User Online: 2 | Timeout: 03:16Uhr ⟳ | Ihre Anmerkungen | NUSO | Info | Auswahl | Ende | AAA  Mobil →
NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Datensätze des Ergebnis
Suche: Auswahl zeigen
Treffer:1
Sortierungen:
Anfang der Liste Ende der Liste
1. 
(Korrektur)Anmerkung zu einem Zeitungsartikel per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!)
Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
"Leute, lasst die Autos stehen"
Zwischenüberschrift:
Schülerinnen rufen zum abgasfreien Sonntag auf
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Um das Klima zu schützen, sollen in der Innenstadt keine Autos mehr fahren. Zumindest für einen Tag: Vier Schülerinnen des Gymnasiums " In der Wüste" planen für den 30. März Osnabrücks ersten freiwilligen autofreien Sonntag. Sie appellieren: " Leute, lasst die Autos stehen."
Schon jetzt steht fest: Niemand soll gezwungen werden, sich an der Aktion zu beteiligen. Straßensperren, die verhindern, dass Autos durch die Stadt fahren, wird es nicht geben. Trotzdem hoffen Katharina Mosene, Jessica Rethmann, Hilke Hagedorn und Maya Meentken auf rege Beteiligung. In den nächsten Tagen wollen die Schülerinnen beginnen, mit Plakaten auf ihre Aktion aufmerksam zu machen.
Ein autofreier Sonntag in der Innenstadt und auf dem Wall, so die Argumentation der Schülerinnen, könne als ganz persönlicher Beitrag der Osnabrücker im Kampf gegen den Klimawandel wahrgenommen werden. Für die Zwölftklässlerinnen Grund genug, das Thema zum Schwerpunkt einer Seminararbeit zu machen.
Unter dem sperrigen Projekttitel " Ein autofreier Sonntag in Osnabrück Eine Chance, um auf die Problematik Klimawandel aufmerksam zu machen?" erläutern die Schülerinnen ihre Idee, behandeln aber auch allgemeine umweltpolitische Themen. Ihre Bitte an die Bevölkerung, am 30. März das Auto stehen zu lassen, stößt bei Politikern und Behörden durchweg auf ein positives Echo. " Das war schon lange unsere Linie", sagt Detlef Gerdts. Der Leiter des Fachbereichs Grün und Umwelt unterstützt das Vorhaben eindeutig. Laut Gerds gibt es kaum bessere Methoden, um auf Probleme wie CO2 - Ausstoß, Feinstaub- und Stick-stoffbelastung hinzuweisen.
In kleineren Städten und Gemeinden hat sich in den vergangenen Jahren eine ganze Freizeitkultur um die autofreien Sonntage gebildet. Viele sonst stark befahrene Bundes- oder Landesstraße werden für einen Sonntag auf Längen bis zu 140 Kilometern für den Autoverkehr gesperrt. Zehn- bis Hunderttausende Besucher sind dann zu Fuß, mit dem Fahrrad oder Inline-Skates unterwegs. In diesem Jahr stehen bereits 66 Termine für die sogenannten autofreien Erlebnistage fest.
Nun schwappt die Welle auch auf Großstädte über. Berlin streitet derzeit sogar über die Einführung eines verbindlichen autofreien Sonntages. Diskutiert wird, ob es zulässig ist, Straßen für diesen Zweck zu sperren. In anderen europäischen Städten wie Paris und Rom ist das längst üblich.
Die Gymnasiastinnen lehnen solche Pläne jedoch ab. " Es soll niemand gezwungen werden. Klimaschutz muss freiwillig geschehen", sagt Maja Meentken. Dass es funktioniert, machte vor einigen Wochen Hamburg vor. Ende Januar, nachdem dort ein freiwilliger autofreier Sonntag stattgefunden hatte, teilte der Hamburger Verkehrsverbund mit, dass es rund 25 Prozent mehr Fahrgäste und 20 Prozent weniger Autos auf den Straßen gegeben habe. Die Benutzung des öffentlichen Nahverkehrs war an diesem Sonntag gratis. " Bahn frei fürs Klima" lautete das Motto.
Den Erfolg der Aktion in Osnabrück zu messen wird schwierig. Dafür müssten laut Gerdts viele Leute eingesetzt werden, die den Autoverkehr beobachten. Das sei bisher jedoch nicht vorgesehen. / Bildtext: Ihre Seminararbeit soll aufrütteln: Hilke Hagedorn, Jessica Rethmann, Katharina Mosene und Maya Meentken (von links). Foto: Jörn Martens
Autor:
Jörn Petring


Anfang der Liste Ende der Liste