA  Mobil →
NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Datensätze des Ergebnis
Suche: Auswahl zeigen
Treffer:1
Sortierungen:
Anfang der Liste Ende der Liste
1. 
(Korrektur)Anmerkung zu einem Zeitungsartikel per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!)
Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Reliquien lagerten unter dem Altar
Zwischenüberschrift:
Stollen unter dem Osnabrücker Dom wurde im 9. Jahrhundert angelegt
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Die Nachricht passt in die Osterzeit: Eines der Geheimnisse um das geistliche Zentrum des Osnabrücker Domes ist gelüftet: Die Reliquien Crispins und Crispinians fanden in der zweiten Hälfte des 9. Jahrhunderts in einem Stollen unter dem Hochaltar ihre erste Bleibe, teilte die Pressestelle des Bistums mit.

Der Stollen war wohl Teil einer Kryptenanlage, bei der die Gläubigen durch einen außen um den Chor geführten, gewölbten Gang zum Gebet vor die Reliquien treten konnten.
In mehrtägiger Detailarbeit entfernte der Archäologe Prof. Uwe Lobbedey zunächst Teile eines jüngeren Putzes in seinem unterirdischen Forschungsgegenstand, um dann durch den Vergleich der Gemäuer und des Mörtels mehrere Bauabschnitte zu datieren. Dabei unterstützten ihn Ellinor Fischer und Sara Snowadsky von der Stadt- und Kreisarchäologie Osnabrück.

Ältester Abschnitt

Der älteste, westliche Abschnitt des Stollens dürfte zwischen 850 und 880 angelegt worden sein. Er weist Parallelen zu ähnlichen Projekten in den Domen von Hildesheim, Halberstadt und Minden auf. Später, vermutlich im 11. Jahrhundert, wurde deräußere Umgang abgebrochen, nur eine einfache Treppe ermöglichte noch den Zugang.
In einer dritten Periode wurde die Treppe erneuert und eine neue Decke für den östlichen Teil des Stollens geschaffen. Wann dies geschah, soll noch durch naturwissenschaftliche Untersuchungen geklärt werden. Möglicherweise sollte der östliche Teil des Stollens als Grabkammer für eine prominente Persönlichkeit hergerichtet werden.
In neuerer Zeit gab es hier Suchaktionen, vermutlich um verborgene Schätze zu finden. Ein Tunnel wurde in Richtung Westen etwa zwei Meter weit vorgetrieben sowie ein tiefes Loch im vorderen, östlichen Teil des Stollens gegraben und wieder verfüllt. Offensichtlich war die Schatzsuche erfolglos geblieben.

Großer Dombrand

Die neuen Erkenntnisse Uwe Lobbedeys passen sehr gut zu einer schriftlichen Nachricht aus dem Jahr 1110, nach der die Reliquien der Dompatrone Crispin und Crispinian den großen Dombrand von 1100 in einem eingewölbten Stollen unversehrt überstanden hatten und nach vorausgehender Suche sicher geborgen werden konnten. Damals waren die Reliquien also unter dem Hauptaltar des Doms im wahrsten Sinne des Wortes " begraben". Noch heute enthalten die Altäre der katholischen Kirchen kleine Reliquien von Heiligen, die in einem silbernen Kästchen dem sogenannten Reliquiengrab in den Stein eingelassen werden.

Bildunterschriften:

Einem Puzzlespiel glich die Arbeit von Uwe Lobbedey und Sara Snowadsky im Stollen unter dem Hochchor des Osnabrücker Domes.

Lagerten vor langer Zeit im Stollen: die Armreliquiare mit Gebeinen Crispins und Crispinians.
Autor:
prin


Anfang der Liste Ende der Liste