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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Perfekte Verwirrung
Zwischenüberschrift:
Forum für Architektur und Design: Fotos von Karin Hessmann und Anja Schlamann
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Die Verwirrung ist perfekt: Das Bild an der Wand wirkt wie ein fotorealistisches Kunstwerk. Intensive Farb- und Lichtspiele, futuristisches Interieur und inszenierte Gegenstände des Alltags lassen das Motiv irreal wirken, wie gemalt. Doch es ist eine Fotografie von Karin Hessmann, die in martini| 50, dem Forum für Architektur und Design, an der Wand hängt. " Ich habe außer den Turnschuhen auf dem Boden und dem Hemd am Wandhaken nichts arrangiert. Auch das Licht ist nicht gesetzt. Ich habe es fotografiert, wie ich es vorgefunden habe", erklärt die Fotografin, die sich auf die Ablichtung von ausgefallen gestalteten Innenräumen spezialisiert hat.
Der beschriebene, außergewöhnliche Umkleideraum existiert in der " Pusteblume" in Köln, einem Bewegungszentrum für Kinder. Er wurde von der Innenarchitektin Sylvia Leydecker entworfen und realisiert, ebenso wie eine Anwaltskanzlei in Dortmund, deren schlichte Eleganz Hessmann faszinierte und sie auf den Auslöser drücken ließ. Glas, Stahl und ein Stück Natur in Form einer hochgewachsenen Blume im Zentrum des Bildes verschmelzen zu einem transparenten Arrangement in hellem Blau. Andere Fotos wie das von einer Sitzecke in einer Bar werden vom Farbton Gelb dominiert, derweil der Konferenzsaal des Hotels Yalta auf der Krim durch geradezu spektakuläre Nachkriegsinterieurs auffällt. Pusteblumenleuchter, die vor Orgelpfeifendeko im Hintergrund von einer Schüsselrasterdecke baumeln so etwas sieht man in diesen Dimensionen nur noch selten. Hessmann konserviert solche Innenräume, macht sie erlebbar, auch wenn sie irgendwann einmal der Abrissbirne zum Opfer gefallen sind.
Für Irritation sorgen auch die Fotografien von Anja Schlamann. Was ist mit dem Gebäudeensemble, das sie ablichtete. Warum haben die Häuser weder Fenster noch Türen. Wo stehen sie? Charakteristische deutsche Bauweise zeigen die Häuser mit ihren Flachdächern nicht auf, obwohl sie in grüner Vegetation vor grauem Himmel stehen, der für unsere Breiten durchaus typisch ist. Der Designtheoretiker Professor Dr. Rolf Sachsse von der HBK Saar klärte das Fotorätsel während der Eröffnung der Ausstellung auf: Es handelt sich bei dem Motiv um eine Kulissensiedlung, die die belgische Armee in Wollseifen in der Eifel errichtete, um den Häuserkampf zu trainieren.
Sowohl die Arbeiten von Karin Hessmann als auch die Fotodokumente von Anja Schlamann eignen sich ausgezeichnet, um den Wunsch der Betreiber des Forums martini| 50 zu erfüllen: Hermann Kuhl und Jörg Frenzel wollen den Raum als Ort verstanden wissen, an dem sich nicht nur Fachleute mit Fragen zu Architektur und Design auseinandersetzen.
martini| 50 Forum für Architektur und Design (Martinistraße 50): " An Ort und Stelle." Fotoarbeiten von Karin Hessmann und Anja Schlamann. Bis 13. April, Do. 15–19 Uhr, So. 11–17 Uhr und nach Vereinbarung (Tel. 05 41/ 40 89 50). / Bildtext: Sinfonie aus Glas und Stahl: Karin Hessmanns Foto einer Dortmunder Anwaltskanzlei. Foto: Jörn Martens
Autor:
Tom Bullmann


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