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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Ein Mann der Kohle
Zwischenüberschrift:
Vor 200 Jahren wurde der Bergwerkschef Johann Rudolf Pagenstecher geboren
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Johann Rudolf Pagenstecher war im 19. Jahrhundert eine der bedeutendsten Persönlichkeiten Osnabrücks: Unter seiner Leitung wurde das Piesberger Bergwerk zu einem der wichtigsten Industriebetriebe der Stadt. Vor 200 Jahren wurde er geboren.
Über sein genaues Geburtsdatum finden sich unterschiedliche Angaben: Mal wird der 3. März, mal der 6. März genannt. Sicher ist indes, dass er in Neuenkirchen als Sohn des Pastors Christoph Bernhard Pagenstecher das Licht der Welt erblickte und später das Ratsgymnasium besuchte.
Nach seinem Studium an der Bergakademie Clausthal im Harz war Pagenstecher am Piesberg zunächst als Bergeleve und Steiger tätig. Mit seinem damaligen Chef, dem Bergmeister Herold, gab es später Streitigkeiten, die dazu führten, dass Pagenstecher zunächst das östliche Revier der Zeche zugewiesen wurde. Als Herold 1833 starb, übernahm Pagenstecher erst als Berggeschworener und ab 1848 als Bergmeister die Leitung des ganzen Werks.
Von 1647 bis 1736 hatten Vorfahren Pagenstechers das Bergwerk gepachtet. In dieser Zeit war es jedoch ein unbedeutender Betrieb, der finanzielle Ertrag war gering. Auch als die Stadt die Zeche übernahm, stieg der Gewinn kaum. Erst als erkannt wurde, dass sich die Kohle gut für die Heizung von Wohnungen eignete, stieg die Nachfrage.
Johann Rudolf Pagenstecher erkannte das Potenzial, das der Piesberg nun bot. Um den Ertrag zu erhöhen, begann er, Arbeitsabläufe zu rationalisieren, erschloss Steingruben, schuf Lagerstätten und eine Verladestelle. Er erweiterte das Bergwerk durch den Bau des Lechtinger Tiefstollens und die Lechtinger Kaue.
Der Zechendirektor sorgte ab Mitte der 1850er Jahre für die Ansiedlung von Bergleuten aus dem Harz und die Anlage einer Zweigbahn zum Piesberg. In die Zeit seiner Leitung fällt auch die Entdeckung der sattelförmigen Lagerung der Flöze des Bergs. 1871 wurde der Haseschacht in Betrieb genommen, 1873 der Stüveschacht.
Pagenstecher dachte über das Unternehmen hinaus, und setzte sich für die Einrichtung einer Fortbildungsschule für die Bergleute ein, außerdem unterstützte er die Knappschaftseinrichtungen.
Als er seine Arbeit begonnen hatte, waren am Piesberg 63 Kohlbrecher beschäftigt, als er 1879 pensioniert wurde, waren 1500 Mitarbeiter dabei. Die Stadt honorierte seine Arbeit durch Gehaltserhöhungen und Gratifikationen, durch die Unterhaltung eines Reitpferdes und später, als seine Gesundheit dies erforderte, die eines zweispännigen Wagens. Doch Pagenstecher war nicht nur als Bergmann aktiv. Er initiierte die Gründung landwirtschaftlicher Vereine und eröffnete 1849 die erste Ganztagsschule des Osnabrücker Landes. 1886 errichtete er die Lechtinger Mühle, für die er ein Jahr später, 79-jährig, die Betriebserlaubnis erhielt. Johann Rudolf Pagenstecher starb am 28. Dezember 1891 in Lechtingen.
Heute erinnert eine nach ihm benannte Straße an den Bergmann. Sie führt von der Wachsbleiche nach Eversburg. Im vergangenen Jahr klärte sich jedoch ein Irrtum auf: Der Garten in Wallenhorst, dessen Anlage bisher auf Pagenstecher zurückgeführt wurde, wurde vom Besitzer der Villa Wieding angelegt. Das haben Studierende der Fachhochschule Osnabrück herausgefunden. / Bildtext: Die Pagenstecherstraße erinnert an den ehemaligen Leiter des Piesberger Bergwerks. Sie führt von der Wachsbleiche nach Eversburg Foto: Klaus Lindemann / Am Piesberg arbeitete Johann Rudolf Pagenstecher.
Autor:
Marie-Luise Braun


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