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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Seine Tankstelle ist die Steckdose
Zwischenüberschrift:
Karmann baut im Auftrag einer Wunstorfer Firma Kleintransporter mit Elektromotor
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Wunstorf. Den Verlust Hunderter Arbeitsplätze beim Osnabrücker Autobauer Karmann wird er nicht abwenden können: Dennoch ist der Elektro-Kleintransporter " EcoCarrier", von dem Karmann in diesem Jahr mindestens 500 Stück baut, möglicherweise ein Baustein für die Zukunft des Unternehmens. Entwickelt hat den " EcoCarrier" ein kleines Unternehmen in Wunstorf bei Hannover.
Eine Probefahrt sagt mehr als tausend Worte. Daher rückt Giso Gillner, einer der beiden Geschäftsführenden Gesellschafter von EcoCraft Automotive, bereitwillig auf den Beifahrersitz und reicht seinem Gast den Fahrzeugschlüssel. Im " EcoCarrier" sitzt man wie in einem normalen Auto mit Automatikschaltung. Wer den Schlüssel im Zündschloss dreht, hört zunächst nichts. Erst beim Gasgeben surrt der " EcoCarrier" wie eine anfahrende Straßenbahn. Kraftvoll sprintet der Elektrowagen nach vorne, im Nu zeigt der digitale Tachometer 50 Stundenkilometer an. Möglich sind bis zu 80 km/ h. Tadellos reagieren die Bremsen, als die Probefahrt am Firmentor in Wunstorf endet. Dort, in einem unscheinbaren Gebäude auf dem Gelände einer Spedition, hat das Unternehmen mit derzeit 16 Mitarbeitern den" EcoCarrier" in den vergangenen Jahren zur Serienreife gebracht.
Sein Geburtsstunde schlug aber schon Mitte der 90er Jahre. Damals entwickelten Gillner und seine Kollegen einen Kleintransporter mit Elektroantrieb. Wichtig war ihnen, dass der Transporter einfach herzustellen ist. Er hat beispielsweise kaum Rundungen, damit teure Presswerkzeuge verzichtbar sind. Die Ingenieure heimsten für ihre Entwicklung zwar viel Lob ein, aber keine Aufträge. " Wir waren einfach zehn Jahre zu früh dran", sagt Gillner rückblickend.
Die Zeit ist reif
Mittlerweile sind die Spritpreise in ungeahnte Höhen gestiegen, und Deutschland diskutiert über Feinstaub und Umweltzonen. Kurz: Die Zeit für Elektrofahrzeuge ist gekommen, glaubt Giso Gillner. Er sieht den " EcoCarrier", der auf den Prototypen aus den 90er Jahren basiert, vor allem in Ballungsgebieten und auf kurzen Strecken rollen. Kunden könnten beispielsweise Kommunen sein, die Fahrzeuge etwa für die Stadtgärtner suchen. Auch für Firmen mit einem großen Werksgelände könnte das Elektrofahrzeug interessant sein.
Den " EcoCarrier" gibt es als Kasten- oder als Pritschenwagen, der bis zu zwei Euro-Paletten laden kann. Die Preise beginnen bei 20 000 Euro. Der Zweiachser hat einen reinen Elektroantrieb mit Batterien, die bis zu 100 Kilometer Fahrt möglich machen. Nach der Fahrt werden die Batterien an Steckdosen wieder aufgeladen. Der Dreiachser verfügt über einen Hybridantrieb: Ein herkömmlicher Verbrennungsmotor treibt einen Generator an, der die Batterie bei längeren Touren während der Fahrt auflädt. Die Karosserie ist leicht und rostfrei, weil aus Aluminium gefertigt. Ein weiterer Vorteil: " Die einzigen Verschleißteile am Fahrzeug sind die Reifen und die Bremsen", erläutert Gillner.
Bis zu 250 Fahrzeuge könnten die Mitarbeiter in Wunstorf im Jahr fertigen. Das ist zu wenig: In diesem Jahr will EcoCraft Automotive allein 500 Fahrzeuge fertigen, 2009 sollen es rund 1000 sein.
Daher haben sich die Wunstorfer mit Karmann zusammengetan. Giso Gillner ist voll des Lobs für die Osnabrücker: " Sie sind hochkompetent und unbürokratisch. Das ist wichtig, wenn es um die Erhöhung der Stückzahl geht." Die Einzelteile, die in Osnabrück zusammengesetzt werden, stammen von knapp 90 Zulieferern, die zum größten Teil in Deutschland sitzen. Darunter sind auch namhafte Automobilhersteller. Bei Karmann sollen alle" EcoCarrier" für den europäischen Markt zusammengebaut werden. / Bildtexte: Blick ins Innere: Die Armaturen sehen aus wie in einem herkömmlichen Auto. / Der Dreiachser ist größer und verfügt über einen Hybridantrieb: Zusätzlich zum Elektromotor hat er einen Verbrennungsmotor, der einen Generator antreibt. / Die Zeit ist reif für Elektrofahrzeuge wie den " EcoCarrier", glaubt Giso Gillner. Die Produktion des Kleintransporters in Osnabrück läuft. Fotos: Jens Buchkremer
Autor:
Jens Buchkremer


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