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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Sechs neue Steine erinnern an Opfer der Nazis
Zwischenüberschrift:
Am 30. März werden wieder Stolpersteine in der Osnabrücker Innenstadt verlegt
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Zum zweiten Mal nach November werden am 30. März sogenannte Stolpersteine an sechs verschiedenen Orten in Osnabrück verlegt. Das Projekt des Kölner Künstlers Gunter Demnig erinnert an Opfer des Nationalsozialismus, die ihren letzten freiwilligen Wohn- oder Wirkungsort in Osnabrück hatten.
Vor den jeweiligen Häusern werden Gedenksteine mit Namen und Schicksalen in den Gehweg eingelassen. Erinnert wird an jüdische Opfer, Sinti und Roma, körperlich und geistig Behinderte, Deserteure, Homosexuelle sowie aus ethnischen, religiösen oder politischen Gründen Verfolgte.
Der Initiativkreis Stolpersteine legt bei der Auswahl der Opfer für die einzelnen Termine Wert darauf, dass verschiedene Opfergruppen berücksichtigt werden. Die Verlegung wird Gunter Demnig mit Schülern des Berufsschulzentrums Westerberg aus dem Berufsgrundbildungsjahr " Bautechnik" vornehmen.
Finanziert werden die Stolpersteine über Patenschaften. Die Kosten betragen 95 Euro. Pate kann jede Privatperson werden, aber auch Einrichtungen, Vereine, Firmen, Verbände oder Schulen. Mittlerweile liegen annähernd 130 Anmeldungen für Patenschaften vor. Weitere Stolpersteine werden in diesem Jahr noch im Juni und im November verlegt.
Am Sonntag, 30. März, 13 Uhr, werden Stolpersteine für Charlotte Seligmann, geborene Czermin, und ihre Tochter Helga an der Johannisstraße 22 verlegt. Charlotte Seligmann wurde denunziert, nachdem sie andere über die wahren Zustände in einem Zwangsarbeiterlager informiert hatte. Sie wurde im Konzentrationslager Ravensbrück ermordet. Ihre Tochter Helga kam bei einem Bombenangriff auf ein Kinderheim am Schölerberg um.
Gegen 13.30 Uhr wird der Stolperstein für Johann Staperfeld an der Süsterstraße 25 (früher 23) verlegt. Wegen " Beschimpfung des Führers" wurde er 1937 erstmals verhaftet. Nach einer weiteren Verhaftung kam Staperfeld in das Konzentrationslager Sachsenhausen, wo er starb. Ursache war die grausame und unmenschliche Behandlung im KZ.
Für Heinrich Hackmann und Lissy Rieke werden gegen 14.15 Uhr Stolpersteine in der Wiesenbachstraße 24 verlegt. Der KDP-Funktionär wurde jahrelang verfolgt, bis er 1944 im Zuchthaus Münster starb abgemagert auf 40 Kilo. Lissy Rieke bekämpfte mit anderen Kommunisten das Nazi-Regime. Nach ihrer Verhaftung wurde sie vom Volksgerichtshof Bielefeld zum Tode verurteilt.
Gegen 15 Uhr wird der Stolperstein für Frieda Lieblich in der Uhlandstraße 2a verlegt. Die Jüdin wurde in das Ghetto Riga deportiert. 1942 wurde sie bei der " Aktion Dünamünde" ermordet. Alte und nicht mehr arbeitsfähige Juden wurden unter dem Vorwand, sie würden für leichtere Arbeiten nach Dünamünde gebracht, vor den Toren Rigas erschossen.
Raphael und Alma Flatauer wird gegen 15.30 Uhr in der Herderstraße 22 gedacht. Die jüdischen Mitinhaber einer Textilgroßhandlung wurden verfolgt und flüchteten in die Anonymität der Großstadt Berlin. Von dort aus wurden sie nach Auschwitz deportiert und ermordet.
Der letzte Stolperstein dieses Tages wird gegen 16 Uhr für Gertrud David in der Krahnstraße 1/ 2 verlegt. Die Tochter eines jüdischen Kaufmanns lebte seit 1914 wegen Kinderlähmung und Epilepsie in den Alsterdorfer Anstalten. Nach mehreren Verlegungen wurde sie in der " Landespflegeanstalt Brandenburg" vergast. Sie war gleichermaßen Opfer der Euthanasie und der Judenverfolgung.
Patenschaften können im Büro für Friedenskultur der Stadt angemeldet werden, Tel. 05 41/ 323-23 22. / Bildtext: Lissy Rieke wurde zum Tode verurteilt.


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